Bruno Labbadia am Eurosport-Mikrofon (imago images)
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Hertha gegen Union am Freitag - Berlin-Derby wird womöglich nicht im TV übertragen

Am Freitag kommt es zum großen Hauptstadtderby zwischen Hertha BSC und Union Berlin. Ein Spiel, das viele gerne sehen wollen. Und das womöglich niemand sehen kann. Weder im Stadion, noch im Fernsehen. Worin das Problem liegt - und warum es noch Hoffnung gibt.

Inforadio überträgt die Partie in einer Live-Sondersendung des "Hauptstadtderby"-Podcasts ab 20.05 Uhr.

An den Gedanken, nicht ins Stadion gehen zu können, haben sich die meisten Fans der Fußball-Bundesliga inzwischen wohl gewöhnt. Nun könnten ihnen allerdings weitere Entbehrung bevorstehen. Denn für das Hauptstadt-Derby zwischen Hertha BSC und Union am kommenden Freitag ist eine Fernsehübertragung derzeit noch ungewiss.

Übertragungsrechte quasi nur geliehen

Dabei begründete die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Wiederaufnahme des Spielbetriebs auch damit, dass die Gelder aus den Fernsehübertragungen für die Vereine lebensnotwendig seien. Die derzeitige Ungewissheit hat auch mit Geldfragen zu tun. Das Streaming-Portal DAZN, das in dieser Saison bisher die Freitags- und Montagsspiele übertrug, hatte diese Rechte quasi nur vom TV-Sender Eurosport geliehen.

Eurosport hatte sich bei der bisher letzten Ausschreibung des Bundesliga-TV-Vertrags insgesamt 40 Punktspiele pro Saison gesichert: 30 Bundesliga-Partien am Freitag, jeweils fünf am Sonntag und Montag. Glücklich wurde der Sender damit nicht. Nach zwei Spielzeiten mit mäßigem Zuschauererfolg verkaufte Eurosport eine Sublizenz an DAZN.

Eurosport muss nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rund 70 Millionen Euro an seinen Vertragspartner DFL abführen, erhält aber offenbar nur einen Teil dieser Summe davon von DAZN - was ein Verlustgeschäft wäre. In der Corona-Krise beruft sich Eurosports Mutterkonzern, das US-Unternehmen Discovery, nun auf eine Sonderklausel und hat den Vertrag für die Spiele wegen höherer Gewalt gekündigt. Die ausstehenden Lizenzgelder wurden bisher nicht überwiesen.

Sky darf nicht einspringen

In einem Interview mit der "Sport-Bild" sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, er "finde es unanständig, dass man in einer Krise einen Vertrag aufkündigt".

Die Option, dass der Bezahlsender Sky diese Spiele ausstrahlt, fällt aus. Die Live-Übertragung der Spiele in der Bundesliga muss aus kartellrechtlichen Gründen auf mindestens zwei Anbieter am Markt aufgeteilt werden. Eine Alternative könnte sein, dass die betroffenen Spiele als Livestream auf der Internetseite der DFL gezeigt werden. Oder ein weiterer TV-Sender springt ein.

Verschiedene Auffassungen

Für DFL-Geschäftsführer Christian Seifert ist im Streit mit Eurosport jedoch noch nicht das letzte Wort gesprochen. "Wir haben derzeit eine andere Auffassung über die Interpretation der Verträge als Eurosport/Discovery. Da sind wir in Gesprächen", sagte er der "Bild". Bisher blieben diese allerdings erfolglos. Jetzt muss wohl ein Gericht darüber entscheiden.

Bis zum heutigen Sonntag stand auch die Übertragung des Montagsspiels zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen in den Sternen. Die Übertragung durch DAZN konnte aber inzwischen gesichert werden, wie die DFL via Twitter bekannt gab. Zudem wird das Spiel nun auch auf Amazon Prime Video übertragen. 

"Hinsichtlich weiterer Spiele befindet sich die DFL unverändert in Gesprächen", heißt es zudem.

Die TV-Übertragung des Hauptstadt-Derbys bleibt also ungewiss. Aber auch daran, in Zeiten von Corona von Tag zu Tag zu denken, haben sich die meisten Fans der Fußball-Bundesliga inzwischen wohl gewöhnt.

Sendung: rbb UM6, 17.05.2020, 18:15 Uhr

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64 Kommentare

  1. 63.

    Ähem, falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte, Salut: z. Zt. schaut die gesamte Fussballwelt auf die Bundesliga - und räumt der Berichterstattung über diese großen Raum ein.

  2. 61.

    Genau das ist das Problem. Es ist nur in der Region interessant. Warum sollte es also bundesweit geschaut werden. Und wenn die Quoten nicht reichen, dann verdient der Sender auch nichts. Wer schaltet da Werbung usw.?

  3. 59.

    Hatte es nicht erst kürzlich geheißen, dass die Bundesliga-Spiele während der Corona-Zeit im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein würden, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden? Und jetzt gibt es diese noch nicht einmal im Bezahlfernsehen? Irgendwie seltsam!

  4. 56.

    Auch nach jedem Tor für den FCU hängt C. Arbeit (Stadionsprecher) nach der Durchsage des neuen Spielstandes "Und niemals vergessen" an, woraufhin das Publikum 3X "Eisern Union" skandiert. ;-)

  5. 55.

    Das kennt sogar meine Frau, die durch useren Sohn Unionfan wurde. Unser Sohn hat ganz eisern beim Stadionbau an den WE mitgeschuftet wie viele andere auch.

  6. 54.

    Man muss sich die Aneinanderreihung der Worte wie folgt vorstellen:
    Der Kapo brüllt zu allen Fans:
    "Und niemals vergessen...",
    woraufhin die Fans im Chor zurückbrüllen:
    Eisern Union!" (...bis zu dreimal)
    ...und das bedeutet eben: U.N.V.E.U.
    Kann man auch auf Youtube nachschauen.

  7. 53.

    Der Tabellenelfte gegen den Tabellenzwölften ...wen interessiert's?

  8. 52.

    Das ist mir auch aufgefallen. Dagegen sind die Rivalitäten im Ruhrpott ja harmlos, weil dort noch Respekt für den anderen herrscht. Hier ist wohl eher das Niedermachen auf primitiver Ebene angesagt. Peinlich, wenn man es als Neutraler liest.

  9. 51.

    Das könnte zwar stimmen, erscheint mir aber sinnfreien. Was vergessen? Diese Abkü wird so oft benutzt, offenbar weiss niemand wirklich, was sie bedeutet. Ganz toll, wie man hier Antworten bekommt

  10. 49.

    Es ist so erbärmlich wie ihr zankt. Berlin schüttelt sein Fell und kleingeistige Disser des jeweils anderen Vereins der gleichen Mama fallen heraus! Als würden Zwillingsbabys die Titte der eigenen Mutter dissen, die den Bruder stillt.
    Bah... ! Geht joggen bis ihr nicht mehr könnt! Zeigt euch mal wieder selbst, was ihr drauf habt!

  11. 47.

    Ich finde es äußerst löblich, das Sie verehrter Koenig Leonidas, mit Ihrem

    U.nd
    N. iemals
    V. ergessen
    S. tadtmeister
    U. nion

    dem amtierenden Stadtmeister gleich mehrfach in einem Absatz huldigen, das verdient allerhöchsten Respekt!

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