Rekordstrafe Hertha
Audio: Fritz | 23.01.2020 | Meili Scheidemann | Bild: imago images / Matthias Koch

Derby-Ausschreitungen - Hertha muss Rekordstrafe zahlen

So eine hohe Strafe hat das DFB-Sportgericht noch nie verhängt: 190.000 Euro muss Hertha BSC zahlen - nach den Ausschreitungen beim Hauptstadt-Derby in der Fußball-Bundesliga. Auch Union Berlin soll tief in die Tasche greifen.

Die Ausschreitungen ihrer Anhänger beim ersten Duell im Oberhaus kommen die beiden Berliner Bundesligisten  teuer zu stehen. Hertha ist nach den Vorfällen während des Derbys am 2. November 2019 im Unioner Stadion An der Alten Försterei vom DFB-Sportgericht mit einer im deutschen Fußball noch nie da gewesenen Geldstrafe belegt worden. Der Verein muss wegen "fortgesetzten unsportlichen Verhaltens" seiner Anhänger 190.000 Euro bezahlen. Stadtrivale Union droht eine Strafe von 158.000 Euro.

Hertha stimmt Urteil zu - Union prüft noch

Etwa ein Drittel der Summe (63.000 Euro) kann die Hertha für gewaltpräventive und sicherheitstechnische Maßnahmen verwenden und muss dies dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis Ende September 2020 nachweisen. Hertha hat dem Urteil bereits zugestimmt und akzeptiert auch die auferlegten Sanktionen, es ist damit rechtskräftig. Der bisherige Höchstwert in einem vergleichbaren Fall lag bei 166.000 Euro Strafe für den FSV Mainz 05.

Für Union wurde die drastische Strafe wegen "unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger" sowie "nicht ausreichenden Ordnungsdienst" beantragt. Union hat das Urteil noch nicht akzeptiert und möchte es erst einmal innerhalb der Widerspruchsfrist in Ruhe prüfen, wie ein Sprecher auf Anfrage am Donnerstag sagte.

Die Ausschreitungen des Derbys

Mit Anpfiff des Derbys bei Union im November hatten Hertha-Fans laut DFB drei Leuchtraketen abgeschossen - eine landete im Union-Block, wo ein Fan leichte Verbrennungen erlitt. Weiter zündeten die Fans der Gäste 40 Bengalische Feuer und Blinker sowie weitere Leuchtraketen, die
teilweise direkt neben den Spielern auf dem Rasen landeten.

Auf Seiten der Unioner waren 250 Fans unkontrolliert ins Stadion gestürmt, die Anhänger zündeten Bengalos und Rauchtöpfe. Zudem überstiegen mindestens 20 zum Teil vermummte Zuschauer aus dem Bereich des Heimteams den Zaun zum Innenraum und wurden von Union-Spielern aufgehalten.  

Hertha-Präsident Gegenbauer entschuldigt sich bei Unions Zingler

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hatte anschließend von einem Telefonat mit Union-Kollege Dirk Zingler berichtet, in dem er sich für das Verhalten der Gäste-Fans, die Raketen geschossen hatten, entschuldigte. "Wir haben eine Riesenchance verpasst, nicht nur sportlich. Weil einige vermummt waren und Hertha mit Raketen nachhaltig beschädigt haben. Wir können uns das nicht gefallen lassen", sagte Gegenbauer noch im November auf der Mitgliederversammlung. "Es ist durch nichts zu rechtfertigen, es ist schlicht und einfach kriminell."

Sendung: rbbum6, 23.01.2020, 18:00 Uhr

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24 Kommentare

  1. 24.

    Bin Hertha-Fan finde aber ebenso Union sehr sympatisch.
    Generell: Fakt ist doch, dass nicht die Vereine Schuld sind, sondern die sogenannten "Fans".
    Hier hatte jemand geschrieben, dass die Pyro-Technik übern Zaun ins Stadion gelangt. Genau das denke ich auch.
    Sicher wird es noch andere Wege geben das Zeug ins Stadion zu schmuggeln.
    Wenn ich mir die Höhe der Strafen zur Gemüte führe, frage ich mich, warum man bei diesen "Risikospielen" nicht etwas Geld in die Hand nimmt und eine Sicherheitsfirma damit beauftragt vor Stadioneinlass und während des gesamten Spiels den Zaun zu überwachen. Das wäre mit Sicherheit a) günstiger als die Strafen und b) sicherer für alle Fans.
    Seit dem ich mal Live Zeuge wurde wie jemand deswegen schon fast halb in Flammen stand, war ich in keinem Stadion mehr und werde mir so was auch nicht mehr antun.

  2. 23.

    Dafür, dass einige Hertha Hools in Verbindung mit Hools anderer Vereine - welche ja nur durch ihre guten Beziehungen zu gewissen Herthanern an Tickets gekommen sein können - gezielt auf Menschen geschossen haben, fällt der Unterschied in der Bemessung der Strafzahlung m. E. zu gering, bzw. die Strafe für Union zu hoch aus.

    Die Strafe für Pyros beträgt für Union laut DFB Katalog 43.000 €. Dazu sollen noch 115.000 € dafür draufgerechnet werden, dass der Ordnungsdienst durch Menschen mit hoher krimineller Energie überwunden wurde?! Das scheint mir doch etwas zu hoch bemessen.

    Anbei noch eine Frage an Hertha Fans, die beim Derby im Stadion waren. Unter einem anderen Beitrag zum Thema schrieb jemand, dass u. a. BFC Hools Herthanern vorm Stadion die Tickets "abgeknöpft" hätten. Kann das jemand bestätigen oder war das nur eine "Schutzbehauptung" dieses Users?

  3. 22.

    Zum einen stimme ich zu. Die Einlasskontrollen sind der Knackpunkt. Das ist natürlich bei Großveranstaltungen immer eine Frage der Organisation. Hinsichtlich der Vereine und der Strafzahlungen ist das nicht das normale bürgerliche Recht, sondern darauf haben sich sozusagen die Vereine eingelassen mit der Zugehörigkeit zur Bundesliga. Daher entscheiden auch die Sportgerichte. Es sind halt quasi selbst vereinbarte Regeln. So etwas hat jeder Betrieb und jeder Verein. Deswegen akzeptieren die Vereine meist auch Strafen.

  4. 21.

    Beim Fussball wird soviel geld verdient. Warum ist es den Vereinen nicht möglich diese Idioten bei der Einlasskontrolle zu erwischen?
    Das sind Straftaten und als solche zu ahnden. Man stelle sich vor wie einfach es sein muß dort mit einem Sprengstoffgürtel rein zu kommen.
    Ich würde den vereinen das ganze erwirtschafte geld aus dem Spiel abnehmen und kein Taschengeld.

  5. 20.

    Ganz meine Meinung, Derby-Rückspiel ohne Zusahschauern, danach noch Kosenquentes Aussortieren der Täter & Selbstdarsteller (was anderes sind diese Menschen auf beiden Seiten nicht) und dem friedlichen Fan nebst seiner Famile wieder den Platz schaffen, der Ihm gebührt.

  6. 19.

    Mir stellt sich immer wieder die Frage wie es sein kann das trotz Kontrolle Bengalos und anderes Zeug in die Stadien kommen,wenn man das richtig machen würde(und wenn der Einlass länger dauert)es zu sowas garnicht kommen würde.Genauso schüttel ich immer den Kopf,wenn ich da lese oder höre,das die Vereine für die Blödheit anderer blechen müssen,die suchen doch die Leute nicht aus und setzen die da hin,nur um Aktion zu haben.Es zahlen immer die anderen für die Dummheit anderer.

  7. 18.

    Union ist doch gut bedient mit der Strafe, Platzsturm bleibt Platzsturm. Das wird halt bestraft, ebenso wie der erzwungene Einlass vor dem Spiel und Pyros waren bei Unioner auch im Spiel.

  8. 17.

    Was man machen kann? Sofort Vermummte aus den Stadien werfen! Der Gastgeber hat das Hoheitsrecht und gibt die Spielregeln bei den Eintrittskarten vor. Aber einfach können die Vereine wohl nicht.
    Wenn ich lese, dass Hertha dieser hohen Geldstrafe sofort zugestimmt hatte, erinnert mich das an den Goldesel im Märchen... Wie schön auch, dass ein "Thaler" spuckender Geselle dort im Stall steht, welcher allen Sünden mit Geld regiert die Welt Abbitte leisten kann. Es gibt ja für die Hertha Chefs auch viel wichtigere Themen als Sicherheit und Verantwortung, z. B. Neues Stadion...oder?‘

  9. 16.

    Bei den Ausschreitungen handelt es sich um strafbare Handlungen und die Verursacher sind keine Fans sondern Täter. Haben denn die Ermittlungen zu Ergebnissen geführt? Lieber rbb, fragt doch einfach mal nach den Ermittlungen. Nur Geldstrafen für beide Vereine lösen das grundsätzliche Problem sicher nicht. Straftäter gehören einfach nicht ins Stadion!

  10. 15.

    An meine Vorkommentatoren. Habt Ihr den Text nicht komplett gelesen. Für Union ist auch eine Strafe beantragt, Union prüft bloß noch, ob sie die so annehmen. Fans beider Seiten haben Sch... gebaut.

  11. 14.

    Leider kommen Sie über Beleidigungen nicht hinaus. Das ist sehr bedauerlich.
    Sie haben offenbar keine Kenntnis vom Ordnereinsatz. Dann schreiben Sie doch besser nicht.

  12. 13.

    Vermutlich meenst Du den Ordnungsdienst, der allerdings überall erwähnt wird. Lesen können is halt nich jedem vergönnt...

  13. 12.

    Über den mangelnden Orderdienst redet hier niemand. Verantwortlich dafür sind die Köpenicker. HAHOHE

  14. 10.

    Wie sollen die noch schärfer werden? Sie waren wohl noch nicht bei einem Spiel. Man wird doch schon abgetastet wie von der Polizei. Das Zeug fliegt sicher irgendwo über den Zaun.

  15. 9.

    Fußballmafia DFB, is dann wohl der nächste Klinsmannbonus. Wann erklärt endlich ma eener auch und vorallem den Herthanern wer da im Stadion war. Und vorallem warum!

  16. 8.

    Herth(!)a statt Herta ist besser ;-) - lies mal mein Kommentar Nr.5 und überrasche uns...

  17. 7.

    Ob die sogenannten "Fans" jetzt mal schlau werden und solch einen Schei.... unterlassen bezweifel ich.
    Vielleicht trägt es jetzt dazu bei, dass die Einlasskontrollen schärfer werden.

  18. 6.

    Traurig traurig mehr kann man dazu nicht sagen! Selbst als RB Fan finde ich das extrem traurig! Herta hätte ein Geisterspiel verdiehnt oder anders das Rückspiel gegen Union im Olympiastadion ohne Herta Fan Block nur Union'er dürften da zum Spiel das wäre fair gewesen aber Union dafür so massiv zu bestrafen??? Traurig!

  19. 5.

    Nicht Hertha macht Randale sondern Ultras, die die historische Fanverbundenheit beenden wollen. Die sollte der DFB "treffen". Und hat er das mit diesem Urteil auch geschafft? Wenn nicht, was kann man machen?

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