Maximilian Schachmann (imago images)
Audio: Inforadio | 14.03.2020 | Holger Gerska | Bild: imago images

Größter Erfolg der Karriere - Schachmann gewinnt Fernfahrt Paris-Nizza

Erstmals seit 2011 hat wieder ein deutscher Radsportler bei der prestigeträchtigen Fernfahrt Paris-Nizza triumphiert. Der Berliner Maximilian Schachmann feierte einen Start-Ziel-Sieg - und gleichzeitig den größten Erfolg seiner Karriere.

Radprofi Maximilian Schachmann hat am Samstag den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der Berliner gewann die 78. Auflage der Fernfahrt Paris-Nizza. Der deutsche Straßenmeister verteidigte in der spannenden siebten und letzten Etappe erfolgreich das Gelbe Trikot des Gesamtführenden mit 18 Sekunden Vorsprung auf den Belgier Tiesj Benoot (Sunweb). Als zuvor letzter deutscher Fahrer hatte 2011 Tony Martin aus Cottbus beim prestigeträchtigen "Rennen zur Sonne" triumphiert.

"Es war sehr, sehr hart, ein sehr schweres Finale. Ich bin durch die Hölle gegangen", sagte Schachmann. "Ich habe immer davon geträumt bei den Rundfahrten eine wichtige Rolle spielen zu können. Jetzt habe ich es geschafft."

Schachmann bei Tagessieg von Quintana Sechster

Der Etappensieg nach 166,5 km bei der Bergankunft in Valdeblore ging an den kolumbianischen Bergspezialisten Nairo Quintana (Arkea-Samsic). Der 26-jährige Schachmann, der die Führung im Gesamtklassement bereits nach der ersten Etappe ergattert hatte, kam 58 Sekunden später als Teil einer Verfolgergruppe auf Platz sechs ins Ziel.

Der Tour-de-France-Fünfte Julian Alaphilippe aus Frankreich (Deceuninck-Quick Step) hatte in einer Ausreißergruppe zwischenzeitlich virtuell die Führung in der Gesamtwertung übernommen, musste dem strammen Tempo von Thomas de Gendt (Belgien/Lotto-Soudal) aber rund zehn Kilometer vor dem Ziel Tribut zollen. De Gendt hatte bis 2,5 Kilometer vor dem Ziel in Führung gelegen, war dann aber von Quintana eingeholt worden.

Letzte Etappe wegen Corona-Pandemie gestrichen

Am Freitag hatten die Organisatoren aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen, die Fernfahrt vor der Schlussetappe am Sonntag vorzeitig zu beenden. Spätestens nun dürfte der Profi-Radsport angesichts der Corona-Krise vorerst komplett stoppen - das Rennen in Frankreich war eines der letzten Sportevents, die noch ausgetragen werden.

Nach der längst bekannten Absage von Mailand-Sanremo (21. März) hatte die belgische Region Flandern am Donnerstag alle im März geplanten Sportveranstaltungen vor Publikum abgesagt, darunter das Traditionsrennen Gent-Wevelgem. Auch die Austragung der großen Klassiker Flandern-Rundfahrt (5. April) und Paris-Roubaix (12. April) erscheint aktuell undenkbar. Der Start des 103. Giro d'Italia in Ungarn fällt ebenfalls aus.

Sendung: rbb UM6, 14.03.2020, 18 Uhr

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