Urs Fischer während eines Spiels seiner Mannschaft. Quelle: dpa/Friso Gentsch
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Union Berlin vor DFB-Pokal-Achtelfinale in Verl - Ein bisschen Regen, ein bisschen Regionalliga

Das letzte DFB-Pokal-Achtelfinale mit Unioner Beteiligung liegt sechs Jahre zurück. Um es dieses Mal ins Viertelfinale zu schaffen, müssen die Eisernen den robusten Regionalligisten Verl ausschalten. Und den Platzverhältnissen trotzen. Von Stephanie Baczyk

Christopher Trimmel grinst sein breitestes Grinsen. "Da haben Sie jetzt mit einem Österreicher die perfekte Person", flachst der Kapitän der 1. FC Union, vor sich eine Deutschlandkarte, in der Hand einen schwarzen Filzstift. Trimmel soll für den Fernsehvorbericht auf das Pokal-Achtelfinalduell gegen den Regionalligisten SC Verl spaßeshalber die Stadt Verl einzeichnen. Auch eine Art Spielvorbereitung. "Gut, dass ich die Bahnroute im Kopf habe", lacht er und malt seinen Kreis bedächtig am nordöstlichen Rand von Nordrhein-Westfalen.

Coach Urs Fischer geht sogar einen Schritt weiter. Der Schweizer war da. Letzten Freitag, als der SC Verl sein Ligaspiel gegen den SV Lippstadt bestritten hat. "Das ist eine Mannschaft, die sehr kompakt auf dem Feld steht, sei es defensiv wie offensiv", schildert er seine Beobachtungen. "Eine Mannschaft, die immer wieder versucht, den Gegner unter Druck zu setzen." Zwei favorisierte Teams hat Verl schon aus dem Pokal gekegelt – erst Bundesligist Augsburg, dann Zweitligist Holstein Kiel. "Du weißt eigentlich eines: Du hast Deine Möglichkeit in diesen 90 oder 120 Minuten oder im Elfmeterschießen, Dich für die nächste Runde zu qualifizieren."

Zurück nach Bad Driburg

Das letzte DFB-Pokal-Viertelfinale mit eiserner Beteiligung liegt einige Jahre zurück – damals, in der Saison 2000/01 schaffte es Union mit Profis wie Ronny Nikol und Tom Persich im Team sogar bis ins Endspiel, wo die Truppe letztlich dem FC Schalke 04 mit 0:2 unterlag. Der letzte Union-Profi im aktuellen Kader, der ein Pokal-Achtelfinale inklusive Pokal-Achtelfinal-Aus live und in Farbe auf dem Rasen erlebte, ist Michael Parensen – in der Spielzeit 2013/14 gegen den FC Kaiserslautern. Endstand: 0:3.

Für den Defensiv-Allrounder der Köpenicker ist die Partie gegen Verl eine besondere, er ist 50 Autominuten entfernt in Bad Driburg aufgewachsen. "In Ostwestfalen gibt es viele Fußballvereine und wir haben in der Jugend ein paarmal gegen Verl gespielt. Da waren viele ganz gute Jungs", erinnert sich der 33-Jährige. Im Stadion, der Sportclub-Arena, ist Parensen allerdings nie aufgelaufen. Das könnte sich am Mittwochabend ändern.

Rotation und schwierige Platzverhältnisse

Trainer Fischer wird seine Startelf nach dem 0:5 in Dortmund vermutlich auf einigen Positionen umbauen, gerade mit Blick auf das anstehende Bundesligamatch in Bremen am Samstag. Die Eisernen reisen mit 22, 23 Mann nach Verl – und von da aus über Bielefeld direkt weiter in den Norden. Der Plan steht, auch für das Pokalspiel. "Du musst die Einstellung hinbekommen", weiß Michael Parensen. "Du musst die Bedingungen annehmen, wie sie sind – dann kann es auch ein leichtes Spiel werden. Weil dann hast Du am Ende doch die größere individuelle Klasse. Das Entscheidende ist, dass Du es annimmst."

Die Reise nach Verl ist für die Profis des 1. FC Union irgendwo auch eine in die Vergangenheit. Das Stadion fasst etwas mehr als 5.000 Zuschauer, der Platz ist so richtig schön Regionalliga-like. "Das hat seinen Charme", hat Trainer Urs Fischer bei seinem Besuch vor Ort festgestellt. "Und die Platzverhältnisse? Also im Spiel gegen Lippstadt waren die nicht so einfach, obwohl der Platz auch Fußball zuließ. Was ich gehört habe: Dass es jetzt doch auch die ganze Zeit geregnet hat. Also die Platzverhältnisse werden entsprechend schwierig sein."

Kontaktmann: Bruder Parensen

Fischer mahnt, "sich darauf einzustellen", Kapitän Trimmel appelliert an die "richtige Einstellung". Und Michael Parensen? Der weiß, was da in Verl auf Union zukommt. "Ich habe das Glück, dass mein Bruder lange Zeit in Lippstadt gespielt – und auch so noch ganz guten Kontakt nach Verl hat", erzählt er mit einem Schmunzeln. "Mit dem Sergej Schmik. Der ist da so ein bisschen der spielende Co-Trainer vor Ort und hat mit meinem Bruder zusammengespielt. Da bin ich so ein bisschen informiert."

Was alle Profis der Eisernen wissen: Dass das Duell gegen sie für das Team aus Verl eines der Highlights dieser Saison ist. "Aber das Schöne ist ja: Wir Unioner wissen, wo wir herkommen", sagt Parensen und meint: Unterschätzen werden die Köpenicker den Regionalligisten nicht.

Sendung: rbbUM6, 04.02.2020

Beitrag von Stephanie Baczyk

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