Simon Geschke
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Video: rbb UM6 | 20.01.2020 | Jörg Hellwig | Bild: imago images / Sirotti

Geschke vor australischer Tour Down Under - "Ich habe das nicht so schlimm erlebt wie erwartet"

Der Berliner Radsportler Simon Geschke startet am Dienstag bei der Tour Down Under in die Saison. Das World-Tour-Radrennen führt durch den Süden Australiens, wo zuletzt verheerende Flammen wüteten. Auswirkungen auf das Rennen hat das nicht.

Cricket, Fußball, Tennis - zuletzt wurde mehrfach diskutiert, inwiefern Sportgroßereignisse in Australien trotz der verheerenden Feuer und verrauchten Luft stattfinden können und sollen. Zuletzt erreichte die Debatte auch den Radsport, denn die Tour Down Under ist einer Startpunkte der Saison.

Ganz so schlimm sei die Lage aber nicht mehr, berichtet der 33-jährige Berliner Simon Geschke rbb|24, der in Australien seinen Saisonstart absolviert: "Ich habe das nicht so schlimm erlebt wie erwartet. Ich habe auch die Augen offen gehalten und aus dem Flugzeug geschaut, ob man irgendwelche Brände sieht. Ich habe gar keine gesehen." Seine amerikanischen Kollegen vom polnischen Team CCC, die aus Richtung Osten angereist sind, hätten zwar eine Menge Rauchschwaden erblickt, doch vor Ort sind laut Geschke nur noch verkohlte Bäume zu sehen. "Hier ist schon wieder alles sehr gut auf Vordermann gebracht worden."

"Ziemlich beeindruckend im negativen Sinne"

Geschke berichtet, dass bei seiner Anreise am 5. Januar die Luftqualität noch mittelmäßig war und noch ein bisschen Rauch von den verbliebenen Bränden herüber geweht sei. "Die Gegenden, wo es gebrannt hat, haben wir schon gesehen, das war ziemlich beeindruckend im negativen Sinne, auch zerstörte Häuser natürlich." Der Radrennfahrer habe auch einen Ort besucht, an dem mehrere von den Flammen zerstörte Häuser zu sehen waren und auch eine Person ums Leben gekommen sei. "Die Feuerwehr hat aber sehr gute Arbeit geleistet, sodass es nicht schlimmer wurde", erzählt der Berliner weiter.

Rennleitung lässt Straßenabschnitte reparieren

Die Gegend rund um Adelaide, in der sich Geschke und Co. aktuell befinden, sei zum großen Teil von den Bränden verschont geblieben. Das Rennen sei dadurch gar nicht beeinflusst. Zerstörte Straßenabschnitte hat die Rennleitung längst reparieren lassen. Abgebrannte Bäume, die drohten, umzukippen, hat die Feuerwehr gefällt. "Die letzten zwei Tage hat es hier ja ausgiebig geregnet, das hat die Natur und die Menschen sehr gefreut," sagt Geschke.

Wetterextreme halten Australien in Atem

Seit Oktober 2019 wüten große Feuer in Australien - rund zwölf Millionen Hektar sind bisher niedergebrannt. Das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland. In Folge der Brände, die auf Rekordtemperaturen und Monate schwerer Dürre zurückzuführen sind, sind landesweit mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen.

Biologen schätzen, dass in ganz Australien mehr als eine Milliarde Säugetiere, Reptilien und Vögel in den Flammen verendet sind. Hinzu kämen kleinere Lebewesen wie Amphibien und Insekten.

Inzwischen haben die starken Regenfälle der vergangenen Wochen zwar bei den Löscharbeiten für Entlastung gesorgt - die gewaltigen Wassermassen sorgten allerdings für überflutete Straßenzüge und Stromausfälle. Besonders die Regionenen in den Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland seien zudem von heftigem Wind und schweren Gewittern betroffen.

Sendung: rbbum6, 20.01.2019, 18:00 Uhr

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