Fans von Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei. / imago images/Camera 4
Audio: Inforadio | 14.02.2020 | 08:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Camera 4

Union erwartet Leverkusen - Home sweet home

Drei Mal musste der 1. FC Union zuletzt auswärts antreten. Nun steht endlich wieder ein Heimspiel auf dem Plan. 18 von 26 Punkten holten die Köpenicker bislang zuhause. Doch mit Leverkusen kommt am Samstag große Spielstärke ins Stadion an der Alten Försterei.

Es ist wieder soweit. Endlich. Und die Vorfreude ist groß. "Du spielst im eigenen Wohnzimmer", sagt Urs Fischer. Drei Mal musste der 1. FC Union zuletzt auswärts ran - nun ist für die Köpenicker gegen Leverkusen (Samstag, 15:30 Uhr) Heimspiel-Zeit in der kuscheligen Wohlfühl-Atmosphäre im Stadion an der Alten Försterei. "Da ist einiges möglich. Das muss unser Anspruch sein, das am Sonnabend abzurufen", sagt der Schweizer Trainer.

18 von 26 Punkten zuhause geholt

18 von 26 Punkten holten die Berliner bislang zuhause. Spitzenclubs wie Dortmund oder Gladbach bekamen die Heim-Wucht zu spüren. Und nun mit Leverkusen das nächste Team mit Champions-League-Ambitionen? "Die Mannschaft hat eine enorme Qualität. Sie kann unheimliche Geschwindigkeit mit dem Ball erzeugen, Situationen auch spielerisch lösen", sagt Fischer. Von daher werde es schwer. Ganz schwer. "Aber es ist eine Aufgabe, der wir uns stellen - und wir werden alles versuchen, um Punkte bei uns zu behalten."

Die Ansage ist klar: Respekt ja, aber bitte keine Angst. "Wir schauen auch auf unser Spiel. Ich glaube, das ist wichtig", sagt Fischer - und: "Es braucht Mut von unserer Seite, um dann aber auch gewisse Lösungen zu finden. Sonst wird's schwierig, ein Spiel zu gewinnen." Mauern alleine reicht nicht - es gilt: Verstecken verboten. Selbst wenn die Liste der Bayer-Qualitäten lang ist. Etwa die offensive Power, die der Gegner mit seinen Havertz', Vollands und Co. hat - und bei der selbst der BVB bei seiner 3:4-Pleite in Leverkusen zuletzt phasenweise nur hintergucken konnte. Zwölf Mal trafen die Rheinländer in den ersten vier Ligaspielen der Rückrunde.

Ruhe durch den Sieg in Bremen

Dass die Köpenicker dennoch relativ beruhigt in die Partie gehen können, liegt auch daran, dass ihnen in Bremen ein seltenes Kunststück gelang: Mit dem erst zweiten Auswärtssieg der Saison sicherten sich die Eisernen an der Weser die Punkte sechs, sieben und acht auf fremden Plätzen - und distanzierten ganz nebenbei einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Neun Zähler liegen aktuell zwischen Union und dem Relegationsplatz. "Das ist sehr, sehr wichtig für uns. Das kann uns keiner mehr nehmen", sagt Verteidiger Keven Schlotterbeck. "Es sieht gerade schön aus. Aber es kann auch schnell wieder nach hinten losgehen. So ist es nicht." 

Es sieht gerade schön aus. Aber es kann auch schnell wieder nach hinten losgehen. So ist es nicht.

Union-Verteidiger Keven Schlotterbeck

Und auch für einen pragmatischen Arbeiter wie Fischer ist das scheinbar üppige Polster kein Grund für überschwängliche Euphorie: "26 Punkte werden für den Ligaerhalt nicht reichen. Wir haben noch 13 Spiele, es gilt, so viele Punkte wie möglich zu sammeln." Dafür muss es besser laufen als im Hinspiel. Es war einer der wenigen Auftritt Unions in dieser Saison, bei dem sie wirklich ohne Chance waren. Zwar ging das Spiel am Ende nur mit 0:2 verloren - das war jedoch ein schmeichelhaftes Ergebnis. "Wir waren viel zu passiv im Gegenpressing und Defensivverbund. Sie haben uns damals einfach ausgespielt", sagt Schlotterbeck.

Schlotterbeck: "Wir können mit den Großen mithalten"

Doch es gab eben den einen entscheidenden Unterschied: An jenem Tag Ende September war es ein Auswärtsspiel. "Sie werden es hier nicht so leicht haben, weil die Kulisse hinter uns steht mit den 22.000 Leuten. Das wird ein harter Kampf", sagt der 22-Jährige und verweist auch auf die Entwicklung der Köpenicker: "Wir sind diesen Aufgaben jetzt gewachsen und können auch mit den Großen mithalten. Es wird schwierig für Leverkusen." Zuhause in Köpenick. Im Stadion an der Alten Försterei, wo sich der 1. FC Union so richtig wohlfühlt. Home sweet home.

Sendung: Inforadio, 14.02.2020, 08:15 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Auf gehts Unioner schießt ein Tor . . . mehr als Leverkusen. Im Pokalspiel könnt ihr sie dann auch gerne gewinnen lassen, Liga ist wichtiger! ;-)

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