Alba Berlin bejubelt den Pokaltriumph. / imago images/Contrast
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Video: ARD Morgenmagazin | 17.02.2020 | Birgit Hofmann | Bild: imago images/Contrast

89:67 gegen Oldenburg - Finalfluch beendet: Alba Berlin ist deutscher Pokalsieger

Aller guten Dinge sind sechs! Alba Berlin hat sich gegen Oldenburg mit 89:67 durchgesetzt und ist deutscher Basketball-Pokalsieger. Nach fünf Endspiel-Niederlagen endet damit der Finalfluch. Entscheidend ist eine klare Leistungssteigerung nach der Pause.

Um 22:38 Uhr sprüht das Konfetti aus den Kanonen. Kapitän Niels Giffey reckt den Pokal in die Höhe - und die überglücklichen Teamkollegen jubeln ausgelassen in ihren blauen Pokalsieger-T-Shirts. Sie haben es geschafft. Endlich! Das 89:67 (40:43) gegen Oldenburg bedeutet den zehnten Triumph im deutschen Pokalwettbewerb für Alba Berlin. Der Rekord - bisher gehalten von Bayer 04 Leverkusen - ist damit eingestellt.

Baldi: "Das ist total wichtig auch für den weiteren Weg"

Gleichzeitig endet vor 14.614 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof damit ein Finaltrauma. Immer wieder haben es die Albatrosse in der zweieinhalbjährigen Ära von Coach Aito Garcia Reneses mit begeisterndem Basketball in Endspiele geschafft - immer wieder haben sie verloren. Insgesamt fünf (!) Mal in Meisterschaft, Pokal und Eurocup.

Das ist nun Geschichte. Und sorgt für große Glückgefühle. Auch bei Marco Baldi. "Es ist toll. Ich freue mich für die jungen Spieler, die über Jahre immer in Finals standen, das auch schön fanden, aber gemerkt haben: 'Mensch, da bekommt man überhaupt keine Anerkennung für.' Nun haben sie sich diese Anerkennung geholt", sagt der Alba-Geschäftsführer im rbb-Interview - und: "Das ist total wichtig auch für den weiteren Weg."

Zunächst nicht im Flow

Es ist Landry Nnoko, der die ersten beiden Punkte für Alba erzielt - in einer Anfangsphase, in der sich die Berliner schwertun. Knapp sechs Minuten sind gespielt, da liegt Oldenburg mit 12:7 vorne. Das Team von Trainer Aito Garcia Reneses trifft nicht wirklich gut - gerade von außen fliegen die Bälle mal mehr, mal weniger weit am Korb vorbei.

Das ist fraglos ein Verdienst der Gäste-Defensive, die extrem hartnäckig verteidigt. Sie zerstört im - aus Oldenburger Sicht - besten Sinne. Aber so gut sie es machen, der einzige Grund für den offensiven Stotter-Start der Hausherren ist es nicht. Denn die Albatrosse scheitern in dieser Phase nicht selten auch an sich selbst. Aus vermeintlich eher unbedrängten Wurfpositionen hapert es an der Genauigkeit. Der Flow fehlt (noch).

Plötzlich treffen sie

Kein Zentimeter auf dem Parkett wird freiwillig abgegeben. Und manchmal wird es wild: So wie Sekunden vor Ende des zweiten Viertels, als Tyler Larson aus großer Distanz - ja: eigentlich unmöglicher Position - wirft. Und trifft. Es ist die 43:40-Pausenführung für Oldenburg. Alba ist damit eigentlich noch ganz gut bedient.

Im drittel Viertel sind dann gerade einmal gut zwei Minuten gespielt, als Mladen Drijencic die Auszeit nimmt. Und der Coach der Gäste hat allen Grund dazu. Er spürt: Alba kommt nun langsam ins Rollen. Stoppen kann er das mit seinem sechzigsekündigen Korrekturversuch nicht wirklich. Nun treffen die Berliner. Und die Halle - im Rekordtempo vom Eishockey- zum Basketball-Tempel umgebaut - tobt.

Am Ende wird's deutlich

Peyton Sivas erfolgreicher Dreier führt zum 49:46. Es ist die erste Alba-Führung überhaupt seit dem 7:5 nach knapp vier Minuten. Kurz darauf kommt der Litauer Rokas Giedraitis unaufhaltsam Richtung Korb geflogen und stopft den Ball hinein. Rumms. Da ist selbst im Gesicht des so erfahrenen 73-jährigen Grandseigneurs Aito auf der Alba-Bank ein kurzer Moment des anerkennenden Stauens zu erkennen.

Als Marcus Eriksson 17 Sekunden vor Ende des dritten Viertels aus der Mitteldistanz trifft, ist Alba langsam auf die Siegerstraße eingebogen. Sie führen zweistellig. Mit 25:8 (!) geht der dritte Abschnitt an die Berliner. "Es ist großartig. Wir sind mit viel Energie rausgekommen und haben unsere Würfe getroffen", sagt Alba-Spielmacher Peyton Siva zum entscheidenden Lauf nach der Pause bei Magenta-Sport. "Wir verbessern uns immer weiter. Als Team können wir viel erreichen."

Giffey: "Wir haben uns riesig danach gesehnt"

Nun zeigen die Berliner ihre basketballerische Überlegenheit. Und nun hat Oldenburg nur noch wenig entgegenzusetzen. Das Schlussviertel hat bereits etwas von einer vorgezogenen Pokalparty. Zwischen großer Erleichterung und riesiger Euphorie: Alba kann Titel!

"Wir haben uns so danach gesehnt", sagt Alba-Kapitän Niels Giffey im rbb-Interview. "Ich freue mich riesig, dass der Pokalsieg gerade in Berlin passiert ist. Dass wir es hier geschafft haben - und dass alle Leute, die so lange danach geächzt haben, dabei geblieben sind und weiter gearbeitet haben, das einfach genießen können." Kurz darauf geht er. In eine sicherlich lange Partynacht.

Sendung: ARD Morgenmagazin, 17.02.20, 05:30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Glückwunsch an Berlins echten Big City Club.

  2. 2.

    Tolles Spiel mit der hier beschriebenen wichtigen Leistungssteigerung durch taktische Änderung in der zweiten Hälfte. Vielleicht bester Moment war der Dunk von Giedraitis, der die Halle zum Explodieren und das Team auf die Siegerstraße brachte. Jetzt ist das Finaltrauma besiegt und es können weitere Titel folgen!

  3. 1.

    Glückwunsch Alba, ihr habt es wirklich verdient, nach viel harter Arbeit und leider auch immer wieder Pech in den letzten Jahren. Nun drücken wir die Daumen für den Rest der Saison und wünschen uns natürlich einen zweiten Finalsieg am Saisonende ...

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