Gebaeude des Landessportbundes Berlin und der Sportjugend Berlin an der Jesse-Owens-Allee
Bild: picture alliance/Eibner-Pressefoto

Nach Rassismus-Aussage - Landessportbund entbindet Chatrath von Aufgaben

Fußballer wie Hertha-Profi Torunarigha müssten "rassistische Beleidigungen aushalten", schrieb der Berliner Wissenschaftler Stefan Chatrath. Am Dienstag verlor er dafür einen Uni-Job - nun zog nun auch der Landessportbund Konsequenzen.

Nach seiner Positionierung zu rassistischen Beleidigungen gegen Hertha-Profi Jordan Torunarigha ist der Wissenschaftler Stefan Chatrath vom Landessportbund Berlin (LSB) mit sofortiger Wirkung als stellvertretenden Leiter der wissenschaftlichen Kommission abgezogen worden. Dies teilte der LSB am Mittwochabend mit. LSB-Präsident Thomas Härtel sagte zu der einstimmig gefällten Entscheidung: "Rassismus darf nirgendwo in unserer Gesellschaft Platz haben - zu keiner Zeit, und an keinem Ort, auch in keinem Fußballstadion."

Torunarigha wehrt sich via Twitter

Zuvor hatte sich Fußballprofi Jordan Torunarigha von Bundesligist Hertha BSC gegen die Verharmlosung von Rassismus gewehrt. Auf Twitter verlinkte er am Dienstag einen Artikel, in dem Chatrath, der Leiter des Studiengangs für Sport- und Eventmanagement an der University of Applied Sciences Europe war, die Vorfälle um Torunarigha beim DFB-Pokalspiel bei Schalke 04 beschrieb. Dort war der 22-Jährige mit rassistisch motivierten Beschimpfungen konfrontiert worden.

"Die von Herrn Chatrath im Text geäußerte Position steht im Gegensatz zum Sportverständnis des Landessportbunds, das auf Teamgeist, Chancengleichheit und Fairplay fußt", sagte LSB-Präsident Thomas Härtel. "Somit fehlt die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit in einem Gremium des Landessportbunds." Am Dienstag war Chatrath bereits von seinen Lehrtätigkeiten an der Hochschule entbunden worden.

Der Artikel war am Mittwochabend nicht mehr einsehbar. "Auf Wunsch des Autors ist dieser Artikel zur Zeit nicht verfügbar und wird überarbeitet", hieß es auf der Webseite.

Sendung: rbb UM6, 26.02.2020, 18 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 4.

    Ihr Kommentar macht keinen Sinn, es sei denn, sie halten "auf Wunsch des Autors" für eine Lüge und sehen üble Kräfte am Werk, die diesen daran hindern, ihn irgendwo anders zu veröffentlichen. Dann zeugt es von einer Menge Mut, alles zu opfern um diesen Kommentar zu schreiben - wohlwissend, dass die Zensoren dieses undemokratischen Systems nur darauf warten um...

    Mmh. Ach nein. Sie schreiben einfach nur Unsinn.

  2. 2.

    Danke an den Landessportbund für diese klare einstimmige Positionierung gegen jede Form von Rassismus!

  3. 1.

    "Der Artikel war am Mittwochabend nicht mehr einsehbar. 'Auf Wunsch des Autors ist dieser Artikel zur Zeit nicht verfügbar und wird überarbeitet', hieß es auf der Webseite."

    Dann habe ich mich wohl unter dem vorherigen Beitrag geirrt, und Herr Chatrath hat naiverweise tatsächlich auf die uneingeschränkte Gültigkeit von Art. 5 Abs. 1 GG vertraut. So viel Weltfremdheit verdient dann wirklich Bestrafung.

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