Die Eisbären Berlin - hier: James Sheppard - im Auswärtsspiel in München. / imago images/GEPA pictures
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Video: rbb|24 | 24.01.2020 | Torsten Michels | Bild: imago images/GEPA pictures

3:2-Erfolg nach Penaltyschießen - Starke Eisbären siegen bei Tabellenführer München

Es war ein intensives Topduell. Der Tabellenvierte Eisbären Berlin lieferte beim Spitzenreiter München über weite Strecken eine richtig gute Leistung. Die Partie ging bis ins Penaltyschießen, und da behielt ein Youngster die Nerven.

Großer Jubel bei den Eisbären: Die Berliner gewannen am Freitagabend in München mit 3:2 (1:1, 1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen. Die Hauptstädter lieferten dem Spitzenreiter vor 6.142 Zuschauern in der ausverkauften Arena ein Topduell auf Augenhöhe, das mit seiner Klasse und Intensität bereits Vorfreude auf die Playoffs machte.

Überfall-Eishockey

Es war von Beginn an ein schnelles Spiel. Großes Abtasten? Fehlanzeige! Die Münchener dominierten zwar mit aggressivem Eishockey die Partie, doch die Eisbären - wegen eines Trauerfalls in der Familie ohne Trainer Serge Aubin an der Bande - hatten einen klaren Plan. Und der ging auf. Ein ums andere Mal klauten sie den Gastgebern den Puck und suchten schnell und direkt den Weg zum Tor. Dadurch kam es zu brandgefährlichen Situationen.

In der neunten Minute fiel dann auch das erste Tor. Es traf Marcel Noebels. Mal wieder. Für den 27-Jährigen war es bereits der 19. Torerfolg der Saison - in diesem Fall nicht ohne mithilfe von Keeper Kevin Reich, der den starken, aber keinesfalls unhaltbaren Schuss passieren ließ. "Dynamo, Dynamo", schallte es laut aus dem Auswärtsblock in der Münchener Arena. Und es fehlte nicht viel, da hätten die Eisbären drei Minuten später wieder jubeln können. Der starke Youngster Lukas Reichel kurvte alleine auf Reich zu - scheiterte jedoch im Eins gegen Eins mit dem Versuch, ihn zu tunneln (12.).

Oft in Unterzahl

Doch die Berliner machten es sich zunehmend selbst schwer. Strafzeit folgte auf Strafzeit. Einige waren unstrittig, mit anderen Schiedsrichter-Entscheidungen haderten die Eisbären. "Wenn man so pfeift, können wir auch wieder zum Fußball gehen", ärgerte sich Verteidiger Jonas Müller in der Drittelpause beim TV-Sender Magentasport. Viele der Unterzahl-Situationen überstanden die Hauptstädter freilich gut, ja: Sie ließen die Hausherren kaum in eine geordnete Aufstellung kommen. Doch nach 17 Minuten war es dann passiert: In doppelter Überzahl erzielte Yasin Ehliz den Ausgleich für die Münchener.

Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Eisbären dann zunächst ein wenig Glück: Philip Gogulla verpasste die Führung der Münchener nur denkbar knapp. Die Latte rettete für Keeper Justin Pogge und sein Team. Danach waren es die Berliner, die sich Vorteile erspielten. Und so kam das 2:1 zwar etwas zufällig zustande, unverdient war es aber keinesfalls: Maxime Lapierre traf für die Eisbären (35.). Kurz darauf ging es Marcel Noebels ähnlich wie Gogulla zuvor: Der Topscorer scheiterte zwar nicht an der Latte, aber dem 3:1 stand der Pfosten im Weg.

McKiernan patzt, Mauer gleicht aus

Fast hätten sich die Berliner aber noch um den Lohn für ein starkes Mitteldrittel gebracht. 5,4 Sekunden vor Schluss war Yasin Ehliz auf und davon und konnte nur noch per Foul gestoppt werden. Es gab Penalty für die Gastgeber. Ehliz trat selbst an, scheiterte jedoch an Pogge. Der Torwart-Neuzugang, der in seinen ersten Einsätzen nicht selten und meist zurecht kritisiert worden war, zeigte nicht nur in dieser Situation eine starke Leistung.

So gingen die Eisbären mit einer Führung in den letzten Spielabschnitt, in dem die Gastgeber dann aber drängten und drängten. Der Ausgleich fiel schließlich mit unfreiwilliger Mithilfe der Eisbären. Ryan McKiernan patzte bei der Puck-Annahme und Frank Mauer nutzte den Patzer eiskalt aus (47.). Es war ein Treffer, der dem Tabellenführer Rückenwind gab. Und zwar durchaus starken. Die Münchener agierten nun dominant.

Erst Reichel, dann Jubel

Ein Treffer gelang jedoch in der regulären Spielzeit keinem der beiden Teams mehr. So ging es in die Verlängerung und - da diese torlos blieb - ins Penaltyschießen. Es war ein packender Showdown eines spannenden Spitzenspiels. Mit dem besseren Ende für die Eisbären. Lukas Reichel entschied mit seinem Treffer das Spiel und sorgte für großen Jubel bei den Berlinern.

Ergebnisse Eishockey

  • DEL-Saison abgebrochen - kein Meister


    Die Coronakrise hat die DEL zur Absage der Playoffs um die 100. deutsche Meis- terschaft gezwungen. Es ist ein Novum in der 26-jährigen Geschichte der Liga. Damit gibt es keinen deutschen Meister 2020.


    Zum Auftakt hätte Nürnberg gegen Wolfs- burg und Ingolstadt gegen Augsburg ab Mittwoch um die letzten beiden Viertel- finalplätze gespielt. Vizemeister Mün- chen, Meister Mannheim, Straubing, Berlin, die Düsseldorfer EG und Bremer- haven hatten sich direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

    PlVereinSpTorePkt
    1.Red Bull München52174:128108
    2.Adler Mannheim52180:132102
    3.Straubing Tigers52175:13698
    4.Eisbären Berlin52169:14494
    5.Düsseldorfer EG52131:11685
    6.Pinguins Bremerhaven52157:14884
    7.ERC Ingolstadt52164:16181
    8.Nürnberg Ice Tigers52152:15881
    9.Grizzlys Wolfsburg52147:15074
    10.Augsburger Panther52142:15272
    11.Kölner Haie52124:15365
    12.Krefeld Pinguine52134:17052
    13.Iserlohn Roosters52116:16351
    14.Schwenninger Wild Wings52119:17345
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    PKT
    Punkte
    V
    nach Verlängerung
    P
    nach Penalty

    (ARD Text)

  • Saison vorzeitig beendet

    Auch in der DEL2 wird es in der Saison 2019/20 weder einen Meister noch einen Absteiger geben.


    Analog zum Oberhaus beendet die 2.Liga ihren Spielbetrieb nach der Hauptrunde. Grund ist die Ausbreitung des neuar- tigen Coronavirus.


    (ARD Text)

Sendung: rbb24, 24.01.2020, 21:45 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Was ich immer wieder fasziniert beobachte, ist der Umstand, dass im Eishockey niemand über Red Bull schimpft, aber beim Fußball sich die Wut auf Red Bull entlädt. Provokativ würde ich mal behaupten, Fußballfans sind „geistig einfacher strukturiert“ als Eishockeyfans. :-)))) Sorry dafür.

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