Lea Sophie Friedrich (l.) Emma Hinze (r.) bei den Vorbereitungen zur Bahnrad-WM. Quelle: imago images/Mausolf
Video: rbbUM6 | 23.02.2020 | Torsten Michels | Bild: imago images/Mausolf

WM im Velodrom - Die Bahnrad-Elite zu Gast in Berlin

Berlin gehört in dieser Woche den Bahnradfahrern. Im Velodrom tragen sie von Mittwoch bis Sonntag ihre Weltmeisterschaften aus. Das deutsche Team um Theo Reinhardt, Maximilian Levy und Emma Hinze hofft auf Medaillen. Von Lynn Kraemer

Die Vorbereitung zur Heim-WM mussten die deutschen Bahnradsportler am Stützpunkt in Frankfurt (Oder) abhalten. Die Bahnrad-Elite ist vom 26. Februar bis zum 1. März zur Weltmeisterschaft im Velodrom zu Gast. Dort finden allerdings so viele Veranstaltungen statt, dass der deutsche Kader nur zwei Vorbereitungstage auf der Bahn hatte. "Ärgerlich", findet die Cottbuserin Emma Hinze, gibt sich aber optimistisch: "Wenn man schnell fährt, dann fährt man auch auf der Bahn schnell."

Letzte Chance für die Olympia-Quali

Und schnell ist Emma Hinze auf jeden Fall. Die 22-Jährige tritt voraussichtlich im Teamsprint und im Keirin an. In der vergangenen Saison gewann sie zwei Weltcup-Rennen, bei der letzten WM zusammen mit der inzwischen zurückgetretenen Miriam Welte Bronze. Eine Vorhersage will Hinze aber nicht treffen: "Ich bin ein bisschen abergläubig. Ich denke nämlich, das bringt Unglück, wenn ich das vorhersage. Aber natürlich habe ich auch Erwartungen nach den Weltcups, wo ich jedes Mal eine Medaille hatte." Die Erwartung ist wieder eine Medaille. Viel wichtiger ist ihr aber, dass sie mit zu den Olympischen Spielen nach Tokio fährt. Die Weltmeisterschaft ist die letzte Chance, dafür Punkte zu sammeln und sich zu qualifizieren.

Tokio ist auch das große Ziel von Maximilian Levy. Der Cottbuser ist vor der WM in Topform. Levy kennt das Velodrom gut vom Sechstagerennen und will im Keirin vorne mitfahren: "Darauf bereite ich mich bestmöglich vor. Ich bin gut drauf. Ich bin schwer wie lange nicht", sagt Levy und schiebt sogleich nach, "was aber jetzt insofern ein gutes Zeichen ist: Ich habe viel Krafttraining gemacht. Ich glaube, das sieht man auch". Der Muskelaufbau sei notwendig, um sich mit den größer werdenden Gängen weiterzuentwickeln und mit der Weltspitze mitzuhalten, erklärt er. 

Aller guten Dinge sind drei

Während Emma Hinze und Maximilian Levy Runde um Runde in der Oderlandhalle drehten, absolvierte Theo Reinhardt seine Kilometer auf dem Rollentrainer. Der Berliner hat die Chance, den Weltmeistertitel im Team mit Roger Kluge zum dritten Mal in Folge zu gewinnen: "Ich denke, das wäre ein Riesenerfolg. Wir gehen da relativ locker dran. Wir sind es jetzt zweimal gewesen und natürlich würden wir in Berlin gerne nochmal verteidigen", meint Reinhardt. Bisher ist das noch keinem Team im Madison gelungen.

Von der Tribüne auf die Bahn

Für den 29-Jährigen ist die Heim-WM schon jetzt etwas ganz Besonderes: "Ich habe 1999 bei der letzten WM in Berlin selbst oben im Publikum gesessen, damals mit meinem ersten Heimtrainer", erinnert sich Reinhardt. Damals holte sich das deutsche Team um Guido Fulst und Daniel Becke die Regenbogentrikots in der Mannschaftsverfolgung. 21 Jahre später ist Reinhardt selbst Teil des deutschen Vierers. "Für den Weltmeistertitel sind wir noch nicht reif", schätzt Bundestrainer Sven Meyer ein. Dafür sei die Konkurrenz aus Dänemark und Australien zu stark. Der Fokus liege auf den Olympischen Spielen im Sommer in Tokio.

Theo Reinhardt hofft trotzdem auf den Heimvorteil: "Das liegt ja auch immer ein bisschen an den Zuschauern. Wenn die dann in voller Zahl da sind und das Velodrom bebt, dann können wir definitiv eine Sekunde schneller sein als alle anderen."

Sendung: rbbUM6, 23.02.2020, 18:00 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Wäre praktisch, wenn dieser Artikel mit der Internetseite der Veranstaltung verlinkt wäre.

  2. 1.

    Das wird ein großartiges Event für die ganze Stadt! Hoffentlich kann sie sich von der besten Seite zeigen. Wäre echt schön, wenn die Tribüne jeden Tag vol lwären

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