Bob-Pilotin Mariama Jamanka (Quelle: imago images/Revierfoto)
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Video: 20.02.2020 | Interview mit Mariama Jamanka | Bild: imago images/Revierfoto

Interview | Berliner Bob-Pilotin Jamanka - "Man muss das Beste geben und kann sich auf nichts verlassen"

Als Titelverteidigerin geht Mariama Jamanka in die am Freitag beginnenden Bob-Weltmeisterschaften in Altenberg. Wie die Berlinerin ihre Chancen auf eine Medaille einschätzt, verrät sie im Interview.

rbb|24: Frau Jamanka, genau vor einem Jahr fanden die Bob-Weltmeisterschaften im kanadischen Whistler statt. Inwiefern ist das ein Ereignis, das vor der nächsten WM wieder ein Leuchten in Ihre Augen bringt?

Mariama Jamanka: Das ist natürlich eine mega Erinnerung. Man freut sich, wenn man daran zurückdenkt, weil man es trotz der Saison, die letztes Jahr stattgefunden hat, nicht so erwartet hat. Dass man dann auch noch mit einem Bahnrekord nach Hause geht, war nochmal das i-Tüpfelchen. Aber im Endeffekt hat man nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken. Man ist jetzt hier in Altenberg, hier gibt es genug vorzubereiten. Man muss jetzt an Freitag und Samstag denken.

Wie schwierig ist denn die Bahn in Altenberg?

Altenberg ist schwierig, das hat man, glaube ich, auch schon gestern im Training gesehen. Ich kann in Altenberg fahren und man kann hier sehr, sehr schön fahren. Aber wenn man an gewissen Stellen einen Fehler macht, kostet einen das unglaublich viel. Das darf nicht passieren - und genau das macht es auch so schwierig.

Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen werden ja immer vier Läufe gefahren, im Weltcup sind es nur zwei. Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil für Sie?

Ich finde es gut, dass man vier Läufe hat, weil man dadurch diesen Zufallsmoment ein bisschen reduziert. Es geht dann mehr um die Konstanz, die man beim Fahren entwickeln kann. Klar ist es viel anstrengender, wenn man zwei Wettkampftage so kurz hintereinander hat. Man muss das Material präparieren und hat einen zweiten Wettkampftag, obwohl man vom ersten noch müde und kaputt ist. Aber ich finde, das macht auch das Feeling für eine Weltmeisterschaft oder die Spiele aus. Deshalb freue ich mich eigentlich über die vier Läufe.

Die letzten großen Siege, die man bei den Frauen erringen konnte, haben Sie alle geholt. Hilft es zu wissen, dass Sie das die letzten Male immer hinbekommen haben?

Tatsächlich nicht, muss ich sagen. Ich finde, jeder Wettkampf und jede Saison ist einzigartig. Nur weil ich die letzten zwei Großereignisse gewonnen habe, gehe ich nicht automatisch davon aus, dass ich auch hier vorne mit dabei bin. Man muss reingehen und sagen: Es kann alles passieren. Wir haben ein recht starkes Feld von vielen Fahrerinnen, die vorne mitfahren können. Von daher kann man vorher nicht wissen, was passiert. Man muss das Beste geben und kann sich einfach auf nichts verlassen.

Wie schwer macht es die Anwesenheit von Kaillie Humphries in diesem Jahr Weltmeisterin zu werden?

Sehr schwer. Kaillie ist diejenige, die hier den offiziellen Bahnrekord hält. Bis auf die letzte Saison hat sie hier, glaube ich, die letzten vier oder fünf Weltcups gewonnen. Deshalb ist sie natürlich ganz klar eine Favoritin. Es ist schön, dass sie wieder da ist (Humphries hatte nach einem Streit mit dem kanadischen Verband eine Pause eingelegt und startet jetzt für die USA, Anm. d. Red.) und man sich wirklich wieder mit den Besten messen kann. Das war letztes Jahr in Whistler natürlich irgendwo noch ein Faktor, der vielleicht noch gefehlt hat. Wir schauen einfach mal was sie kann und was wir können und wer dann am Ende vorne ist.

Mit welchen Hoffnungen gehen Sie denn persönlich in diese WM?

Das ist ganz schwierig zu sagen. Natürlich wollen wir eigentlich wieder vorne mitfahren. Man muss nach der Saison sagen: Es gibt viele, die vorne mitfahren wollen und auch können. Eine Medaille wäre auf jeden Fall sehr, sehr schön. Ich werde am Wochenende sehen, wo wir wirklich stehen. Das ist im Training immer schwierig zu sagen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Florian Kurz für die ARD. Es handelt sich um eine redigierte und leicht gekürzte Fassung. Das Gespräch als Video können Sie mit einem Klick ins Titelbild sehen.

Sendung: rbb UM6, 21.02.2020, 18 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Eine tolle Sportlerin, der ich maximalen Erfolg bei der WM wünsche! Go Mariama!

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