Unions Co-Trainer Markus Hoffmann (Quelle: imago images/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 16.05.2020 | Lars Becker | Bild: imago images/Matthias Koch

Union vor dem Spiel gegen München - "Bayern zu überraschen, ist nahezu unmöglich"

Wenn Union Berlin am Sonntag wieder in die Bundesliga einsteigt, wird vieles anders. Ohne Trainer Urs Fischer und die Unterstützung der Fans wollen die Köpenicker versuchen, Bayern München zu trotzen. Eines bleibt dennoch wie gewohnt.

Auf das erste Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Bayern München hatten sie beim 1. FC Union Berlin schon vor der Corona-Zwangspause intensiv hingefiebert. Nun, etwas mehr als zwei Monate später, ist vieles anders. Zuschauer werden das Spiel nicht im Stadion erleben dürfen - und auch Trainer Urs Fischer wird am Sonntag (18.00 Uhr) nicht an der Seitenlinie stehen.

Der Schweizer hatte nach einem Todesfall in der Familie das Quarantäne-Trainingslager in Barsinghausen verlassen und darf erst nach zwei negativen Coronatests wieder dabei sein. Und so beantwortete nicht Coach Fischer im gewohnten Schweizer Zungenschlag auf der virtuellen Pressekonferenz Frage um Frage, sondern sein Co-Trainer Markus Hoffmann.

"Wir sind immer im Kontakt mit Urs Fischer gewesen", berichtet der 47-jährige Salzburger vom Verlauf der Woche, die auch ohne den Schweizer "ganz normal" abgelaufen sei. "Wir alle hatten Freude, wieder auf dem Platz zu stehen. Ein Spiel zu spielen ist das Schönste und Größte. Wir haben die ganze Woche versucht, uns da ranzutasten."

"Gehe nicht davon aus, dass die Bayern irgendwas beeinflussen wird"

Dass es im ersten Spiel nach der Pause und nur kurzer Vorbereitung mit der ganzen Mannschaft ausgerechnet gegen den Tabellenführer aus München geht, spielt für Hoffmann keine Rolle. "Du musst gegen alle Mannschaften zwei Mal spielen", so der Co-Trainer, der sich der schwierigen Aufgabe dennoch bewusst ist. "Bayern zu überraschen, ist nahezu unmöglich", erklärt er.

Um dennoch bestmöglich vorbereitet zu sein, haben er und sein Team die letzten Spiele der Mannschaft von Trainer Hansi Flick analysiert, denn "grundsätzlich wird sich das Spiel von Bayern München nicht verändern". Auch die fehlende Kulisse wird die Gäste nicht tangieren, glaubt er. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Bayern irgendwas beeinflussen wird - außer vielleicht unsere elf Spieler auf dem Platz."

Kein Kontakt zu Fischer während des Spiels

Welche das sein werden, wird sich endgültig erst am späten Abend oder Sonntagfrüh entscheiden. "Alle Spieler, die mit in Barsinghausen waren, sind bereit für das Spiel", erklärt Hoffmann. Erst wenn die Testergebnisse da sind, werde man den endgültigen Kader nominieren. Definitiv nicht dabei ist der gesperrte Innenverteidiger Marvin Friedrich.

Hoffmann und Sebastian Bönig, zweiter Co-Trainer der Köpenicker, werden gemeinsam die Entscheidungen treffen. "Wir sitzen ja sonst auch zu dritt nebeneinander und tauschen uns aus", sagt er. Kontakt zu Urs Fischer wird es während der 90 Minuten aber nicht geben. Dass die Spieler dank der fehlenden Kulisse Hoffmanns Anweisungen gut hören können, sieht er durchaus als Gewinn. "Das ist sicher ein großer Vorteil", erklärt er und ergänzt: "Wenn man sich mal vergisst, ist es vielleicht nicht so gut, dass man alles hört."

Eine Sache wird zumindest für die Spieler aber zu hören sein. "Die Mannschaft hat sich entschieden, dass sie zur Hymne einlaufen wird", erklärt Pressesprecher Christian Arbeit. Es ist ein kleines Stückchen Normalität an diesem so besonderen Bundesliga-Spieltag.

Sendung: rbb UM6, 16.05.2020, 18 Uhr

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