Michael Preetz
Bild: imago images / Matthias Koch

Hertha vor leeren Rängen in Hoffenheim - "Das Salz in der Suppe fehlt"

Hertha BSC spielt - Stand Donnerstag 18 Uhr - am Samstag in Hoffenheim. Die Zuschauer bleiben draußen, bei vielen damit auch die Lust auf Fußball. Am Montag berät die Liga über einen Saisonabbruch. Von Dennis Wiese

Alexander Nouri hatte ruhige 20 Minuten. Bei Herthas Pressekonferenz am Donnerstagmittag ging es nicht etwa um die zuletzt so schläfrige Berliner Defensive, kaum um die dürftige Ausbeute von fünf Punkten aus fünf Spielen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Selbst die skurrile Trainingsverletzung, die sich Herthas momentan bester Spieler Matheus Cunha zuzog: nur eine Randnotiz. Cunha war beim spaßigen Gruppen-Torjubel im Trainingsspiel am Donnerstag unglücklich aufgekommen. Und musste den Platz mit dick bandagiertem Knöchel verlassen.

Nein, alles drehte sich um die Folgen des Coronavirus auf die Bundesliga. Und dabei war vor allen Dingen Manager Michael Preetz gefragt: Stand jetzt soll der 26. Bundesliga-Spieltag stattfinden. Wie für alle Mannschaften so auch für Hertha vor leeren Rängen. Am Samstag in Hoffenheim (Sa., 15.30 Uhr).

Bundesliga: Abbruch? Pause? Entscheidung wohl am Montag

Derzeit ergeht es Herthas Profis genau wie uns allen in diesen Tagen: Sie warten auf einen neuen Stand und weitere Auswirkungen des Coronavirus. Am Montag kommt die Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit Vertretern aller Bundesligavereine zusammen. Dann wird das weitere Vorgehen besprochen.

Die italienische Liga hat den Spielbetrieb bereits eingestellt, ebenso die spanische. Die Mannschaft von Real Madrid samt Toni Kroos steht unter Quarantäne. Am kommenden Dienstag will die UEFA über das Vorgehen mit der Champions League, der Europa League und der für den Sommer geplanten Europameisterschaft beraten.

"Wir wünschen uns Spiele vor vollen Rängen, aber die Gesundheit steht über allem"

Die Bundesliga wird an diesem Wochenende aller Voraussicht nach weitermachen. Was ein großes, leeres Stadion bedeutet, haben die Spiele am Mittwochabend gezeigt: Borussia Mönchengladbach empfing den 1. FC Köln ohne Zuschauer, auch der Pariser Champions League-Triumph gegen Dortmund wurde vor Ort nur von ganz wenigen Händen beklatscht: Jedes Reinrufen der Trainer ist zu hören, jeder Aufschrei der Spieler.

Dieser Spieltag in der Bundesliga sorgt für Dorfplatzatmosphäre in Deutschlands Fußball-Kathedralen. Natürlich fehle etwas, so Manager Michael Preetz. Aber die Gesundheit der Bevölkerung stehe aktuell über allem. Hertha-Trainer Nouri erwartet, dass sich jeder seiner Spieler "programmiert und auf die Gegebenheiten einstellt."

Nach dürftiger Serie: Warum nicht mal wieder guten Fußball spielen

Wie groß der sportliche Wert von Herthas Auswärtsspiel in Hoffenheim ist, hängt davon ab, wie und ob diese Bundesligasaison weiterhin fortgesetzt wird.

Klar ist aber auch: Gegen direkte Konkurrenten zeigten die Berliner zuletzt regelmäßig dramatische Ausfallerscheinungen. Dem 0:5 gegen Köln folgte eine katastrophale Halbzeit in Düsseldorf, an deren Ende es 0:3 stand. Auch gegen Bremen stand es nach unerklärlichen Abwehrfehlern früh 0:2.

Auswärts hat Hertha sich in dieser Saison häufig leichter getan. Gegen Mannschaften, die selbst das Spiel gestalten wollen, ging es ohnehin stets besser. Trotz aller Randerscheinungen und Ungewissheiten des kommenden Spiels: Es hat sicher kaum jemand etwas dagegen, wenn Hertha in Hoffenheim mal wieder guten Fußball spielt und gewinnt.

Sendung: rbb UM6, 12.03.2020, 18 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wäre notwendiger denn je, dass Hertha mal wieder 3 Punkte holt. Allein mir fehlt der Glaube.
    Demut täte gut. Gerade jetzt... und in Zukunft wäre diese Charakterstärke auch nicht schlecht. Nicht nur für die Spieler.

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