Eisbären-Spieler Lukas Reichel (Quelle: imago images/Eibner)
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Eisbären-Talent Lukas Reichel - "Ich habe den Eisbären viel zu verdanken"

Lukas Reichel hat sich in seinem ersten Jahr bei den Profis einen Namen gemacht. Auch die NHL wurde auf ihn aufmerksam - mit dem Draft steht im Sommer der größte Moment seiner noch jungen Karriere an. Ein Verbleib bei den Eisbären ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Unbekannt ist der Name nicht in der NHL: "Reichel" ging schon so manch einem Journalisten, der rund um die beste Eishockeyliga der Welt berichtete, über die Lippen - oder eher "Raikel", denn mit dem "ch" ist es so eine Sache. Die Geschichte der Familie mit dem nicht ganz amerikanischen Namen in der National Hockey League begann vor 31 Jahren.

1989 wurde Robert Reichel, der Onkel von Eisbären-Talent Lukas, an Position 70 von den Calgary Flames ausgewählt. Drei Jahre später tauchte der Name Reichel wieder in der Draft-Liste auf: Dieses Mal war es Martin, der Vater von Lukas, der an Position 37 gezogen wurde. Während er in Europa blieb, folgten für Onkel Robert stolze 830 NHL-Spiele. 

NHL-Draft im Livestream?

"Es war schon immer mein Ziel, in der NHL zu spielen", sagt auch Lukas. Und weil es bei den Reichels fast schon zur Familientradition gehört, steht auch der 17-Jährige vor dem wohl wichtigsten Sommer seiner Karriere. Beim NHL-Draft, bei dem sich die Vereine die Rechte an jungen Talenten sichern, gilt er als aussichtsreicher Kandidat. Viele Scouts haben ihn in seinem ersten Jahr in der Deutschen Eishockey Liga beobachtet. 

"Klar bekommt man mit, dass zwei, drei Teams mehr Interesse haben", erzählt der Stürmer. "Aber ich bin da für alle Teams offen. Je früher ich gewählt werde, umso besser." Ob und wie die Veranstaltung in diesem Jahr stattfindet, ist wegen der Corona-Pandemie derzeit allerdings ungewiss. Am 5. Juni sollten alle Talente beim sogenannten "Combine", einer Mischung aus Leistungstest und Vorstellungsgespräch, in Buffalo sein. "Ich weiß nicht, ob das stattfindet oder nicht. Vom Draft hat man gehört, dass es einen Livestream geben wird oder es verschoben wird. Das ist alles noch offen. Die halten mich da auf dem Laufenden", berichtet er.

Lukas Reichel und Maxim Lapierre bejubeln ein Tor (Quelle: imago images/Nordphoto)
Erfolgreiches Duo: Lukas Reichel und Maxim Lapierre. | Bild: imago images/Nordphoto

"Die laufen dir da nicht hinterher"

Körperlich vorbereiten kann er sich gerade nur eingeschränkt. "Ich mache jeden Tag ein paar Übungen zu Hause." Mental dagegen steht ihm nicht nur seine Familie zur Seite - auch Sturmpartner Maxim Lapierre, mit dem er in der abgelaufenen Saison gut harmonierte, gibt ihm Tipps. Der 35-Jährige hat geschafft, wovon Lukas noch träumt, und gab die Erfahrung von 694 NHL-Spielen an seinen Schützling weiter. 

"Ich habe mit ihm viel über die NHL geredet, wie es da abläuft. Das ist viel Kopfsache. Man muss im Kopf frei sein und darf nicht zu viel nachdenken. Die laufen dir da nicht hinterher", sagt der 17-Jährige. "Du musst einfach immer hart arbeiten, deine Leistung bringen."

Reichel würde "gerne nochmal eins, zwei Jahre in Berlin spielen"

Bei den Eisbären hat er bereits bewiesen, dass er das kann. 24 Scorerpunkte in 42 Spielen lautet seine starke Bilanz in seinem ersten Jahr bei den Profis. "Ich habe den Eisbären viel zu verdanken. Die haben mich gut weiterentwickelt", findet Reichel. Und könnte sich deswegen auch vorstellen, dass seine Zeit in Berlin noch nicht zu Ende ist. "Auf jeden Fall würde ich gerne nochmal ein, zwei Jahre in Berlin spielen." Auszuschließen ist das nicht. "Das kommt auf das Team drauf an, was mich drafted. Die beraten mich und sagen mir, was gut für mich ist und wo ich mich am besten weiterentwickeln kann", erklärt er. 

Wo auch immer das sein wird, eines scheint sicher: Die Geschichte der Reichels im Eishockey ist noch lange nicht zu Ende.

Beitrag von Lisa Surkamp

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  1. 1.

    Auf gehts Reichel

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