Streifenwagen der Berliner Polizei mit Blaulicht (Quelle: imago-images)
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Nach A-Jugendspiel in Lichtenberg - Fußballer vom SC Borsigwalde beleidigt und schwer verletzt

Fremdenfeindliche Beleidigungen, Tritte gegen Kopf - und das alles von Fußballern gegen Fußballer. Nach einem Spiel zweier Jugendmannschaften in Berlin ermittelt die Polizei gegen Spieler von Sparta Lichtenberg.

Nach einem Fußballspiel zwischen den A-Jugendmannschaften vom SV Sparta Lichtenberg und dem SC Borsigwalde II in Berlin-Lichtenberg ist es laut Polizei zu einem gewalttätigen Übergriff gekommen. Dabei sollen Spieler der Gastmannschaft nach Ende des Spiels am Sonntagnachmittag beleidigt und angegriffen worden sein. Beide Vereine bestätigten eine entsprechende Meldung der Berliner Polizei.

Laut Polizei wurden zwei Spieler des SC Borsigwalde II attackiert. Nach Angaben von Gästetrainer Phillip Biskupski wurden drei seiner Spieler angegriffen, ein 19-Jähriger erlitt demnach ein Schädel-Hirn-Trauma.

Schädel-Hirn-Trauma nach Tritten gegen den Kopf

Wie die Polizei am Montag mitteilte, sollen zunächst Spieler des SC Borsigwalde II am Ausgang des Sportgeländes in der Fischerstraße fremdenfeindlich beleidigt worden sein. Die Gastspieler hätten kurz darauf das Sportgelände verlassen und seien dann über die Hauffstraße Richtung S-Bahnhof Nöldnerplatz gelaufen.

Nach bisherigen Ermittlungen habe dann in Höhe der Kaskelstraße Ecke Türrschmidtstraße ein 18-jähriger Spieler aus einer 15-köpfigen Gruppe heraus dem 19-Jährigen der Gastmannschaft das Handy aus der Hand geschlagen und mehrfach mit der Faust in das Gesicht geschlagen. Der Angegriffene sei gestürzt und soll dort von dem 18-Jährigen sowie einem weiteren derzeit noch unbekannten Mitspieler mehrfach gegen den Kopf getreten worden sein. Er erlitt dabei nach Angaben seines Vereins ein Schädel-Hirn-Trauma.

Ein weiterer 18-jähriger Spieler der Gastmannschaft soll zudem geschlagen worden sein; laut Polizei wurden ihm auch die Kopfhörer gestohlen. Die Polizei leiteten Strafermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung sowie Diebstahls ein.

Treffen von Sparta Lichtenberg und Polizei

Jan Meissner, Erster Vorsitzender von Lichtenbergs Fußballabteilung, sagte dazu dem rbb:  "Der Angriff hat nicht auf dem Sportgelände stattgefunden, deshalb haben wir bislang keine Informationen." Am Freitag sei ein Treffen mit der Polizei geplant. Während des Spiels habe es keine Anzeichen auf mögliche Übergriffe gegeben. Meissner berichtet von "üblichem pubertären Gequatsche".

Gästetrainer Phillip Biskupski zeigte sich am Montag schockiert von den Vorfällen: "Ich bin seit acht Jahren Trainer, es gibt immer mal wieder Vorfälle nach einem Spiel, aber in der Art habe ich das noch nicht mitbekommen: dass Spielern aufgelauert wird und die so zusammengeschlagen werden, ist heftig." Während des Spiels habe er nur "die üblichen Sprüche" mitbekommen, sagte Biskupski dem rbb. "Für ein Freundschaftsspiel war aber viel Feuer drin."

Sendung: rbb 88,8, 17.02.2020, 13 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Die Polizei ermittelt in den genannten Punkten. Das haben wir uns nicht ausgedacht.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

  2. 6.

    Lieber RBB! Abziehen - also Diebstahl mit Gewalt - ist Raub.

  3. 5.

    Da passiert nichts, die sind unbelehrbar. Wenn das Finanzamt sich mal den Sponsor ATB und Spartas Spieler als deren Angestellte näher anschaut, haben sie bestimmt einiges zutun. Spenden sollte man sich auch nicht verdeckt wieder erstatten lassen.

  4. 4.

    Während des Spiels habe es nur "die üblichen Sprüche" bzw. "übliches pubertäres Gequatsche" gegeben.
    Was muss man darunter verstehen?

  5. 3.

    Tolle Sportler, benehmen wie die Axt im Walde.
    Hoffentlich werden die Verantwortlichen kräftig bestraft.

  6. 2.

    Spielverbot für die ganze Mannschaft für ein Jahr. Eigentlich gehört der Verein aufgelöst, weil er solche Kriminelle bei sich spielen lässt.

  7. 1.

    Lebenslange Sperre. Unerträglich.

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