Union-Spieler Sebastian Polter beim Training (Quelle: imago images/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 22.04.2020 | Johannes Mohren | Bild: imago images/Matthias Koch

Interview | Union-Stürmer Sebastian Polter - "Hoffe, dass ich mich in vollem Stadion verabschieden kann"

Stürmer Sebastian Polter wird den 1. FC Union Berlin zum Saisonende verlassen. Im Interview spricht er über einen möglichen Abschied ohne Fans, Sicherheitsabstand zu gegnerischen Verteidigern und seine erfolgreiche Ernährungsumstellung.

Für Sebastian Polter kam an diesem Dienstag etwas Abwechslung in den sonst relativ gleichlaufenden Corona-Alltag. Vor dem Training in Kleingruppen um 11 Uhr sprach der Union-Stürmer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und der bereits auf der Suche nach einem neuen Verein ist, in einem Skype-Interview über ...

... einen möglichen Wiederbeginn der Bundesliga ab 9. Mai:

Wenn es wirklich so ist, würde es uns natürlich, glaube ich, alle freuen. Nichtsdestotrotz muss man da auch ein bisschen vorsichtig sein. Letztendlich treffen die Politik und die Deutsche Fußball Liga die Entscheidung. Diese Entscheidung muss im Wohle aller sein - und dem haben wir Spieler uns dann zu fügen. Wir bereiten uns im Moment darauf vor und trainieren in kleineren Gruppen. Natürlich hoffen wir, dass die von der Anzahl her so schnell wie möglich erhöht werden können und wir, wenn es wirklich so kommen sollte, fähig sind, spielen zu können.

... über gegnerische Verteidiger, wenn es wieder los geht:

Es wäre natürlich schön, wenn die Verteidiger im ersten Spiel gegen Bayern München immer eineinhalb Meter Abstand halten.

... über die Rolle der Profi-Fußballer aktuell:

Wir Fußballer müssen uns jetzt nicht herausnehmen, sondern eher im Gegenteil, ich glaube, dass wir Fußballer jetzt auch Vorbilder sein müssen. Genau da möchte ich natürlich auch mitwirken, dass ich ein Vorbild bin für die Gesellschaft. Warum sollten wir Fußballer etwas Besonderes sein? Von diesem Gedanken möchte ich einfach wegkommen.

...über Gespräche mit zukünftigen Arbeitgebern:

Ich führe immer mal ein Skype-Gespräch, aber auch da ist es momentan ein bisschen ruhiger. Das muss man auch verstehen, dass Vereine jetzt gerade nicht daran denken, Spieler zu verpflichten, sondern erstmal mit der jetzigen Lage bestmöglich arbeiten zu können. Ich habe dafür Verständnis, dass es momentan eher ruhiger ist, was das angeht. Ich werde nicht arbeitslos sein. 

... über einen möglichen ausfallenden Abschied von den Fans:

Daran habe ich noch gar nicht wirklich gedacht. Ich möchte einfach erstmal die Saison zu Ende spielen und mit dem Verein den Klassenerhalt schaffen. Wenn der Tag X kommt, wird es sicherlich sehr hart - ob es dann vor einer Geisterkulisse ist oder nicht. Ich hoffe natürlich, dass ich mich in einem vollen Stadion verabschieden kann und nicht über eine Videoschalte 'Auf Wiedersehen' sagen muss. 

... über die Zeit mit der Familie:

Wir haben Hausaufgaben gemacht und viele Gesellschaftsspiele gespielt. Das Problem ist: Ich will immer gewinnen, egal ob 'Mensch ärgere dich nicht', Uno oder Mikado. Papa kann nicht verlieren.

... über seine Ernährungsumstellung:

Ich bin seit dem 1. Januar Vegetarier und verzichte komplett auf Fleisch. Ich habe "Gamechanger" auf Netflix geschaut, einen Film, der mir sehr viel gezeigt hat, gerade auch zum Thema Fettgewebe und Entzündungswerte im Blut - die ja auch dazu führen, dass du verletzungsanfälliger bist. Da habe ich mir gesagt: Bis zum Ende der Saison probiere ich es mal ohne Fleisch. Dann schaue ich mir mal die Blutwerte an. Das läuft ganz gut. Das Mettbrötchen fehlt irgendwo, muss ich schon ehrlich sagen, das war schon was Schönes. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass es mich weiterbringt und leistungsfähriger macht. Ich merke auch, dass ich weniger müde und einfach agiler bin.

Sendung: Inforadio, 22.04.2020, 6:15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

2 Kommentare

  1. 2.

    Das Nichtzulassen von Massenveranstaltungen bei denen sich tausende Menschen dicht drängen, hat wohl kaum etwas mit einer "EinsperrPolitik" zu tun, Sebastian.

  2. 1.

    Nope, das wird bei der momentanen EinsperrPolitik nichts werden, leider :(

Das könnte Sie auch interessieren