Matheus Cunha und Vedad Ibisevic jubeln (Quelle: imago images/Poolfoto)
Audio: Inforadio | 16.05.2020 | Julia Metzner | Bild: imago images/Poolfoto

3:0 bei Hoffenheim - Hertha BSC feiert überzeugenden Sieg bei Labbadia-Debüt

Hertha BSC ist der Re-Start nach der Corona-Pause geglückt. Bei Hoffenheim gewannen die Berliner mit 3:0 - und sorgten so für einen perfekten Einstand für Neu-Trainer Bruno Labbadia. Dabei überzeugte einer, der eigentlich schon abgeschrieben schien.

Start nach Maß für Hertha BSC nach neun Wochen Corona-Pause: Bei der TSG Hoffenheim gewannen die Berliner in der Fußball-Bundesliga am Samstagnachmittag mit 3:0 (0:0) - und sorgten so für ein perfektes Debüt für Neu-Trainer Bruno Labbadia. 

Die Suche nach dem Vorwärtsgang

Der 54-Jährige schickte seine Elf in einem 4-2-3-1-System auf den Platz. Sieben Wechsel gab es im Vergleich zum bislang letzten Spiel gegen Werder Bremen - beim 2:2 war damals noch Alexander Nouri in Verantwortung. Die wohl überraschendste von einigen überraschenden Personalien: Vedad Ibisevic. Der 35-Jährige - in dieser Saison bislang vor allem Bankdrücker - übernahm die Position in der Sturmspitze, während Krzysztof Piatek nur zuschaute.

In der Anfangsphase passierte nicht viel, ja: eigentlich gar nichts. Gespielt wurde vor allem quer und in der eigenen Hälfte. Vorwärtsgang? Fehlanzeige. Kreativität? Ebenso. Wenn eine Mannschaft mehr von der Partie hatte, waren es aber die Berliner. Sie standen hoch, machten früh Druck - und hinderten Hoffenheim daran, überhaupt ins Rollen zu kommen. Ansätze, die Neu-Trainer Labbadia durchaus gefallen haben dürften.

Ibisevic sehr präsent

Nach einer guten Viertelstunde erwachte das Spiel dann. Ein wenig zumindest. Der erste, der gefährlich wurde, war - ausgerechnet - Startelf-Rückkehrer Ibisevic. Maximilian Mittelstädt spielte von außen einen starken Ball ins Zentrum, der 35-Jährige ließ den ersten Gegenspieler in der wenig sortierten Hoffenheimer Abwehr stehen und konnte dann im letzten Moment doch noch gestoppt werden (18.).

Überhaupt war Ibisevic sehr präsent - vor allem im Sechzehner. Vier Minuten später wühlte er sich nach Vorarbeit von Winter-Neuzugang Matheus Cunha durch den Fünfmeterraum. Der Abschluss ging aber ebenso weit über das Tor wie der seines brasilianischen Vorbereiters kurz darauf, der es mit der Picke aus der Distanz versuchte (22./23.).

  

Doppelpack sorgt für die Vorentscheidung

Die Berliner blieben vorne gefährlich - und hatten hinten einmal Jordan Torunarigha und einmal Glück. Zunächst blockte der 22-jährige Verteidiger in großer Not gegen Ilhas Bebou (24.), dann scheiterte Hoffenheims Christoph Baumgartner in aussichtsreicher Position am eigenen Abschluss (28.). Die größte Möglichkeit der ersten Hälfte hatte drei Minuten vor der Pause Cunha auf dem Fuß. Nach Zuspiel von Ibisevic stand er frei vor Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann - und scheiterte, weil der Abschluss etwas zu ungenau geriet (42.).

Nach der Pause war Hertha weiter überlegen. Zunächst mussten sie noch einen Schreckmoment überstehen, als Hoffenheims Maximilian Beier denkbar knapp verfehlte (52.) - doch dann schlugen sie zu. Zunächst fälschte Innenverteidiger Kevin Akpoguma einen Schuss von Peter Pekarik unhaltbar ins eigene Tor ab (58.). Nur zwei Minuten später legte Vedad Ibisevic nach einer Flanke von Marvin Plattenhardt per Kopf nach (60.).

Traumtor von Cunha

Es war die Krönung seiner starken Leistung - und gleichzeitig eine Vorentscheidung. Für den Endstand und einen offensiven Glanzpunkt sorgte schließlich nach 74 Minuten Winter-Neuzugang Matheus Cunha - mit einem Spaziergang durch die Abwehr der Gastgeber. Von der linken Seite dribbelte sich der 20-Jährige in den Strafraum, ließ die Gegenspieler stehen - und vollendete unhaltbar für Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann zum 3:0-Endstand ins rechte Eck.

Dabei blieb es, auch weil Rune Jarstein - unter Labbadia wieder die Nummer eins im Hertha-Tor - mehrfach gut parierte. Hertha BSC springt mit dem Sieg nun auf den elften Tabellenplatz und überholt damit vorerst den Stadtrivalen Union Berlin, der am Sonntag (18 Uhr) zuhause auf Bayern München trifft. Am kommenden Freitag treffen die beiden Berliner Bundesligisten dann im Derby im Olympiastadion aufeinander.

Sendung: rbb UM6, 16.05.2020, 18:15 Uhr

Kommentar

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31 Kommentare

  1. 31.

    Nimmt man die ganze Hertha-Mannschaft und addiert, so hat man sicher den Verstand von 2 Zehnjährigen.

    Das hat die Mannschaft zu diesen Corona-Zeiten eindrücklich unter Beweis gestellt.

  2. 30.

    Gegen welche Regel wurde verstoßen? Und kommen Sie mir nicht mit Empfehlungen des Verbandes. Das ist deren interner Kram. Der Gesetzgeber kann Regeln aufstellen, auf die können Sie sich berufen.

  3. 28.

    Ich kann die Freunde ja verstehen zumal mit der Fortsetzung der Spiele einer echt Notleidenden Gilde geholfen wird. Das war der erste Spieltag. Die nächsten werden schlimmer weil die Profis weder Verstand noch Verständnis haben. Sie haben nur die Dollarzeichen in den Augen und kümmern sich einen Dreck um die Regeln. Die ablehnende Meinung der Mehrheit zu diesem Kasperltheater wird ohnehin ignoriert.

  4. 26.

    Die Corona-Gewinnler siegen.

  5. 24.

    Die Jubelanleitung ist lediglich eine Empfehlung. Keine Massnahmen der DFL , wäre auch überzogen. Ich freue mich das es weiter geht mit Fussball. Der Sieg der Hertha war überzeugend. Ha Ho He

  6. 23.

    Falsche Audio-Datei ist drin!

  7. 22.

    P.S. In der Kicker-App steht auch ein Spielbericht. Erster Satz: Hertha-Sieg verdient. Pressekonferenz mit TSG-Trainer Schreuder: Vorne fehlen die Top-Leute, hinten die individuelle Klasse. Passt.

  8. 21.

    Ein wunderbahres Beispiel dafür genauso kurz zu denken, wie die Hertha-Truppe...
    Die sind doch gestestet worden... dann können die jetzt machen was die wollen...
    Die DFL Regeln sind zwingend für ALLE... ALLE werden getestet... ALLE sollen sich an die Regeln halten damit
    wieder Fussbal gespielt werden darf... Das ist ein Riesenprivileg, dass es zu bestätigen gilt..VIELE Unternehmer dürfen noch nicht wieder aufsperren und ihren Lebensunterhalt verdienen weil nicht so eine grosse Lobby wie beim Fussball hinter ihnen steht...und nichtsdestotrotz missachten diese Figuren die Regeln.. die sooo einfach einzuhalten wären.und dann haben Sie dafür auch noch Verständnis und verteidigen es.... wenn diese Truppe noch nicht mal das Jubeln auf die Reihe
    bekommt, wie sollen die in Zukunft für höhere Aufgaben prädestiniert sein.. daran fehlt mir jeglicher Glaube

  9. 20.

    Trotz des Kalou Desasters, welches eigentlich bei jedem HBSC Akteur eingesickert sein müsste, klatschen sich die Spieler nach den Toren ab und bilden Jubeltrauben. Alle anderen Vereine haben offensichtlich verstanden, wie man sich in diesem Schlaglicht zu verhalten hat - nur die Hertha nicht.

    Der Sieg geht natürlich in Ordnung, weil Hertha durchsetzungsfähiger war.

  10. 19.

    @Rene:Ja, habe ich und ich habe die blau- weiße Brille auf und nich rosarot.
    Und Neutralität sieht anders aus.

  11. 18.

    Selbstverständlich habe ich das Spiel gesehen, natürlich habe ich die Kicker-App. Was sagt die Statistik? Hertha bei Laufleistung, Passquote, Fehlpässen besser, Hoffenheim bei Torschützen (davon gingen ein paar in die Wolken) und Zweikämpfen. Wenn man die entscheidenden Zweikämpfe verliert wie beim 3:0, die Chancen anfängerhaft versiebt (z.B. Torschuss mit dem rechten Außenrist, statt mit links), der Gegner vor dem Tor absolut cleverer war, dann ist der Sieg von Hertha alles, nur nicht glücklich.

  12. 17.

    Hhmm, naja ich hab im Fernsehen die Konferenz geschaut... und wenn ich richtig hingeschaut habe...
    hat es überall funktioniert... nur nicht bei .. Hertha BSC...
    Echt... ich habe langsam soo den Hals voll mit diesem Dilettantismuss...
    Wie wird denn Berlin , nicht nur international, durch diesen Komödienstadel , repräsentiert..
    Und ich glaube .. die machen fleissig weiter so..
    Bin übrigens Urberliner.. aber Bayernfan... schon immer.. obwohl ich mich auch an gute Dinge bei Hertha erinnern kann:
    Horr... Röber... auch ein Favre ... und dann hört es leider schon auf .. schade

  13. 16.

    Schon mal was von der Kicker App gehört, scheinbar nicht ?!

    Dort einfach mal in die Statistik des Spiels schauen sie Schlaumeier.

  14. 15.

    War ja klar dass am Ende es wieder nur um dieses Thema geht, dabei war es ein super und souverän herausgespielte Sieg von Hertha, aber klar ohne zu meckern geht da scheinbar in Berlin gar nichts.
    Schade, überall woanders in diesem Land oder in der Welt würde man sich jetzt einfach nur super freuen, aber hier wird über angebliche Corona Geschichten gemeckert.
    Dabei sind die 100 mal getestet worden, also was sicheres als die Bundesliga gibt es eigentlich gar nicht, aber das scheint ja wirklich keiner zu kapieren, schade ich hoffe dass wenigstens RBB das halbwegs objektiv darstellt.

  15. 14.

    Schaut euch das Bild zum Beitrag an, wie sie sich tätscheln. In Bayern und anderswo zahlt der Bürger 500 Euro Ordnungsstrafe, aber Fussballmillionäre dürfen.., es ist ein unglaublicher Skandal, diese Sonderregel für die die Fussballelite.

  16. 13.

    Die Coronaregeln wurden zwar nicht eingehalten, die Profis kümmern sich darum einen Scheissdreck und lachen über den Rest der Welt. Wie weit muss der Irrsinn noch gehen. Inzwischen kann ich die Leute verstehen die auf die Straße gehen.

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