Matthias Auth, neuer Präsident von Energie Cottbus. / imago images/Matthias Koch
Audio: rbb|24 | 06.01.2019 | Interview mit Cottbus-Präsident Matthias Auth | Bild: imago images/Matthias Koch

Interview | Cottbus-Präsident Matthias Auth - "Wir wollen die ganze Saison auf Platz eins stehen"

Seit sechs Tagen ist Matthias Auth der neue Präsident von Energie Cottbus. Im Interview mit rbb|24 erläutert er seine Beweggründe, den Posten zu übernehmen, beschreibt, was sich ändern soll, und spricht darüber, wo er den Verein 2022 sieht.

rbb|24: Herr Auth, als langjähriges Mitglied des Verwaltungsrates sind Sie sehr erfahren, was den Verein angeht. Sie kennen die schönen Seiten, aber auch die Probleme. Was war der Beweggrund für Sie, den Posten des Präsidenten zu übernehmen?

Matthias Auth: Seit 2015 trete ich als Verwaltungsrat ja schon auf und bin in so einer Art Kontrollorgan - wie man das ja nennt - unterwegs gewesen. In den vergangenen sechs Monaten haben sich bei mir Bilder herauskristallisiert, bei denen ich gesagt habe: Ich habe das Bedürfnis, noch mehr in das Operative einzusteigen. Denn ich glaube, der Verein braucht auch eine Weiterentwicklung. Es ging darum, was haben wir für ein Zielbild? Was haben wir für eine Vision? Da war dann schlussendlich auch der Punkt, an dem ich dann um den Jahreswechsel gesagt habe: Jetzt kann ich mir auch vorstellen, Präsident zu werden.

Heißt das, Sie waren mit der Art und Weise nicht zufrieden, wie bislang Ziele formuliert wurden?

Die Entwicklung des Vereins in den vergangenen ein, zwei Jahren war schon eine gute - wenn wir jetzt auch nicht unbedingt über den sportlichen Bereich sprechen. Wir haben ja durchaus einige Felder weiterentwickelt. Aber bei der Dynamik, das heißt der Schnelligkeit, ist mein Anspruch doch deutlich höher. Wir haben das formuliert mit Vision 2022. Das wird die Perspektive des Vereins sein für die nächsten Jahre.

Schneller inwiefern ...

Ich komme ursprünglich mal aus der Personalentwicklung. Da gibt es diese Sprüche wie: Stillstand ist Rückschritt. Und für mich waren die letzten Monate für den Verein eher ein Stillstand. Wir brauchen aber mehr Dynamik im Sinne von Schnelligkeit und Entscheidungen treffen. Das sind, glaube ich, die Parameter, die wichtig sind.

Dann sprechen Sie ruhig mal über die Vision 2022. Wie sieht die aus?

Wir wollen im Grunde genommen bis 2022 gewisse Voraussetzungen schaffen in sportlicher Sicht. Stichwort: Beibehaltung und Intensivierung Profifußball. In finanzieller Sicht eine ganz klare Perspektive für den Verein. Dann gibt es die strukturelle Sicht, die ich zweiteilen würde. Das ist zum Beispiel die organistorische Entscheidung, einen sportlichen Leiter und einen Geschäftsführer zu etablieren.

Wir wollen so eine solide Basis schaffen, dass wir uns dauerhaft im Profifußball etablieren können. Das heißt dritte Liga und höher.

Matthias Auth

Und infrastrukturell ist es unser Stadion, es sind die Trainingsplätze, es ist aktuell das Südstadion. Es sind die Baumaßnahmen, die wir aktuell angestoßen haben. Da wollen wir so eine solide Basis schaffen, dass wir uns dauerhaft - und ich rede von dauerhaft und nicht im Sinne einer Fahrstuhlsystematik - im Profifußball etablieren können. Das heißt dritte Liga und höher.

Was bedeutet das für die aktuelle Saison, wenn Sie von 2022 reden und die Zügel vielleicht ein bisschen lose lassen, was die nahe sportliche Zukunft betrifft?

Das werden wir mit Sicherheit nicht tun. Wir stehen derzeit auf Platz eins. Wir wollen die ganze Saison auf Platz eins stehen. Und am letzten Spieltag auch.

Und dann die Relegation erfolgreich bestehen ...

Das ist der Wunsch von uns allen, den Mitgliedern, den Fans, den Mitarbeitern. Natürlich wollen wir die Relegation, wenn sie dann für uns infrage kommt, erfolgreich bestehen. Also mit Zügel loslassen ist nicht.

Bei der Handball-WM 2019 waren Sie Cheforganisator. Können Sie aus dieser Erfahrung einen Nutzen für Ihre Arbeit bei dem vergleichsweise kleinem Verein Energie Cottbus ziehen?

Ich glaube, es gibt ganz viele Akteure, die ganz viele unterschiedliche Kompetenzen, Eignungen und Neigungen haben. Es ist genau meine Aufgabe, diese Klaviatur so zu steuern, dass jeder entsprechend eben dieser Kompetenzen eingesetzt wird. Ein Event über eine Woche wie die Handball-WM ist zwar nicht vergleichbar mit einer Saison. Aber natürlich hilft das.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Andreas Friebel, rbb Sport. Es handelt sich um eine redigierte Fassung. Das Gespräch hören Sie auch beim Klick auf den Play-Button im Titelbild.

Sendung: Inforadio, 07.01.2109, 10:15 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Und mehr als Beleidigung kommt bei Bohne nie. Jeder hat eben einen anderen Sinn des Lebens.

  2. 3.

    Die Kommentare von @Bohne sind nicht nur peinlich, sondern verstoßen eigentlich auch gegen die Kommentarregeln von Netiquette !!

  3. 2.

    Bohne, woher kommt dieser Groll gegenüber einer ganzen Region? Bei allen möglichen Themen zur Lausitz äußern Sie sich mit Freude herablassend. Ich habe immer gedacht, solch böses Kapitel hat unsere Gesellschaft überwunden. Dieses Verhalten ist dunkel. Meinen vielen guten Freunden in der Lausitz muss ich mich gegenüber schämen. Sonst steht als Ort bei Ihnen immer Berlin. Bitte um Antwort Bohne.

  4. 1.

    Wir wollen.... lustig.
    Vermutlich möchte der nette Herr auch große Sponsoren und angenehme Fans. Gibt es aber in der dunklen Lausitz nicht.

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