Hertha-Trainer Klinsmann in der Rückrundenvorbvereitung
Bild: nordphoto / Engler

Offenbar in Kalifornien vergessen - Hertha-Trainer Klinsmann muss Trainerlizenz nachweisen

Am Sonntag startet Hertha BSC gegen die Bayern in die Bundesliga-Rückrunde. Vorher muss Coach Jürgen Klinsmann allerdings noch beim DFB seine gültige Trainerlizenz nachweisen. Die aber liegt offenbar bei ihm zu Hause - in Kalifornien.

Vor dem Rückrundenstart gegen den FC Bayern am Sonntag muss Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann noch den Nachweis einer gültigen Fußballlehrer-Lizenz erbringen. Hertha BSC bestätigte rbb|24 einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach seien der 55-Jährige und sein Club vom DFB aufgefordert worden, einen entsprechenden Nachweis vorzulegen. Hertha und Klinsmann zeigten sich allerdings entspannt.

Vertreten werden könnte Klinsmann auch in jedem Fall durch seinen Assistenten, den früheren Bremer Cheftrainer Alexander Nouri.

Klinsmann: "An Weihnachten Unterlagen vergessen"

Klinsmann äußerte sich am Mittwoch zwar nicht gegenüber den Journalisten am Trainingsplatz, aber im Rahmen eines Livestreams auf der Facebookseite des Vereins. Auf die Frage eines Nutzers nach seiner Trainerlizenz sagte der Hertha-Trainer: "Die liegt irgendwo in meinem Häuschen in Kalifornien, in irgendeiner Schublade. Die werden wir schon wieder finden." Im Bericht der "Bild" hatte Klinsmann zudem angegeben, dass er nicht daran gedacht habe, die Lizenz mitzunehmen, als er sich im November auf den Weg nach Berlin machte.  

Der ehemalige Profi hatte seine Lizenz im Juni 2000 bei einem DFB-Sonderlehrgang erworben, danach arbeitete Klinsmann als Bundestrainer und beim FC Bayern München, sowie als US-Nationaltrainer. Trotzdem muss Klinsmann dem DFB noch Fortbildungsnachweise nachliefern. Denn die Statuten des Verbandes besagten, dass  jede Lizenz "nach Erhalt für drei Jahre gültig" ist, und für die Verlängerung "die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von 20 Lerneinheiten" nachgewiesen werden muss.

Hertha und Klinsmann bestätigten zwar auch das, zeigten sich in dieser Sache aber "entspannt". Der Trainer erklärte den Fans im Facebook-Stream: "Die Dinge, die der DFB braucht an Informationen, die habe ich denen schon zugemailt. Das hat alles seine Ordnung." Tobias Haupt, Leiter der DFB-Akademie, sagte im "Bild"-Bericht zu Klinsmanns Fortbildungen: "Das wird jetzt geprüft. Wir wissen, dass er sich in den letzten Jahren immer wieder weitergebildet hat, zum Beispiel in Mexiko und Brasilien, wo aber weniger auf Zertifikate geachtet wurde."

Elite-Seminar für Hertha-Coach?

Klinsmanns Co-Trainer Alexander Nouri der im Falle, dass die bürokratischen Probleme seines Chefs doch nicht rechtzeitig behoben werden, gegen Bayern die Verantwortung übernehmen müsste, zeigte sich ebenfalls entspannt. "Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Es wurde ja klar gesagt, dass das bis zum Wochenende noch geklärt ist", sagte Nouri nach dem Training am Mittwoch.

Tobias Haupt stellte Klinsmann gegenüber der "Bild" bereits erste Lösungsvorschläge in Aussicht. Als Beispiel nannte Haupt eine Teilnahme des 55-Jährigen an der Elite-Cheftrainer-Fortbildung in Mainz. Klinsmann hatte den Chefposten bei der Hertha Ende November übernommen, zunächst bis zum Saisonende.

Sendung: Inforadio, 15.01.2019, 7:00 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Ob diese Regelung, der Verlängerung wirklich nich zeitgemäß ist mag ich mal zu bezweifeln. Warum können die Vereine nicht selbst entscheiden, wer bei ihnen "Trainer" ist? Ich halte zB Klinsmann qualifizierter für Hertha als dessen Vorgänger. Auf die Papiere sollte es ohnehin nicht ankommen, denn notfalls stellt man einem Teamchef einen Trainer an die Seite. Das ist Formalismus pur und hat mit Fußball nichts zu tun.

  2. 8.

    Der DFB weiß zwar, dass Klinsmann "seine Lizenz im Juni 2000 bei einem DFB-Sonderlehrgang erworben" hat. Das nützt allerdings wenig, da wir das Jahr 2020 schreiben und "jede Lizenz 'nach Erhalt für drei Jahre gültig' ist und für die Verlängerung 'die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von 20 Lerneinheiten' nachgewiesen werden muss." Steht doch alles im Text.

  3. 7.

    Meine Güte, der DFB fordert Nachweise von seinem eigenem ehemaligen Bundestrainer? Was soll das denn? Der DFB /DFL wissen doch das Klinsi die Lizenz hat sonst wäre er ja nicht Bundestrainer und auch nicht bei den Bayern oder der USA gewesen. Der Nachweis müsste doch noch beim DFB in seiner Akte sein.

  4. 6.

    1.Bei Löw war es ein bisschen anders! Ja, er hat diesen Lehrgang in dieser Zeit gemacht! Eigentlich begann er 1994 mit einer Ausbildung! Beendete Sie aber nicht! Weil er ein Angebot als Co-Trainer beim VfB Stuttgart bekam!
    2.Und nur durch die Hilfe von Gerhard Mayer-Vorfelder durfte er im Jahr 2000 da teilnehmen! Denn eigentlich war Löw nämlich kein verdienstvoller Fußballer in Deutschland!

  5. 5.

    Stimmt leider nicht. Und ich finde: Wer unbedingt gegen verdiente Nationalspieler, Weltmeister und Europameister stänkern möchte, der sollte vorher wenigstens ein bisschen recherchieren. Sonst rutschen ihm bei solchen Behauptungen "mal eben" Lehrgangsteilnehmer wie Jogi Löw und Matthias Sammer durch, und des wär doch peinlich ... ;-) Sagen wir mal, es gab Licht und Schatten in diesem Sonderlehrgang. Aber eigentlich geht's uns auch nichts an. Die Sportler von damals haben sich als Aktive unglaublich verdient gemacht um den deutschen Fußball, und das zu einer Zeit, in der nach der Karriere noch lange nicht jedem der Millionärs-Ruhestand gewunken hat. Damals war so ein Lehrgang wohl das Mindeste, was der DFB für diese verdienten Leute tun konnte. MfG

  6. 4.

    Schon der DFB-Sonderlehrgang für verdienstvolle Fußballer damals im Jahre 2000 war eine Farce!
    Erfolgreicher Trainer dieses Lehrganges Fehlanzeige!

  7. 3.

    Ei der daus, in Kalifornien vergessen. Kann die ihm keiner zuschicken - vorerst in Kopie.

  8. 2.

    Dann werden die gewonnenen Punkte unter Klinsmann jetzt abgezogen.

  9. 1.

    Beckenbauer war auch nur Teamchef

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