Albas Martin Hermannsson auf dem Weg zum Korb. / imago images/Camera 4
Audio: Inforadio | 06.02.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Camera 4

97:103-Niederlage gegen Madrid - Furiose Aufholjagd von Alba Berlin bleibt am Ende ungekrönt

Was für ein Kampf: Alba Berlin hat in der Euroleague gegen das Topteam Real Madrid nur denkbar knapp mit 97:103 (60:50) verloren. Zunächst sah es so aus, als würde der Basketball-Bundesligist hoffnungslos untergehen - doch es folgte ein furioser Zwischenspurt.

Zunächst schienen sie hoffnungslos unterzugehen, schnupperten dann an der Sensation - und mussten sich schlussendlich knapp geschlagen geben: Alba Berlin unterlag am Donnerstag in der Euroleague an einem großen Basketball-Abend vor 10.457 Zuschauern dem spanischen Rekordmeister Real Madrid mit 97:103 (60:50). Mit einer Bilanz von acht Siegen und 16 Niederlagen haben die Hauptstädter kaum noch Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale.

Zehnminütige Lehrstunde

Der spanische Meister sei in der Königsklasse "das Maß aller Dinge", hatte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi gesagt. Und genau das bekamen die Berliner von Beginn an zu spüren. Waren sie in der Euroleague - trotz zahlreicher Niederlagen - oft auf Augenhöhe gewesen, prallten im ersten Viertel zwei Basketball-Welten aufeinander.

Nur knapp fünf Minuten dauerte es, da führten die Königlichen bereits zweistellig (10:20). Die Offensive der Spanier machte mit großer Leichtigkeit, was immer sie wollte - und die Albatrosse waren nur staunende Zuschauer gegen die europäischen Topstars. So drohte es, früh am Abend richtig bitter zu werden, ja: Sie schienen unterzugehen. Nach acht Minuten lagen die Spanier mit zwanzig Punkten vorne - und am Ende des Viertels hatten die Gäste 41 (!) Punkte erzielt. Für die Berliner waren es 25. Eine Lehrstunde.

Es gleicht einem Basketball-Wunder

Was danach passierte, glich einem kleinen Basketball-Wunder. Denn Alba stoppte im zweiten Viertel nicht nur die madrilenische Punkteflut, sondern feierte ein furioses Comeback. Korb um Korb - und mit einem schnellen 13:0-Lauf - pirschten sie sich an die Gäste heran. Beim 48:47 gingen sie dann durch Landry Nnoko zum ersten Mal in der Partie sogar in Führung. Die Arena am Ostbahnhof schwankte zwischen Ungläubigkeit und Ekstase.

Und einmal in Schwung, machten die Albatrosse weiter und weiter. Mit 35:9 spielten sie die Spanier an die Wand, die völlig den Faden verloren hatten. Es war wohl das die beste Spielphase, die die Berliner in dieser gesamten Euroleague-Saison zeigten. Ein Viertel wie ein Meisterstück in der Königsklasse. 60:50 führte das Team von Aito Garcia Reneses zur Pause, hatte binnen zehn Minuten aus einem 16-Punkte-Rückstand einen 10-Punkte-Vorsprung gemacht - und das gegen das königliche Klasse-Team, die Crème de la Crème Europas.

Madrid fängt sich

Doch die Spanier fingen sich. Und machten im dritten Viertel da weiter, wo sie im ersten aufgehört hatten - so als hätte es das Desaster dazwischen gar nicht gegeben. Der Ausgleich fiel, es stand wieder 68:68. Nun waren es die Albatrosse, denen im gesamten Spielabschnitt gerade einmal elf Punkte gelangen. Die Folge? Ein 71:79-Rückstand.

Das spanische Spitzenteam schien nun wieder alles im Griff zu haben und baute im Schlussviertel den Vorsprung schnell bis auf 15 Punkte aus. Doch Alba wäre nicht Alba - allgemein und an diesem Abend erst recht - wenn sie sich nicht noch einmal zurückgekämpft hätten. Spätestens ein Doppel-Dreier von Youngster Jonas Mattisseck ließ die Berliner wieder vorsichtig hoffen. Gut zwei Minuten vor Schluss fehlten dann nur noch sechs Punkte auf Madrid. Es schien noch einmal der ganz große Coup möglich. Doch am Ende reichte es nicht mehr ganz.

Sendung: rbb24, 06.02.2020, 21:45 Uhr

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