Urs Fischer bei einem Spiel von Union Berlin. Quelle: imago images/Nordphoto
Audio: Inforadio | 09.02.20 | 16:14 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Nordphoto

Urs Fischer nach Sieg in Bremen - "Die Mannschaft hat den Plan toll umgesetzt"

Union-Trainer Urs Fischer zeigt sich nach dem Sieg in Bremen hochzufrieden mit der Leistung seines Teams. Im Interview erklärt er, was Matchwinner Bülter auszeichnet, und warum sich Union trotz des gewachsenen Vorsprungs auf die Abstiegsränge nicht zu sicher fühlen darf.

2:0 hat der 1. FC Union am Samstag gegen Bremen gewonnen - die Abstiegsplätze liegen dadurch in weiter Ferne. Trainer Urs Fischer sieht sein Team aber noch lange nicht am Ende des Weges angekommen.

rbb|24: Urs Fischer, eine Bundesliga-Saison ist verdammt lang und anstrengend, vielleicht ähnlich einer Bergwanderung. An welcher Stelle befindet sich Union Berlin, wenn der Gipfel im übertragenen Sinn für den Nichtabstieg steht?

Urs Fischer: Immer noch auf dem Weg zum Gipfel (schmunzelt). Daran hat sich nichts geändert, es sind immer noch 13 Spiele, die anstehen. Das sind 13 sehr wichtige Partien für uns - dazu kommt noch ein Pokalspiel. Daher sind wir weiterhin auf dem Weg.

Die Mannschaft macht allerdings einen sehr gefestigten Eindruck. Niemand befürchtet wirklich ernsthaft einen Absturz.

Das ist eine Momentaufnahme. Nach dem Spiel in Dortmund war die Antwort am letzten Mittwoch im Pokal gegen Verl wichtig. Das war für mich schon eine schwierige Aufgabe, die wir zum Schluss gut gelöst haben. Wir haben nicht viel zugelassen und uns für die nächste Runde qualifiziert. Das hat uns für die Aufgabe gegen Bremen nochmal das nötige Selbstvertrauen gegeben. Dort hat die Mannschaft den Plan dann wirklich toll umgesetzt.

Sie sprechen das schnelle Umschaltspiel, die schönen Konter und die effektiven Torabschlüsse an. Welche Rolle spielt Marius Bülter in dieser Konstellation?

Natürlich spielt Marius gerade im Umschaltspiel eine große Rolle. Er hat eine tolle Geschwindigkeit, eine gute Technik und traut sich, in die Eins-gegen-eins-Situationen und in den Strafraum zu gehen. Es braucht aber zunächst einmal die Arbeit gegen den Ball, um diesen zu erobern. Das bedeutet, dass die Mannschaft organisiert stehen muss. Sebastian Andersson hat den Ball beim Tor zum 1:0 gut behauptet, fortgesetzt wurde der Angriff über Yunus Malli, der toll aufgedreht hat. Dann macht Christopher Lenz den Lauf in die Tiefe und Bülter ist der letzte, der den Ball berührt. Es braucht also mehrere Dinge, die zusammenpassen müssen, um ein solches Tor zu schießen.

Bei Marius Bülter hat man immer das Gefühl, dass er zwei Gesichter hat. Wenn er nach Toren jubelt, sieht er aus wie ein Rockstar. Abseits des Platzes wirkt er eher zurückhaltend. Was zeichnet ihn aus?

Das ist gut beschrieben. Auf dem Platz explodiert er, hat neben dem Feld aber eine gewisse Ruhe. Es ist sehr angenehm, er ist sehr akzeptiert innerhalb der Mannschaft. Auf dem Platz ist er sehr zielstrebig, gerade wenn es in Richtung Tor geht (schmunzelt).

Vor eineinhalb Jahren hat er noch in der Regionalliga gespielt. Eine solche Entwicklung ist schon außergewöhnlich, oder?

Das ist richtig. Wir müssen behutsam mit ihm umgehen, für ihn ist es schon sehr schnell gegangen. Er kann das aber auch schon gut einschätzen, weil er eben abseits des Platzes eine eher ruhige Person ist. Er reflektiert ständig und macht sich Gedanken. Auch von unserer Seite ist die Unterstützung da.

Haben Sie Oliver Ruhnert schon daran erinnert, dass Marius Bülter nur ausgeliehen ist?

(Lacht.) Wir sind uns bewusst, was wir an ihm haben. Wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir das tun. Das sind aber eigentlich Dinge, die Olli kommunizieren soll und nicht ich.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dietmar Teige, rbb Sport. Es handelt sich um eine redigierte Fassung.

Sendung: rbbUM6, 09.02.20, 18:00 Uhr

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