Fotomontage: Bruno Labbadia wird Trainer von Hertha BSC. (Quelle: dpa)
Audio: Inforadio | 09.04.2020 | Dennis Wiese | Bild: dpa

Ab Montag im Amt - Offiziell: Labbadia wird neuer Cheftrainer bei Hertha BSC

Der Spielbetrieb der Bundesliga ruht noch, aber Hertha BSC hat während der Corona-Zwangspause eine wichtige Entscheidung gefällt: Bruno Labbadia wird neuer Cheftrainer. Er löst Alexander Nouri ab - und ist bereits ab Montag im Amt. 

Hertha BSC hat einen neuen Cheftrainer: Der Ex-Wolfsburg-Coach Bruno Labbadia übernimmt den Job von Alexander Nouri - und tritt das Amt bereits am Ostermontag an. Das bestätigte der Fußball-Bundesligist am Donnerstagnachmittag offiziell [herthabsc.de]. Der 54-Jährige ist nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Nouri damit bereits der vierte Trainer der Saison. Laut Informationen des "Kicker" erhält er einen Vertrag bis 2022.

Preetz: "Passt perfekt zu unseren Zielen"

"Mit Bruno bekommen wir jemanden, der die Bundesliga durch viele Jahre als Spieler und Trainer im Detail kennt und bei seinen Stationen gezeigt hat, dass er Teams stabilisieren und entwickeln und im nächsten Schritt ins obere Tabellenregionen führen kann", sagte Geschäftsführer Michael Preetz in einem kurzen Video bei Twitter - und: "Er passt mit seiner Idee von offensivem Fußball, seiner Akribie und seinem Ehrgeiz perfekt zu Hertha BSC und unseren Zielen."

Labbadia bringt zwei eigene Co-Trainer mit. So werden sein langjähriger Vertrauter Erdinc 'Eddy' Sözer sowie Olaf Janßen das Team ergänzen. Auch Athletiktrainer Günter Kern wird fortan dazuzählen. Der bisherige Torwarttrainer Zsolt Petry sowie die Athletiktrainer Henrik Kuchno und Hendrik Vieth würden zusätzlich im Stab bleiben, teilten die Berliner mit.

"Mein Team und ich freuen uns total auf diese Aufgabe. Hertha BSC ist ein Verein mit einem klaren, ambitionierten Plan für die Zukunft. Wir haben große Lust, Teil dieses Plans und der Weiterentwicklung von Hertha zu sein", wird Labbadia in der Vereinsmitteilung zitiert. Es stehe nun viel Arbeit an. "Damit werden wir unter Einhaltung der aktuell geltenden Regeln ab Montag beginnen und uns bestmöglich auf den Tag vorbereiten, an dem wieder Fußball gespielt wird."

Leverkusen, Hamburg, Stuttgart

Seine Trainerkarriere begann der gebürtige Darmstädter Labbadia, der vor allem in den 1990er Jahren erfolgreicher Bundesliga-Stürmer unter anderem für Bayern München, Kaiserslautern und Arminia Bielefeld war, bei der Werkself von Bayer 04. Nach einer starken Hinrunde brach sein Team damals ein und beendete die Saison 2008/09 eher enttäuschend auf Rang neun. Auch das erreichte Pokalfinale, das Labbadia mit Leverkusen 0:1 gegen Werder Bremen verlor, konnte seinen Posten nicht retten.

Aus beim HSV - trotz Europa-League-Halbfinale

So heuerte er eine Saison später beim Hamburger Sportverein an. Wieder gelang dem Trainer Labbadia eine erfolgreiche Hinrunde und erneut enttäuschte seine Mannschaft in der Rückrunde. Zwar schaffte es der HSV mit seinem neuen Chefcoach bis ins Halbfinale der Europa League, doch wieder musste Labbadia gehen. Die Norddeutschen trennten sich drei Spieltage vor Saisonende von ihrem Übungsleiter.

Während seiner fast dreijährigen Trainerzeit beim VfB Stuttgart stand Bruno Labbadia 2013 erneut im DFB-Pokalfinale (2:3 gegen den FC Bayern München). Der Start in die Saison 2013/14 misslang mit drei Niederlagen in Folge und so musste sich Bruno Labbadia erneut umschauen. 

Vom Rückrundenfluch zum Relegationsexperten

Er kehrte zum HSV zurück und entwickelte sich zum "Feuerwehrmann" und Relegationsexperten. Die Hamburger übernahm er als Tabellenschlusslicht sechs Spieltage vor Saisonende. Labbadias Team schaffte tatsächlich noch den Sprung auf den Relegationsplatz und setzte sich dann gegen den Karlsruher SC durch. 

In der Saison 2017/18 brachte der 54-Jährige den VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel sicher durch die Relegation und hielt mit den Niedersachsen die Klasse. Im März 2019 gab Bruno Labbadia bekannt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde und schloss mit den Autostädtern die Saison auf Platz sechs ab. Nun soll er wohl Hertha BSC vor Schlimmeren bewahren und anschließend stabilisieren.

Pal Dardai letzte Herthaner Trainerkonstante

Sein Vorgänger Alexander Nouri hatte den vom Abstieg bedrohten Fußball-Bundesligisten von Jürgen Klinsmann übernommen, für den er in dessen kurzer Amtszeit als Assistent gearbeitet hatte. Es stand bereits seit Kurzem fest, dass Nouri ab Sommer nicht mehr Hertha-Trainer sein würde.  "Ich möchte mich zunächst einmal bei Alex Nouri, Markus Feldhoff und Werner Leuthard bedanken, dass sie nach dem kurzfristigen Rücktritt von Jürgen Klinsmann bereit waren, die Mannschaft weiter zu betreuen", sagte Preetz nun.

Durch das Coronavirus und die damit verbundene Unterbrechung erlebe man aktuell bereits eine Art Sommerpause. "Wir haben uns dazu entschlossen, diese Chance, die Mannschaft in den nächsten Wochen auf eine mögliche Fortführung der Saison vorbereiten zu können, zu nutzen und unsere Entscheidung auf der Trainerposition vorzuziehen."

Seit Pal Dardai die Alte Dame nach über vier Jahren entlassen worden war, herrscht ein Kommen und Gehen auf dem Trainerposten. Sein Nachfolger Ante Covic hielt nicht mal ein halbes Jahr durch. Der mit hohen Erwartungen geholte Jürgen Klinsmann schmiss nach 76 Tagen hin. 

Sendung: Inforadio, 09.04.2020, 06:20 Uhr

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40 Kommentare

  1. 40.

    Ich bin so froh, dass es endlich Erfolge geben wird. Danke, weiter so.

  2. 39.

    Der erste Abstieg 2009/10 ist wohl eher nicht von ihm zu verantworten, der geht auf das Konto von Gegenbauer/Hoeneß. Aber egal: Es erfolgten zwei blitzblanke sofortige Wiederaufstiege. Davon träumt man in Hamburg oder Stuttgart... Danach folgt eine Phase der sportlichen Konsolidierung mit eher bescheidenen finanziellen Mitteln. Also, so kann man den Kaffeesatz doch auch lesen, oder?

  3. 37.

    Das ist ja eine super wichtige Nachricht in diesen Zeiten. Beantragt doch lieber erstmal Kurzarbeitergeld für eure armen Spieler nicht das die armen Millionäre noch von ihrem erspartem Leben müssen. Ich hoffe der Spuk geht für fussball nie vorbei. Dann brauche ich nicht mehr jeden 2 Samstag die ganzen Holköpfe die immer noch denken Fussball ist wichtiger als die Krise zum Olympiastadion zu fahren.

  4. 36.

    Solange Herr Preetz unter Welpenschutz seines Schwiegervaters steht wird sich bei Hertha nichts ändern !!!

    Aber immer weiter so, Ha ho he in die zweite Liga wäre auch OK !!!

  5. 35.

    Die graue Maus Hertha legt sich das nächste Ei ins Nest.
    Wie in den 90ern wird man sich bald in der 2. Liga etablieren.

  6. 34.

    Den Nico meinte ich, der hat das Hertha-Gen, aber doof ist er sicherlich nicht. Heißt dann aber auch, dass das ganze "Zukunfts-Gerede" und die vielen Millionen völlig für die Füße waren. Ich kann einfach nicht verstehen, warum das in Frankfurt so gut klappt (bin ganz sicher kein Eintracht-Fan!) und bei Hertha immer nur Mißt heraukommt, egal was für ein finanzieller Rahmen besteht. Irgendwie ist das zum verzweifeln.

  7. 33.

    Oh je, Aussage von M. Preetz das B. Labbadia perfekt zu unseren Zielen passt! Da kann einen nur übel werden, 2 Jahre nicht Absteigen oder was. H. Preetz sollte seinen Hut nehmen bevor er Hertha völlig ruiniert.

  8. 32.

    Was für einen Witz. Ich dachte Hertha wäre ein aufstrebende Verein. Mit dem Geld, das ihnen zur Verfügung steht hätten sie einen gescheiten Trainer holen können. Aber so etwas passt bei Preetz anscheinend nicht so ins Schema. 'If you pay peanuts, you get monkeys.'

  9. 31.

    Ich bin wirklich überrascht, wieviel Sachverstand hier im Forum herrscht und alle wissen so ziemlich genau, wie man einen Bundesligaklub führt und managt. Da ist mir um die Zukunft des Berliner Fußballs ja nicht bange! Wahnsinn, wieviel Talent hier schlummert...

  10. 30.

    Das Preetz natürlich das grösste Hindernis für jeglichen Erfolg bei der Hertha ist sollte bekannt sein! Da kann dann auch Bruno nicht helfen. Zuerst muss mal Preetz weg!! Dann hätte Bruno vielleicht eine Chance.

  11. 29.

    Der Herr Bruno ist schon so lange im Profigeschäft tätig, hat er noch nicht genug abkassiert oder warum tut er sich das an? Die grosse Liebe zu Hertha wird es ja wohl kaum sein.

  12. 28.

    Unfassbar, eine Fehlentscheidung jagt bei Hertha die nächste! Wo ist dieser Hr. Labbadia nicht schon gescheitert. Immerhin hat er nun für die nächsten 3 Jahre ausgesorgt,... sehr schön für ihn! Solange M. Preetz bei Hertha was zu sagen hat, wird das nichts mehr mit Hertha. Da braucht es jemanden mit unternehmerischem Denken, mit Fachverstand und Mut und Leidenschaft. Eigenschaften, die Hr. Preetz allesamt fehlen!!!

  13. 27.

    Herr Labbadia ist ein solider Trainer nicht mehr! Mit ihm wird sich die Mannschaft nicht wesentlich weiterentwickeln. Ich bleibe dabei solange Preetz im Amt ist, wird sich der Verein keinen entscheidenden Schritt nach vorne machen. Das muss der Verein endlich mal begreifen. Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken. Die Rahmenbedingungen sind vorhanden nur das Management ist deutlich unterdurchschnittlich.!!!!

  14. 26.

    Die ursprünglich 1. Wahl hat es doch nicht lange bei der Hertha ausgehalten. Der Jürgen hat hingeschmissen.
    Und Kovac? Was soll der nach Bayern bei Preetz & Co? Der ist doch nicht blöde und geht zu einem Provinzverein mit einem Hilfsmanager. Der Nico hat sicherlich viel bessere Alternativen.

  15. 25.

    Rehagel wollte wohl nicht noch einmal, mit Billiglösungen wie Klopp und Guardiola hatten wir keinen Erfolg, tja, und Rudi Gutendorf ist gerade erst verstorben, also Willkommen Bruno. Ach ja, und der Patenonkel vom Maurice Covic, also unser Super- Nico, der will nach seinen Bayern- Erfolgen hoch und weit hinaus, viel Erfolg dabei. In Wolfsburg sangen viele "wir steigen ab und kommen nie wieder, wir haben Bruno Labbadia" … und plötzlich hatte er Erfolg, gerne wiederholen ...

  16. 24.

    Das Nouri als Trainer für die erste und zweite Liga ungeeignet ist hat er leider oft genug gezeigt! Da scheint Bruno doch die bessere Wahl.

  17. 23.

    Wer hat denn ernsthaft geglaubt, dass Kovac zu Hertha geht? Realität ist Abstiegskampf und Suche nach Stabilität. Labbadia ist ein fleissiger Arbeiter, der aber sicher nicht 5 Jahre bleibt.

  18. 22.

    zum Glück gibt es keine Pressekonferenz
    wo er Herr P wieder von einem Schritt in die Zukunft spricht.........

    Ich sage einfach, einer geht noch, in dieser Saison zum Geld verbrennen

  19. 21.

    Es ist ernüchternd und frustrierend. Die erklärtermaßen 2. Wahl bekommt einen Vertrag bis 2022! Was für ein Management.

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