Unions Christopher Lenz im Duell mit Tyler Adams. / imago images/Picture Point LE
Audio: Inforadio | 18.01.2019 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Picture Point LE

1:3-Niederlage in Leipzig - Union muss sich dem Tabellenführer geschlagen geben

Sie haben verloren - und doch gezeigt, dass sie sich entwickelt haben: Union Berlin unterlag zum Rückrundenauftakt am Samstag in Leipzig mit 1:3 (1:0). Mit dem deutlichen 0:4 bei Unions Bundesliga-Premiere hatte der Auftritt aber wenig zu tun.

Es war schon viel besser, aber dennoch nicht gut genug: Zum Start der Bundesliga-Rückrunde hat Union Berlin am Samstagabend bei Spitzenreiter RB Leipzig schlussendlich verdient mit 1:3 (1:0) verloren - sich jedoch ganz anders präsentiert als noch bei der heftigen 0:4-Klatsche bei der Premiere der Eisernen im Fußball-Oberhaus im Spätsommer.

Reifeprozess bemerkbar

Mutiger wollten sie sein - zeigen, dass das aktuelle Union Berlin nicht mehr viel zu tun hat mit der Mannschaft, die sich am ersten Spieltag gegen die Sachsen noch alles andere als bundesligatauglich präsentiert hatte. Das gelang gleich in der Anfangsphase durchaus eindrucksvoll: Nach drei Minuten zog Robert Andrich aus 20 Metern ab - und auch wenn sein Schuss weit über das Leipziger Tor ging, war es doch ein Signal: Wir sind da, wir spielen mit!

Auch defensiv machte sich der Reifeprozess bemerkbar. Hatte RB die Köpenicker im Hinspiel noch schwindelig gespielt, so gelang es dem Tabellenführer jetzt kaum, Lücken in der kompakten Abwehr zu finden. Union bremste die Highspeed-Offensive um Nationalspieler Timo Werner und agierte äußerst aufmerksam, wenn sich Möglichkeiten nach vorne ergaben.

Andersson marschiert, Bülter trifft

In der 10. Minute verlor Marcel Halstenberg im Leipziger Aufbauspiel den Ball. Sebastian Andersson reagierte erst schnell im Kopf und dann mit den Beinen: Er sprintete los, tunnelte auf dem Weg in Richtung Strafraum Lukas Klostermann und fand exakt den richtigen Moment, um auf Marius Bülter weiterzuleiten. Der 26-Jährige stand seinem Vorbereiter in Perfektion nicht nach. Sein Schuss sprang an den linken Innenpfosten und dann ins Tor. Leipzig-Keeper Peter Gulacsi war chancenlos.

So wurde es früh emotional und das auch im Gästeblock. Der hatte sich eigentlich aus Protest gegen das - so der Wortlaut in der Erklärung der Ultras - "Konstrukt RB Leipzig" ein fünfzehnminütiges Schweigegelübte auferlegt. Das hielt den Glücksgefühlen allerdings nicht stand. Lauter Jubel brandete auf. Und fünf Minuten später hätte Christian Gentner sogar noch erhöhen können. Eher zufällig kam er im Strafraum mit dem Kopf an den Ball. Wirklich platzieren konnte er ihn aber nicht (15.).

Leipziger Doppelschlag nach der Pause

Danach übernahm Leipzig immer mehr die Kontrolle und Union stand zusehends tiefer. Tatsächlich brenzlig wurde es für die Gäste aber nur selten. Das lag an der eigenen konsequenten Verteidigung, aber auch an der mangelnden Präzision beim Spitzenreiter. Ausnahmen gab es freilich: Patrik Schick war nach 24 Minuten frei vor Rafal Gikiewicz, doch der Köpenicker Keeper parierte im Eins gegen Eins stark. Auch sonst musste das Team von Urs Fischer nun öfter tief durchatmen. Die gefährlichen Momente mehrten sich. Und auch wenn das 1:1 nicht fiel, rückte es doch spürbar näher.

Kurz nach der Pause passierte es dann - und das gleich im Doppelpack: Erst hämmerte Timo Werner den Ball von der Strafraumgrenze mit großer Wucht ins Eck (51.). Es war der bereits 19. Treffer für den 23-Jährigen im 18. Saisonspiel und einer der Marke Traumtor. Ein bisschen duseliger wurde es sechs Minuten später: Da flog und flog eine Ecke von Christopher Nkunku durch den Berliner Strafraum und Marcel Sabitzer bugsierte den Ball schließlich mit hohem - aber regelkonformen - Bein und viel Cleverness aus kurzer Distanz über die Linie (57.).

  

Noch drei Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz

Es waren Treffer, die Leipzig spürbar Schwung gaben. Jetzt war das Tempo da, das in der ersten Hälfte noch gefehlt hatte. Union lief oft nur hinterher - die Entlastung wurde weniger. Daran konnte auch Yunus Malli nichts ändern, der nur wenige Tage nach seiner Verpflichtung zwanzig Minuten vor Schluss zu seinem Debüt für die Eiserenen kam. Und so war es nicht unverdient, als Werner sieben Minuten vor Schluss mit dem dritten RB-Tor für die Entscheidung sorgte.

Für Union geht es nun am kommenden Samstag (15:30 Uhr) zuhause gegen Augsburg weiter. Ein wichtiges Spiel, wenn die Köpenicker nicht früh in der Rückrunde so richtig in den Abstiegskampf rutschen wollen. Noch beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz drei Punkte. Das Spiel in Leipzig kann Mut machen. Der Niederlage zum Trotz.

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 21.Februar, 20.30 Uhr
    Bayern München - SC Paderborn3:2(1:1)
    Samstag, 22.Februar, 15.30 Uhr
    Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim1:1(1:0)
    Werder Bremen - Borussia Dortmund0:2(0:0)
    Hertha BSC - 1.FC Köln0:5(0:3)
    SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf0:2(0:1)
    Samstag, 22.Februar, 18.30 Uhr
    FC Schalke 04 - RB Leipzig0:5(0:1)
    Sonntag, 23.Februar, 15.30 Uhr
    Bayer Leverkusen - FC Augsburg2:0(1:0)
    Sonntag, 23.Februar, 18.00 Uhr
    VfL Wolfsburg - FSV Mainz 054:0(2:0)
    Montag, 24.Februar, 20.30 Uhr
    Eintracht Frankfurt - Union Berlin1:2(0:0)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München23154465:26+3949
    2.RB Leipzig23146361:25+3648
    3.Borussia Dortmund23136465:32+3345
    4.Borussia Mönchengladbach22134543:25+1843
    5.Bayer Leverkusen23134640:29+1143
    6.FC Schalke 042399532:32036
    7.VfL Wolfsburg2397732:28+434
    8.1899 Hoffenheim23104934:36-234
    9.SC Freiburg2396831:33-233
    10.Union Berlin23921229:36-729
    11.Eintracht Frankfurt23841138:37+128
    12.FC Augsburg23761034:47-1327
    13.1.FC Köln22821233:42-926
    14.Hertha BSC23751127:43-1626
    15.FSV Mainz 0523711531:52-2122
    16.Fortuna Düsseldorf23551323:46-2320
    17.Werder Bremen23451425:53-2817
    18.SC Paderborn23441529:50-2116
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
    V
    verloren
    DIFF
    Tordifferenz
    PKT
    Punkte

    (ARD Text)

    • Champions League
    • Qualifikation CL
    • Europa League
    • Relegation
    • Absteiger

Sendung: rbb24, 18.01.2019, 21:45 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 13.

    Neid hätten Sie wohl gerne :)
    An meinen Club kommt Red Bull in Jahrzehnten nicht ran.
    Für den Fußball ist Red Bull jedoch pures Gift. In allen Fankurven ist das Konsens.
    Dem Red Bull Marketing gefällt das natürlich nicht.

  2. 12.

    Fans wovon? Ich lese hier einfach nichts über Sport und Fans sondern über Hass gegen RB und Neid auf RB. Sind Sie Fan von Hass und Neid? Traurig. Suchen Sie sich doch einen Verein, für den Sie sind, statt einen, gegen den Sie sind. Lieber einen eigenen Verein zum Anfeuern als einen, den man nicht mag.

  3. 10.

    wenn Sie hier schon Unterstellungen (Vorwurf der Korruption) in den Raum stellen, dann bitte mit beweisen. Ansonsten ist das üble Nachrede und strafrechtlich zu würdigen. Insgesamt hat konstanze es erfasst. Leute, Leipzig ist eine Bereicherung der Liga. Immer nur Bayern ist doch lanhweilig. Und Union ist neu in der Liga und sollte sich mal um sich kümmern. Fans, steht zu eurer Mannschaft und lasst andere doch einfach mal in Ruhe.

  4. 8.

    - 2 -
    Wer sich dem entziehen will, der muss sich halt mit selbstgeschmierter Stulle in Kleinkleckersdorf ein Bier kaufen und ein Spiel in der gefühlten 6. Liga anschauen. Doch selbst da kann auf dem Trkot " Malermeister Schulze" stehen.
    Also mal runterkommen.
    An die Union-fans, keinen hat es gestern in Leipzig interessiert, ja es wurde nicht einmal bemerkt, dass ihr wieder zu Beginn still sein wolltet. Habe es erst aus den Medien erfahren.
    Wie d.... muss man eigentlich sein, dass man seiner eigenen Mannschaft die Unterstützung durch Anfeuerung verwehrt, und das nach diesem grandiosen Aufstieg in die 1. Liga, ja sogar im 1. Heimspiel in dieser Liga ? Zumal ihr mittlerweile damit alleine seit.
    Anscheinend scheint euch nicht zu stören, dass die andere Berliner Mannschaft ein Alleinstellungsmerkmal für Berlin beansprucht. Klinsmann Sprüche, die Transparente heute im Stadion ... egal ? Ist euer Ding !
    Hoffe, dass RB Meister wird und auf einen guten Tabellenplatz für Union.

  5. 7.

    Etwas Schade das zu lesen! Auch die Spieler bei RB haben es verdient Erfolg zu haben! Keinen in der Bundesliga stören Gelder aus dem Weiswurstgeschäft oder Gasprom Millionen oder Gelder der Immobilienwirtschaft aber bei dem Geld des Brauseunternehmens ist die Grenze da?! Das ist schon schade den am Ende stehen 22 Spieler auf dem Platz und machen dort ihren Job und den machen sie gut ob nun Unioner Bayer , Dresdener oder Leipziger ! Und wegen meiner Herkunft freue ich mich auf jedes Spiel von RB ;-) Sport frei !

  6. 6.

    Das Ergebnis spiegelt die Leistung beider Mannschaften wieder. Ein wichtiger Sieg für RB, gut so.
    Ich bin froh, dass wir hier im Osten endlich eine Mannschaft haben, die auf Augenhöhe mit den besten Teams im Land spielen kann.
    An die ewigen Kritiker: Was stört Euch ?
    Die Tradition ?
    Es ist nun mal so, dass in unserer heutigen Zeit, hier im Land, es nicht mehr möglich ist, im Hinterzimmer einer Kneipe eine Spielvereinigung zu gründen, mit Enthusiasmus oder, wie in der DDR, mit Initiative und Segen der politisch Verantwortlichen. Kann man gut oder schlecht finden, ist nun einmal so. Wenn man nur das will, will man auch keinen guten Kontrahenten.
    Erinnert sei auch z.B. an den 1. FCM. 1965 gegründet, 1974 Europapokalsieger, nach 9 Jahren Tradition !
    Das Geld ?
    Ohne große Geldtransfers geht es nicht. Ob von russischen Firmen, arabischen Scheichs, eigenen Aktiengesellschaften, Telekommunikationsunternehmen ...ist egal. Namen der Stadien werden angepasst... . -2 -

  7. 5.

    Gestern hat eine von einem global agierenden Brausekonzern mit 99%iger Beteiligung und zum Ziel der Vermarktung 2009 gegründete und mit Millionen gepamperte Fußballbetriebssportgemeinschaft mit 17! stimmberechtigten und RB verpflichteten Mitgliedern ein weiteres Fußballspiel gewonnen.
    Dass dieses Konstrukt überhaupt in der Bundesliga spielen kann, ist allein der Willfähigkeit des sächsischen und Nordostdeutschen Fussballverbandes und dem DFB zu verdanken, die trotz eindeutiger Regularien diesem Nichtverein die Lizenzen für die jeweiligen Spielklassen erteilten, nachdem der nach den Absagen von u.a. St.Pauli und 1860 München seine Dose in Leipzig positionieren konnte.
    Wer Eventfussball konsumiert ist dort richtig, wer Fussball und seinen Verein lebt, kann sich nur mit Abscheu abwenden!!
    Das hat nichts mit Neid, sonder nur mit Verachtung zu tun!
    Man muss sich ja nur fragen: War erst der Verein da oder der Konzern?? Falls die Meister werden wäre das ein Hohn!! Und jetzt: "Sport frei!" und gerne auch hämische Kommentare. (-;

  8. 4.

    Neidisch auf den Erfolg? Oder was soll dieser Kommentar? Leipzig ist schon in der BL etabliert, Union erst aufgestiegen. Leipzig hat Union die Grenzen klar aufgezeigt. Die Überlegenheit war deutlich.

  9. 3.

    Die ersten Marketingmitarbeiter ergötzen sich daran, dass viel Geld eben doch Tore schießt.
    Der deutsche Meistertitel scheint also für Konzerne kaufbar. Traurig!
    Die Demo der Unioner war hingegend überragend. Ein Schlag gegen den Marketing-Hype.
    Mit fehlte nur noch das Schlagwort "Wettbewerbsverzerrung ". Das wird bei Protesten gegen RB zu selten thematisiert.

  10. 2.

    Super RB Leipzig,-Union ohne jede Chance,Der Auftritt der Ultras war ein Schuß nach hinten!
    Heute Hertha die Daumen drücken!!!

  11. 1.

    Geiles Spiel. Leipzig hat Union zum Anfang nicht für voll genommen. Aber dann aufgedreht. Das kann diese Saison mit dem Titel klappen, ich drücke die Daumen.

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