Unioner Sebastian Andersson jubelt (Quelle: imago images/Bernd König)
Audio: Inforadio | 12.02.2020 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Bernd König

Interview | Union-Stürmer Sebastian Andersson - "Es fühlt sich im Moment richtig an"

Stürmer Sebastian Andersson hat gerade seinen Vertrag bei Union Berlin verlängert. Im rbb|24-Interview verrät er, warum er in Berlin bleiben will und wie er mit seiner aktuellen Tor-Flaute umgeht. Eine Neuigkeit ist dagegen an ihm vorbeigezogen.

rbb|24: Herr Andersson, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Vertragsverlängerung. War es für Sie eine schwierige Entscheidung, weiterhin "Ja" zu Union zu sagen? Wie lange haben Sie darüber nachgedacht?

Sebastian Andersson: Wir haben darüber schon seit letztem Jahr gesprochen, es waren also einige Monate. Am Ende war es keine besonders schwere Entscheidung. Ich möchte jetzt nicht zu sehr in die Vertragsdetails gehen, aber es war am Ende nicht schwer.

Sie spielen eine wirklich gute Saison bisher. Es gab sicherlich einige Vereine, die an Ihnen interessiert waren. Warum haben Sie sich dennoch für Union entschieden?

Der entscheidende Punkt ist, wir sind gerade erst hergekommen. Und es ist das erste Mal, dass der Verein in der Bundesliga spielt. Alles ist noch neu, deshalb habe ich nicht das Gefühl, dass ich etwas verändern muss. Es herrscht eine gute Atmosphäre rund um den Klub. Und wir schreiben Geschichte, das ist neu. Ich bin in den letzten acht oder neun Jahren sechs oder sieben Mal umgezogen. Das war wirklich viel. Und natürlich gefällt es mir sehr hier in Berlin und bei diesem Verein. Es fühlt sich im Moment richtig an.

Sie haben in dieser Saison schon acht Mal getroffen, zuletzt im Dezember gegen Köln. Denken Sie, dass die anderen Teams in der Bundesliga Sie nach der Hinrunde besonders ins Visier genommen haben?

Ich weiß es nicht genau. Es gab eine Phase, in der wir nicht so viele Torchancen kreiert haben, das frustriert einen natürlich ein bisschen. Ich kann nicht sagen, ob die Gegner mehr auf mich schauen. Aber als Stürmer hat man diese Phasen, in denen man nicht trifft. Das muss man akzeptieren, sonst killt das deinen Kopf. Man kann nicht immer Tore schießen. Ich bin zwar so eine lange Phase nicht gewöhnt, aber es wird wieder klappen.

Denken Sie sehr viel darüber nach?

Im Moment nicht. Wir haben unser letztes Spiel gewonnen, das hat mir sehr geholfen. Das war ein sehr wichtiges Spiel. Aber mein größtes Ziel ist, dass wir den Klassenerhalt schaffen und nicht, dass ich Tore schieße. Natürlich ist das ein Teil davon, aber der Klassenerhalt ist wichtiger.

Urs Fischer hat gesagt, dass Union im Spiel gegen Bremen reifer und erwachsener wirkte. Würden Sie das unterschreiben?

Ich denke, taktisch haben wir das wirklich gut gemacht. Unser Plan war es, kompakt zu stehen und sie bei Fehlern zu bestrafen. Wir haben uns nicht dadurch verrückt machen lassen, dass sie so viel Ballbesitz hatten. Wir haben darauf vertraut, dass wir unsere Chancen bekommen werden. Es hat vielleicht nicht sehr viel Spaß gemacht, sich die erste Halbzeit anzusehen, aber die zweite Halbzeit war dann besser.

Haben Sie sich die Tabelle angeschaut nach dem letzten Wochenende? 

Ja, ich habe mir die Tabelle nach dem Spiel gegen Bremen angesehen. Ich denke, es sieht gerade wirklich gut aus. Aber ich weiß natürlich auch, dass sich das sehr schnell wieder ändern kann. Zwei, drei Spiele und alles kann anders aussehen. Aber im Moment fühlt es sich sehr gut an. Das letzte Spiel gegen Bremen war meiner Meinung nach ein Sechs-Punkte-Spiel, weil sie auch in der unteren Region sind. Jetzt haben wir eine etwas größern Anstand nach unten, das fühlt sich sehr gut an.

Aktuell sind es neun Punkte. Was bedeuten die zum jetzigen Zeitpunkt?

Sie könnten am Ende der Saison den Unterschied machen. Vielleicht haben wir im Mai weniger als neun Punkte Vorsprung, das weiß man nicht. Aber dieses Spiel gegen Bremen, diese drei Punkte könnten sich am Ende noch als sehr wichtig herausstellen.

Schauen wir mal auf das nächste Spiel zu Hause gegen Leverkusen. Bayer ist ja auch Unions Gegner im Viertelfinale des DFB-Pokals...

Ach wirklich?

Ja, wussten Sie das nicht?

Nein, das habe ich nicht gewusst. (lacht)

Herzlichen Glückwunsch, dann ist das jetzt neu für Sie. Bei jeder Auslosung im DFB-Pokal hoffen alle hier bei Union auf ein Heimspiel. Jetzt ist es wieder ein Auswärtsspiel, wie denken Sie darüber?

Ich fange langsam an zu denken, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht (lacht). Seitdem ich in Berlin bin, war jedes Pokalspiel ein Auswärtsspiel. Ich verstehe das nicht, das ist verrückt. In Leverkusen zu spielen ist eines der schwierigsten Spiele, die man auswärts bestreiten kann. Das waren jetzt keine guten Neuigkeiten.

Am Samstag werden Sie in der Bundesliga aber zu Hause gegen Leverkusen spielen. Was für ein Spiel erwarten Sie da?

Das werden wir sehen. Hier in Berlin, in unserem Stadion, kann immer alles passieren. Sie werden sehr viel Ballbesitz haben. Zumindest war es immer so in den Spielen, die ich von ihnen gesehen habe. Aber ich denke und hoffe, dass wir sie ein bisschen überraschen können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Stephanie Baczyk, rbb Sport. Es handelt sich um eine redigierte und gekürzte Fassung.

Sendung: Inforadio, 12.02.2020, 8:15 Uhr

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