Die Spieler des 1. FC union berlin stehen vor dem Spiel gegen Leipzig im Kreis. (Quelle: imago images/Sven Simon)
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Auswärtspartie in Leipzig - Fünf Gründe, warum Union erfolgreich in die Rückrunde startet

Der Auftakt in die zweite Saisonhälfte könnte für den 1. FC Union kaum komplizierter sein: Auswärts beim Tabellenführer anzutreten, ist ein echtes Brett. Doch es gibt durchaus Hinweise auf die potenziell erste große Überraschung der Rückserie. Von Uri Zahavi

1. Rückrundenauftakt-Spezialisten

Statistikliebhaber aufgepasst, hier kommt ein Schmankerl: Wer sich durch die vergangenen zehn Rückrundenauftakte der Eisernen wühlt, dem springt Erstaunliches ins Auge. Acht der letzten zehn Auftaktpartien nach der Winterpause gewannen die Köpenicker. Die Berliner kommen im Januar also traditionell flott in Fahrt.

Dass nun gerade die letzten beiden Rückrundenauftakte in der zweiten Liga (1:2 gegen Ingolstadt und 0:3 in Aue) in die Hose gingen und sich damit möglicherweise ein Negativtrend abzeichnet, der eher gegen einen Berliner Auswärtssieg in Leipzig spricht - Schwarzmalerei. Wir sehen das große Ganze (und schieben es uns so zurecht, dass es passt). Das heißt: In der letzten Dekade gewann Union statistisch gesehen 80 Prozent seiner Rückrundenauftakt-Partien. Zum Vergleich: Bei Gegner Leipzig waren es nur 70 Prozent. Erster Vorteil Union.

2. Tabellenführer-Besieger

Ob RB-Trainer Julian Nagelsmann vor der Partie gegen die Berliner schlaflose Nächte durchstehen musste, ist nicht überliefert. Aber seine potenziell temporäre Insomnia wäre nachvollziehbar. Denn dem 1. FC Union liegen Tabellenführer - fragen Sie mal bei den beiden Borussias der Bundesliga nach. Sowohl die aus Dortmund (3:1) als auch die aus Mönchengladbach (2:0) wurden als Spitzenreiter genüsslich weggefiedelt.

Klar, Pessimisten würden jetzt mit dem Argument um die Ecke kommen, dass beide Siege zuhause eingefahren wurden und Union das Gros seiner Punkte ohnehin daheim holt. Auswärts hingegen sprangen bislang nur fünf Punkte heraus - und die gab es allesamt gegen die "Kleinen" der Liga (Augsburg, Mainz, Paderborn). Aber, es gibt bekanntermaßen immer ein erstes Mal - auch für einen Bundesliga-Auswärtssieg bei einem Großen. Und wer würde sich da besser anbieten, als der aktuelle Tabellenführer?

3. Weiße Weste in Topspielen

In Sachen Eiserne Mutmacher lassen wir nichts, aber auch wirklich nichts unversucht. Von daher kann auch der folgende Punkt nicht zu weit hergeholt sein: Zwei sogenannte Topspiele am Samstagabend um 18:30 Uhr bestritt Union bislang in dieser Saison. Und jetzt raten Sie mal, wie beide Begegnungen ausgegangen sind. Sie haben es geahnt, völlig überraschend haben die Rot-Weißen beide Duelle für sich entschieden. Der 3:1-Sieg gegen den BVB fand genauso unter Flutlicht statt, wie das in Köpenick völlig unwichtige Hauptstadtderby gegen Hertha (1:0). Und da aller guten Dinge drei sind, kann in Leipzig quasi nur ein Sieg herausspringen. Logisch, oder?

4. Den Kater zum Geburtstag verhindern

Wer kennt es nicht: Die eigene Geburtstagsparty steht vor der Tür und man will so fit, frisch und gut gelaunt wie möglich in die Sause starten. Viele werden schon einmal den schmerzhaften Fehler begangen haben, kurz vor dem großen Event zu tief ins Glas geschaut  und mit fettem Kater und arg lädiert als Geburtstagskind gute Miene zum bösen Spiel gemacht zu haben. Genau das will der 1. FC Union verhindern. Am Montag feiert der Verein seinen 54. und eine Niederlage in Leipzig könnte zum kleinen Stimmungskiller werden. Das gilt es für die Köpenicker natürlich mit allen Mitteln abzuwenden. Und so gehen die Akteure sicherlich nochmal motivierter in die Begegnung.

Heißt: Keine wilden Exzesse, einfach einen Sieg in Leipzig einfahren und ab auf die Couch, einmurmeln und Dschungel-Camp gucken. Dann gibt es auch ganz sicher keinen Kater.

5. Revanche und Support

1. FC Union und RB Leipzig - das wird nie die ganz große Freundschaft werden. Wie im Hinrunden-Heimspiel werden die mitgereisten Berliner Anhänger in den ersten 15 Minuten der Partie schweigen - aus Protest gegen das Geschäftsmodell der Sachsen. Zudem soll es noch einen Trauermarsch der Union-Fans Richtung Stadion geben. "Die Fans haben sich dazu entschieden. Punkt", so Trainer Urs Fischer. "Für mich ist entscheidend, dass die Mannschaft von der ersten Sekunde an bereit für die Aufgabe ist." Bereit werden nach einer Viertelstunde dann auch wieder die 7.000 - 8.000 Gästefans in der Kurve sein und zumindest einen Hauch von Heimspielatmosphäre verbreiten. Wenn das nicht die Siegchancen erhöht, wissen wir auch nicht weiter.

Außerdem hat der 1. FC Union noch eine Rechnung aus der Hinrunde zu begleichen. Im ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte deklassierten die Sachsen die Köpenicker mit 4:0 vor eigenem Publikum. Das schreit nach Revanche. Dass Union fußballerisch viel weiter ist als Mitte August 2019, steht außer Frage. Ein Erfolg gegen den Lieblingsfeind würde das nur unterstreichen.

Fünf Gründe für einen Erfolg von Hertha BSC gegen Rekordmeister Bayern München folgen am Samstag.

Sendung: Inforadio, 17.01.2019, 21:25 Uhr  

Beitrag von Uri Zahavi

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4 Kommentare

  1. 4.

    Schwarze Trauerkleidung,15 Min. schweigen-was soll der Unsinn der Ultras-echte Fans unterstützen Ihre Mannschaft anders-auch Union ist ein Geschäftsmodell genau wie RB,hoffe mal nach 15 Min. stehts 3 zu 0 für die Leipziger!

  2. 3.

    Ich wünsche Union eine tolle Rückrunde und noch ganz viele Punkte. Toi, toi, toi Jungs!!!!

  3. 1.

    Man sollte doch erst einmal den Rückrundenstart abwarten, und damit das erste Spiel, ehe man schon wieder solche Höhenflüge verbreitet.

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