Eisbären-Torwart Justin Pogge fixiert im Spiel gegen Ingolstadt den Puck. (Quelle: imago/Andreas Gora)
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DEL-Krimi am Freitag - Eisbären unterliegen Ingolstadt

Die Eisbären Berlin haben in der Deutschen Eishockey Liga am Freitagabend gegen Ingolstadt nach Penaltyschießen mit 4:5 verloren. Den Berlinern wurde erneut ein bekanntes Problem zum Verhängnis: die vielen Gegentore.

Die Berliner Eisbären haben ihr Heimspiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen den ERC Ingolstadt verloren. Nach Verlängerung und Penaltyschießen unterlagen die Eisbären in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof vor 14.200 Zuschauern am Freitagabend mit 4:5 (1:1, 3:2, 0:1, 0:0, 0:1).

Im Fokus stand der noch immer neue Eisbären-Torhüter Justin Pogge in seinem fünften Spiel. Sein bisheriger Gegentorschnitt von 3,2 Treffern pro Spiel ließ viel Luft nach oben, um es vorsichtig zu formulieren, und bei seinen bisherigen Auftritten wirkte der Kanadier unglücklich. Kurzum: Der Neue schien dringend ein Erfolgserlebnis zu benötigen. Da lieferte die Partie des Tabellenvierten (Berlin) gegen den Sechsten (Ingolstadt) eigentlich eine gute Chance, mit einer starken Torhüterleistung und einem Sieg selbst für dieses Erlebnis zu sorgen.

Konzentriert und kontrolliert

Der Versuch, die Statistik aufzubessern, wurde bereits in der siebten Minute ausgebremst: John Ramage und Constantin Braun schenkten die Scheibe unter Druck im Aufbau her, Brett Olson schoss aus kurzer Distanz für die Gäste ein. Den Fauxpas seiner Vorderleute konnte Keeper Pogge nicht mehr korrigieren.

Bis auf diesen Leichtsinnsfehler kamen die Eisbären gegen einen starken Gegner gut in die Partie, allerdings ohne sich zwingende Chancen zu erarbeiten. Die Torhüter waren wenig gefordert, beide Teams spielten konzentriertes und kontrolliertes Eishockey.

Es war André Rankel, der mit seiner Klasse-Aktion die erste Lücke in die Gästeverteidigung riss. In seinem 850. DEL-Spiel zog der Kapitän die Ingolstädter Abwehr samt Torhüter auf die rechte Seite, um den Puck im letzten Moment genau auf den klug postierten Pierre-Cedric Labrie abzulegen. Der Kanadier drosch die Scheibe direkt ins verwaiste Tor zum 1:1 (19.).

Pogge wird alleine gelassen

Im Mitteldrittel unterlief den Eisbären erneut ein folgenschwerer Fehler. In Unterzahl verloren sie erst die Scheibe und dann die Übersicht. Wieder nutzten die "Schanzer" diese Schwäche und schickten Mike Collins blitzschnell auf den Weg. Der US-Amerikaner schloss alleine vor dem Tor zur erneuten Gästeführung ab (25.). Erneut war Justin Pogge kein Vorwurf zu machen, allerdings wären solche Eins-gegen-Eins-Situationen gute Gelegenheiten, um mit einer guten Parade Zeichen zu setzen.

Wenige Augenblicke nach dem Rückstand feierte Pogge endlich ein kleines Erfolgserlebnis, als er einen gefährlichen Konter entschärfte. In der Folge hatten seine Vorderleute ihre stärkste Phase. Zunächst spitzelte Landon Ferraro den Puck im Powerplay nahe vor dem Ingolstädter Tor direkt aus der Luft zum Ausgleich in die Maschen (28./Überzahl). Nach einer kurzen Überprüfung gaben die Unparteiischen den Treffer zurecht.

Fünf Tore im Mitteldrittel

Dann spielte Marcel Noebels seinem Sturmpartner Austin Ortega frei, der zum 3:2 (32.) traf. Und drei Minuten später führte ein schneller Angriff in Überzahl zum Erfolg: Justin Pogge bestrafte einen naiven Wechsel des Gegners aus und verbuchte seinen zweiten Assist für sein neues Team. Geistesgegenwärtig spielte er auf James Sheppard, der bereits an der blauen Linie lauerte. Der Kanadier musste nur noch auf Noebels querlegen - und die Eisbären führten mit 4:2 (35./Überzahl).

Den Schlusspunkt in einem sehr unterhaltsamen Drittel setzten die Gäste: Brett Findlay schloss aus dem Gedränge ab und erzielte den Anschlusstreffer. Der Schuss war für Pogge zwar schwer zu sehen, aber unter dem Strich ließ der Schlussmann eine weitere Gelegenheit verstreichen, seine Klasse unter Beweis zu stellen.

Extrem unterhaltsames Eishockey

Aus neutraler Sicht war es ein großartiges Eishockeyspiel, in dem die Eisbären insgesamt leichte Vorteile hatten. Doch Trainer Serge Aubin und auch seinem Keeper dürfte die Freude spätestens nach dem späten Ausgleich vergangen sein. Mit seinem 4:4 (59./Überzahl) erzwang Wayne Simpson die Verlängerung.

Zum Gewinner der Partie wurde letztlich Pogges Gegenüber. Zunächst hielt Gästetorhüter Reimer in der Verlägerung einen Penalty von Ortega und rettete seine Mannschaft somit ins Penaltyschießen. Dort wehrte er gleich die ersten beiden Versuche der Eisbären ab, während Kristopher Foucault seinen Penalty verwandelte. Durch den Sieg in der Verlängerung zieht Ingolstadt in der Tabelle an den punktgleichen Eisbären vorbei, die mit der Niederlage auf Rang fünf abgerutscht sind. Und Justin Pogge wird weiter am Durchbruch arbeiten, nächste Gelegenheit: am Sonntag in Schwenningen.

Sendung: rbb24, 17.01.2020, 21:45 Uhr

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