Hertha-Spieler Per Skjelbred (Quelle: imago images/Bernd König)
Bild: imago images/Bernd König

Interview | Hertha-Routinier Per Skjelbred vor dem Derby - "Ein Tor gegen Union wäre wie ein kleines Abschiedsgeschenk"

Nach der knappen Hinspiel-Niederlage gegen Union will sich Hertha BSC im Stadtduell am Freitagabend revanchieren. Im Interview spricht Routinier Per Skjelbred über ein Derby ohne Fans, den Heimvorteil und ein persönliches Ziel.

Das Bundesliga-Hauptstadt-Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin am Freitagabend (20.30 Uhr) wird für Per Skjelbred ein besonderes Spiel. Der Norweger wird den Verein nach sechs Jahren am Saisonende verlassen - und somit wohl kein weiteres Stadtduell mehr erleben. Im Interview vor dem Spiel, bei dem Hertha auf die Revanche für die 0:1-Niederlage im Hinspiel sinnt, spricht der Herthaner über ...

… die Vorfreude auf das Derby:

Schon direkt nach dem Hoffenheim-Spiel hat jemand in der Kabine gesagt: 'Das war okay, aber diese Woche wird sehr wichtig für uns.' Die Energie baut sich von Tag zu Tag auf. So viele Derbys habe ich in meinem Leben auch noch nicht erlebt. Das ist eine Riesenchance für uns, zurückzuschlagen. Wir haben nicht vergessen, was im letzten Spiel passiert ist. Deshalb ist die Bedeutung für uns schon groß. Und wir brauchen unbedingt Punkte. Aber unsere Konzentration liegt auf dem Fußball. Wir versuchen, das Spiel zu gewinnen.

… die Tage nach der Hinspiel-Niederlage:

Klar hat man aus der Nachbarschaft Kommentare bekommen. Ich konnte nicht mal ins Einkaufszentrum gehen, ohne einen zu bekommen. Das hat keinen Spaß gemacht.

… Gegner Union Berlin:

Erstmal müssen wir viel mehr laufen als die. Die Zweikämpfe im Mittelfeld werden ganz wichtig sein und wir müssen auch das Aufbauspiel von Union verhindern. Am Schluss liegt es an unserer Offensive, dass wir unsere Abläufe umsetzen. Wir haben heute ein bisschen geübt, wo es Räume gibt und auch ein paar Spielszenen gesehen. Ich muss schon sagen: Union macht das gut. Die arbeiten alle zusammen.

… den Heimvorteil bei einem Geisterspiel:

Der Heimvorteil ist unser Stadion, unser Rasen. Na klar ist das für alle ein bisschen komisch, dass die Fans nicht da sind und das geile Gefühl, was sie mit sich bringen. Aber das ist jetzt für alle Vereine gleich. Ich glaube, wir bekommen trotzdem ein bisschen Derby-Gefühl im Stadion. Wir müssen einfach an unsere Aufgabe denken und das Spiel gewinnen. Für die Balance im Stadtderby wäre es schon gut, dass wir gewinnen.

… die Situation, mit der erfahrene Spieler vielleicht besser umgehen können:

Ich bin noch nicht so alt, aber im Fußball schon. (lacht) Natürlich hat man schon viel erlebt. Es gibt jetzt viele Regeln und man hat schon viel im Kopf. Wir können an der Situation nichts ändern. Es kann schon sein, dass die erfahrenen Spieler damit besser klarkommen. Trotzdem finde ich, dass unsere Jungs das super machen. Die Jungen haben viel Energie und kommen gut durch.

… Trainer Bruno Labbadia:

Wir haben schon ein paar Trainer erlebt in dieser Saison. Aber Bruno hat Ruhe in die Mannschaft gebracht und viel über seine Philosophie von Fußball gesprochen. Diese Idee haben wir schon alle mitbekommen. Wir haben viel geübt und viel geht über Disziplin und offensiven Fußball. Defensiv gut arbeiten und dann schnell Bälle gewinnen - das hängt zusammen.

… einen Treffer gegen Union:

Die Bedeutung wäre für mich, dass ich meinem Verein helfe. Ich habe meine Aufgaben, mit denen ich meinen Mitspielern helfe. Ein Tor zu schießen, wäre schon cool. Gegen Union wäre das wie ein kleines Abschiedsgeschenk. Aber erstmal werde ich meine Aufgaben machen. Wenn die Gelegenheit kommt, dann versuche ich es.

Sendung: rbb UM6, 19.05.2020, 18.00 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    ein schöneres Geschenk: Gehalt an Pflegekräfte spenden...wenn ihr schon deren Tests wegschnappt für ein Vergnügen, dass nicht jeden Interessiert...no front

  2. 1.

    Das wird klappen, drücke die Daumen Per.
    Die Frage ist nur wo man das überhaupt sehen kann?

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