Alba-Coach Aito Garcia Reneses. / imago images/Andreas Gora
Audio: Inforadio | 14.02.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Andreas Gora

Alba Berlin vor dem Pokalfinale - Aller guten Dinge sind sechs

Alba Berlin scheint mit einem Fluch belegt zu sein. Unter Trainer Aito Garcia Reneses standen die Albatrosse in den letzten zwei Jahren in fünf Endspielen. Keines konnten sie gewinnen. Am Sonntag steht Finale Nummer sechs an. Von Jakob Rüger

Seit 1973 steht Aito Garcia Reneses an der Seitenlinie. Der Spanier hat im europäischen Basketball alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nur in Deutschland will das mit den Pokalen nicht so recht klappen. Mit attraktivem Basketball hat Aito Alba Berlin in den letzten 30 Monaten in die Endspiele im Eurocup, im Pokal und in der Meisterschaft geführt. Gejubelt haben am Ende immer andere. Der ehemalige Serienmeister sehnt sich nach einer Trophäe unter seinem spanischen Lehrmeister. 

Ein neues Titelbanner für die Halle

"Wir wollen nach einem Titel greifen und uns etwas unter die Hallendecke hängen", stellt Alba-Kapitän Niels Giffey klar. "Die letzten zweieinhalb Jahre waren extrem erfolgreich. Wir haben viele Spiele gewonnen und die Qualität im Team erhöht, aber was noch fehlt ist ein Titel." Pokale, darum geht es im Spitzensport. In der Arena am Ostbahnhof hängen bei Heimspielen die großen Banner, die an Albas vergangene Erfolge erinnern. Neun mal haben die Albatrosse den Pokal gewonnen, zuletzt 2016.

Albas Manager Marco Baldi ist sich sicher, dass in diesem Jahr ein weiterer Titel dazu kommt. "Das Team ist jetzt im dritten Jahr fast identisch zusammen. Nun kommt das sechste Endspiel, die brennen darauf dieses Finale zu gewinnen." Die Albatrosse setzen auf ihren Heimvorteil, der fast nicht zustande gekommen wäre. Nachdem das Los den Berlinern ein Heimspiel im Finale beschert hatte, begann die Suche nach einer Spielstätte. Die Arena am Ostbahnhof war mit Eishockey belegt, die Max-Schmeling-Halle mit Handball.

Auf Kufen folgen Körbe

Am Ende wurde eine Lösung gefunden, die ein Novum in der Berliner Sportgeschichte darstellt. Erstmals finden ein Eishockey- und ein Basketballspiel an einem Tag in der selben Halle statt. Nach dem Spiel der Eisbären am Sonntagmittag gegen Mannheim wird die Arena in Rekordzeit für das Basketball-Pokalfinale umgebaut. Trotz der späten Anfangszeit um 20:30 Uhr begleiten rund 1.300 Oldenburger Fans ihr Team in die Hauptstadt. 

Nach den beiden Ligapartien steht es 1:1. Wir wissen, wie sie agieren und müssen unseren Stil spielen, das ist der Schlüssel.

Marcus Eriksson

Die Generalprobe des Finalspiels ging aus Alba-Sicht allerdings schon daneben. Vor rund zwei Wochen verloren die Berliner ihr Bundesliga-Auswärtsspiel in Oldenburg knapp mit 88:93. Für Marcus Eriksson eine lehrreiche Pleite, er ist einer der wenigen Spieler, der noch kein Finale mit Alba gespielt hat. "Es ist am Sonntag ein ganz anderes Spiel", sagt Albas schwedischer Flügelspieler. "Nach den beiden Ligapartien steht es 1:1. Wir wissen, wie sie agieren und müssen unseren Stil spielen, das ist der Schlüssel."

Zwei Basketball-Stile prallen aufeinander

Oldenburg pflegt einen langsamen, kontrollierten Basketball. Die Albatrosse spielen hingegen schnell und aggressiv. Es treffen zwei Basketball-Stile aufeinander. Für die Berliner gilt es vor allem, Oldenburgs Routinier Rickey Paulding in den Griff zu kriegen. Der 37-jährige US-Amerikaner hat mehr als 500 Spiele für die Oldenburger absolviert und führte sie 2015 zu ihrem letzten Titel, einem Pokalsieg in eigener Halle gegen Bamberg. 

Anders als die Oldenburger hat Alba Berlin mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Tim Schneider fehlt definitiv. Bei Center Johannes Thiemann, Flügelspieler Kenneth Ogbe und Aufbauspieler Makai Mason ist ein Einsatz noch nicht sicher. Für das Berliner Euroleague-Team keine neue Situation, beschwichtigt Manager Baldi. "Wir hatten so viele Ausfälle und Probleme, wir mussten nur improvisieren, und dafür sind wir echt nah am Optimum." Was jetzt noch fehlt ist der erste Titel mit Cheftrainer Aito Garcia Reneses.

Sendung: Inforadio, 16.02.2020, 20:30 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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