Hertha-Neuzugang Matheus Cunha lacht. (Quelle: imago images/Metodi Popow)
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Hertha-Neuzugang Matheus Cunha - "Ich möchte meine eigene Geschichte schreiben"

Er ist schnell, treffsicher und verbreitet viel (Spiel-)Freude: Hertha-Neuzugang Matheus Cunha stellte bereits bei seinem Debüt in Paderborn seine Klasse unter Beweis. Fußball mache ihn glücklich, sagt der 20-Jährige. Und Herthas Trainer gerät richtig ins Schwärmen.

Nach dem Training am Dienstagmittag sitzen dutzende Journalisten im Presseraum. Die Aufnahmegeräte schon vor dem einzig leeren Platz am Tischende drappiert, die Augen zur Tür gerichtet. Alles wartet auf ihn: Matheus Cunha. Wenige Augenblicke später stellt sich der Brasilianer mit einem breiten Lächeln vor, begrüßt jeden einzelnen herzlich mit festem Händedruck.

"Fußball ist mein Leben"

Hertha BSC ist mit seinem südamerikanischen Winter-Neuzugang ein Coup gelungen - in sportlicher als auch menschlicher Hinsicht. "Mein ganzes Leben ist voller Freude und Glück, weil ich Brasilianer bin. Ich bin einer, der immer fröhlich ist." Was sich für viele deutsche Gemüter realitätsfern anhören mag, ist für den 20-Jährigen Normalität.

Geboren in Joao Pessoa, der Hauptstadt des Bundesstaates Paraíba im Nordosten Brasiliens, entdeckte der Stürmer, wie viele andere Jungen auch, schon früh in der Kindheit seine Liebe zum Fußball. "Als Kind habe ich es kaum in der Schule ausgehalten. Machmal bin ich nach drei Minuten Unterricht auf das Feld nebenan gelaufen und wollte nur spielen. Ich liebe diesen Sport und ich übe ihn nicht aus, um Profi zu sein, sondern weil er mich glücklich macht. Fußball ist mein Leben."

Cunha als neuer Fixpunkt im Hertha-Sturm

Dieses Glück und diese Dankbarkeit transportiert der Neuzugang überall dort, wo er sich gerade aufhält. Egal, ob im Medienraum, in der Kabine oder auf dem Spielfeld. Eine Tatsache, von der auch Hertha-Trainer Alexander Nouri schwärmt: "Er freut sich auf jede Einheit und hat einfach ein positives Erscheinungsbild. In der Kabine verbreitet er Freude und wenn er das so auf den Platz bringt wie gegen Paderborn haben wir viel Spaß mit ihm."

Dank Cunhas Hacken-Schuss zum 2:1-Siegtreffer in Paderborn verschafften sich die Berliner im ersten Spiel nach dem denkwürdigen Rücktritt von Jürgen Klinsmann Luft im Abstiegskampf. Alexander Nouri sprach dem Brasilianer früh viel Vertrauen aus - stellte ihn gleich in der Startformation auf.

"Er ist ein unheimlich guter Techniker, der einen sehr guten Abschluss hat, laufstark ist, starke Tempo-Wechel draufhat und fürs ganze Team arbeitet." Mit dem Brasilianer haben die Berliner also eine neue Allzweckswaffe - für besondere Glanzmomente, aber auch für die harten, aufreibenden Spiele. Gemeinsam mit Neuzugang Krzysztof Piatek bildet er ab sofort das neue Sturm-Duo, das den Hauptstadtclub in den nächsten Jahren wieder zu glorreichen Europapokalabenden schießen soll.

Herthas 16. Brasilianer

Das Fundament für sein heutiges Spiel legte der 20-Jährige unter Trainer Julian Nagelsmann in Leipzig: effektives Gegenpressing, viele lange Wege antreten und schnelles, impulsives Umschaltspiel. Alles feste Bestandteile der RB-Philiosphie. "Die Zeit in Leipzig war für meine Entwicklung sehr wichtig, ich war echt glücklich da. Jetzt habe ich Erfahrung gesammelt und kann sie bei Hertha nutzen." Nach einem Jahr bei den Sachsen kam er auf Grund der starken offensiven Konkurrenz nicht wie gewünscht zum Einsatz - in 25 Bundesligapartien erzielte er zwei Treffer.

Dass Cunha eine Tormaschine sein kann, wenn er Spielzeit und Vertrauen bekommt, hat er kurz vor seinem Wechsel an die Spree bewiesen. Mit fünf Toren sicherte er seiner Selecao beim Olympia-Quali-Turnier fast im Alleingang das Ticket für die Sommerspiele in Tokio und wurde Torschützenkönig des Turniers.

Bei Hertha will er die Tradition brasilianischer Lieblinge (16. Brasilianer) wie Marcelinho, Alex Alves und Raffael fortsetzen, dabei aber eigene Akzente setzen. "Jeder Spieler hat seine eigene Geschichte. Ich weiß, was sie gemacht haben", sagte Cunha. "Ich möchte meine eigene Geschichte schreiben. Ich glaube fest daran."

Familie Cunha im Babyglück

Momentan arbeitet der Brasilianer schon abseits des Feldes an einer historischen (Familien-)Geschichte. Seine Freundin, Gabriela Nogueira, ist im siebten Monat schwanger: "Ich berühre immer ihren runden, großen Bauch und will wissen, was er gerade macht. Geht es ihm gut? Schläft er gerade?" [lacht] "Ich bin sehr, sehr glücklich, meine Familie ist mein Ein und Alles."

Derzeit berät sich das Paar darüber, wo genau Mini-Cunha geboren werden soll. Berlin steht auf der Liste der möglichen Geburtsorte ganz weit oben. Vielleicht gelingt das in Zukunft ja auch in der Bundesliga.

Sendung: rbbum6, 18.02.2020, 18:00 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Was für ein sympathischer Typ. Er kann Hertha nur gut tun und wird noch für manch positive Überraschung sorgen. Glückwunsch zu diesem Transfer!

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