Michael Parensen bedankt sich nach einem SPiel bei den Fans. Quelle: imago images/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 04.02.2020 | Interview mit Michael Parensen | Bild: imago images/Matthias Koch

Interview | Union-Verteidiger Michael Parensen - "Wir kommen als Favorit, das haben wir in der Liga nicht so oft"

Nach dem Auftritt vor 80.000 Fans in Dortmund wartet am Mittwoch das Kontrastprogramm auf Union Berlin. Bei Regionalligist SC Verl spielen die Köpenicker vor deutlich kleinerer Kulisse um den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale. Michael Parensen kennt den Gegner gut.

rbb|24: Michael Parensen, Sie sind in Bad Driburg aufgewachsen. Das liegt 50 Autominuten entfernt von Verl, ihrem Gegner im Achtelfinale des DFB-Pokals. Hatten Sie, vielleicht gerade in der Jugend, ein paar Berührungspunkte mit dem SC Verl?

Parensen: Schon einige. In Ostwestfalen gibt es viele Fußballvereine. In der Jugend haben wir aber durchaus ein paar Mal gegen den SC Verl gespielt - es war einer der größeren Klubs in unserer Umgebung. Sie hatten damals viele gute Jungs bei sich im Verein, mit denen ich in der Landesauswahl gespielt habe. Daher kenne ich Verl ganz gut, das Stadion an sich aber noch nicht - da habe ich noch nicht gespielt.

Sie haben bereits über alte Mitspieler von damals gesprochen. Mit wem haben Sie noch Kontakt und wen konnten Sie vor dem DFB-Pokalspiel vielleicht auch als Informanten nutzen? Die Vorbereitung auf einen so kleinen Verein ist ja immer ein bisschen schwieriger.

Für Verl ist es natürlich ein absolutes Highlight. Ich habe das Glück, dass mein Bruder lange Zeit in Lippstadt gespielt hat. Die sind ein direkter Konkurrent des SC Verl und er hat auch so ganz guten Kontakt zum Verein. Mit Sergej Schmik haben sie einen spielenden Co-Trainer, mit dem mein Bruder zusammengespielt hat. Daher bin ich ein bisschen informiert, habe mir aber keine Spiele angeguckt. Die Aufstellungen der letzten Wochen habe ich mir aber angeschaut und bin auch sonst in der Regionalliga West ganz ordentlich informiert.

Was kommt also auf den 1. FC Union zu?

Verl ist eine Mannschaft, die mit totaler Leidenschaft spielt und in den letzten Jahren gut zusammengewachsen ist. In der Vergangenheit haben sie in der Regionalliga immer eine gute Rolle gespielt. Natürlich werden sie in so einem Pokalspiel alles reinhauen. In dem kleinen Stadion wird eine spezielle Stimmung herrschen, zudem wird es ein bisschen dunkler sein als die Stadien in der Bundesliga. Insofern wird es eine besondere Atmosphäre, auf die wir uns einstellen müssen.

Urs Fischer hat in der Pressekonferenz gesagt, dass er sich ein bisschen informiert hat und gesehen hat, dass die Platzverhältnisse schon im letzten Spiel gegen Lippstadt nicht optimal waren. Jetzt soll es bis zum Pokalspiel auch noch regnen. Ist das für euch Spieler auch ein bisschen der Weg zurück zu den Wurzeln? Es sind schließlich andere Bedingungen als in der Bundesliga.

Absolut. Das Schöne ist aber, dass wir Unioner schon wissen, wo wir herkommen. Vor nicht allzu langer Zeit haben wir unter ähnlichen Bedingungen gespielt. Also ist es für uns nicht komplett neu. Natürlich sind wir jetzt in der Bundesliga angekommen und spielen unter anderen Bedingungen. Jeder Fußballer hat aber in einem kleineren Verein in den unteren Ligen angefangen und weiß daher, worum es geht.

Wie schwer ist es trotzdem umzuschalten? Am Wochenende hat Union vor 80.000 Zuschauern in Dortmund gespielt, in Verl sind es kaum mehr als 5.000 Fans.

Wir tun gut daran, die Spiele nicht miteinander zu vergleichen. Es ist einfach etwas komplett anderes. Wir haben aber auch gesehen, dass wir in Dortmund vielleicht ein bisschen zu viel Respekt und so auch unsere Probleme hatten. Jetzt kommen wir als Favorit, das haben wir in der Bundesliga nicht so oft. Dort können wir in der Regel immer nur überraschen, was uns ja auch gelungen ist. Im Pokal waren wir in der ersten Runde aber auch schon in der Favoritenrolle. Wir wissen, was auf uns zukommt und ich denke nicht, dass uns das Umschalten schwerfallen wird.

Haben Sie die Kollegen denn schon vorbereitet? Schließlich sind Sie der einzige Spieler im Kader, der mit Union schon mal im Achtelfinale gespielt hat – in der Saison 2013/14 gegen Kaiserslautern.

Das stimmt. Damals hatten wir eine gute Zeit im DFB-Pokal, haben dann allerdings Zuhause deutlich mit 0:3 verloren. Wir hatten damals gegen eine gute Lauterer Mannschaft keine Chance. Ich muss da aber niemanden vorbereiten, viele von den Jungs haben dann doch noch ein bisschen mehr Erfahrung im DFB-Pokal.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Stephanie Baczyk, rbb Sport. Es handelt sich um eine redigierte und gekürzte Fassung. Eine Audio-Version hören Sie beim Klick auf den Play-Button im Titelbild.

Sendung: rbbUM6, 03.02.20, 18:00 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das Schöne ist aber, dass wir Unioner schon wissen, wo wir herkommen.
    Applaus! Ganz brav den Union-Sprech auswendig gelernt und angewendet.
    Ihr seid zu gut um wahr zu sein!!

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