Jordan Torunarigha bejubelt sein Tor gegen Wolfsburg. Bild: imago/Camera 4
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Zu Hause gegen Mainz - Hertha setzt auf die 25

Hertha BSC beschäftigen vor dem Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 weiterhin die rassistischen Beschimpfungen gegen Jordan Torunarigha. Der Innenverteidiger sei aber "bereit" am Samstag auf dem Platz zu stehen, sagt Co-Trainer Alexander Nouri.

Hertha BSC könnte mit einem Sieg im Heimspiel gegen Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller machen. Mindestens acht Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze hätten die Herthaner dann - ein gutes Polster.

Das Hauptthema auf der Pressekonferenz vor dem Spiel war aber ein anderes: Es ging vor allem um Innenverteidiger Jordan Torunarigha und darum, wie er die Vorfälle aus dem Pokalspiel auf Schalke verarbeitet hat.

Hertha stellt sich geschlossen hinter Torunarigha

"Er ist bereit", sagte Co-Trainer Alexander Nouri gleich mehrfach auf die Fragen der Journalisten. Wie es dem 22-jährigen Torunarigha denn nun gehe, wollten sie wissen, nach den Beschimpfungen auf Schalke, seiner gelb-roten Karte und dem medialen Echo in den Tagen danach. Jürgen Klinsmann soll Torunarigha freigestellt haben, ob dieser in Mainz spielen will. Und auch die Mannschaft ließen die Diskussionen nicht kalt. "Klar war das ein Thema", gibt Nouri zu. Aber nochmal: "Jordan ist bereit." Hertha demonstriert in diesen Tagen Geschlossenheit. "Er weiß, dass der ganze Verein hinter ihm steht", so Nouri. Das dürfte bedeuten, dass Torunarigha auch am Samstag wieder zur Startelf der Herthaner gehören wird.

Es wäre erst der vierte Einsatz in Folge für Torunarigha und das ist etwas, was in den deutlich größeren Diskussionen und Berichten der letzten Tage fast unterging. Denn die Vorfälle auf Schalke fielen in eine Zeit, in der sich das Talent aus dem Hertha Nachwuchs sportlich endlich mal wieder in die Mannschaft gespielt hatte. "Er hat wirklich sehr, sehr gute Leistungen gebracht", stellte Nouri deshalb fest - sportlich hätte es also sowieso wenige Gründe für Nouri und seinen Chef Jürgen Klinsmann gegeben, nicht erneut auf die Nummer 25 zu setzen.  

Doppelspitze eine neue Option, Piatek gesetzt

Torunarighas Einsatz könnte dann aber auch bedeuten, dass Niklas Stark erneut weichen muss. Dann nämlich, wenn Hertha nicht wieder mit einer Dreierkette spielt, sondern zur Formation mit vier Verteidigern zurückkehrt. Nouri wollte sich diesbezüglich noch nicht festlegen. Das galt auch für die Frage, ob die Berliner vorne wieder mit zwei Stürmern, wie im Pokal, oder nur mit einem - wie zuletzt in der Liga - agieren wollen.

Gesetzt scheint in jedem Fall der Pole Krzysztof Piatek. Dass der millionenschwere Winterneuzugang aus Mailand im Pokal sein erstes Tor für Hertha geschossen hat, freut Nouri: "Das tut jedem Stürmer gut, sofort zu treffen." Insgesamt sieht der Co-Trainer Hertha offensiv wieder ein Stück weiter, die vor allem in der ersten Hälfte ansprechende Variante mit zwei Spitzen habe sein Team nun "im Repertoire". Ob sie im Spiel gegen die "taktisch sehr variablen" Mainzer auch zum Einsatz kommt, wollte Nouri lieber nicht verraten.

Fans planen Aktion für Torunarigha

Offiziell ist dafür die erwartete Zuschauerzahl: Mit rund 35.000 Menschen rechnen die Herthaner bei ungemütlichen Temperaturen im Olympiastadion. Von einem gut gefüllten Stadion zu sprechen, wäre also weit übertrieben, doch die Zuschauerränge könnten trotzdem für einen Hingucker sorgen. Herthas Fans riefen im Internet dazu auf, im Stadion A4-Blätter mit dem Namen "Torunarigha" und der Rückennummer "25" in die Höhe zu halten.

Auch der Verein werde sich eine Aktion überlegen, teilte Pressesprecher Marcus Jung mit und Alexander Nouri bekräftigte noch einmal - bewusst übertrieben: "Wir stehen vor, hinter und neben ihm. Alle sind bereit." Schließlich gilt es im Spiel gegen Mainz - abgesehen von allem anderen - auch sportlich ein Zeichen zu setzen.

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