Bruno Labbadia auf dem Trainingsplatz. (Quelle: imago images/Metodi Popow)
Audio: Inforadio | 23.05.20 | 17:15 Uhr | Jakob Rüger | Bild: imago images/Metodi Popow

Hertha-Trainer Labbadia nach dem Derbysieg - "Ich habe versucht, Cunhas Frau zu bestechen"

Hertha-Coach Bruno Labbadia hat den perfekten Start hingelegt: Derbytriumph, optimale Punkteausbeute nach zwei Partien und Distanz zum Tabellenkeller. In einer Medienrunde spricht er über seine Gefühle nach dem Derby und ganz besondere Vaterfreuden.

4:0-Sieg im Hauptstadtderby gegen Union Berlin - das ist ein Brett. Für Hertha-Coach Bruno Labbadia war es das erste Berliner Stadtduell. Zwar ohne Fans, aber trotzdem hoch emotional. Der 54-Jährige sprach in einer Presserunde per Skype über ...

… die Feier nach dem Derbysieg

Wir saßen noch in der Kabine zusammen und sind dann rüber ins Trainingszentrum gefahren. Da haben wir mit dem Präsidenten und allen, die so um uns herum waren, zusammengesessen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen. Das ist immer schön. Und es gab ja genug Grund zur Freude.

… seine Gefühle nach dem Derbysieg

Siege fühlen sich immer gut an. Das hat weniger mit dem Derby zu tun. Was mich antreibt ist das Gewinnen, das haben wir gestern auf eine sehr gute Weise gemacht. Dass es ein Derby war, ist gut. Wenn wir nochmal 75.000 Zuschauer dabei gehabt hätten, wäre es gigantisch gewesen. Und jetzt kann man sich auch mal bei unseren Fans bedanken, dass es um das Derby herum so ruhig geblieben ist.

… Verbesserungspotenzial trotz des deutlichen Derbysieges

Da gibt es immer sehr viele Dinge. Wir haben in der ersten Hälfte das Problem gehabt, dass wir im vorderen Bereich zu häufig auf einer Linie gespielt haben – da sind dann keine Räume entstanden. Was wir in der ersten Hälfte aber ganz gut gemacht haben, war das Spiel in die Tiefe. So haben wir unsere Chancen herausgespielt. Das haben wir hin und wieder hinbekommen, aber es war immer noch zu wenig. Das haben wir in der zweiten Hälfte besser gemacht. Es gibt immer Dinge zu verbessern. Aber ich habe der Mannschaft vor dem Spiel in Hoffenheim versucht klar zu machen, dass nicht innerhalb von ein paar Tagen alles klappen muss. Ich habe versucht, Druck herauszunehmen, weil wir viel Input gegeben haben. Die Gefahr bestand, dass die Spieler zu viel wollen. Aber ich muss sagen, wenn ich das Ganze sehe, haben sie sehr viel miteinander umgesetzt. Über allem steht, dass wir bis zur 90. Minute versucht haben, den Gegner unter Druck zu setzen.

… über einen vorzeitigen Klassenerhalt

40 Punkte sollte man haben, das wäre klasse. Ich glaube, dass wir so demütig sind und wissen, dass diese sechs Punkte extrem wichtig waren. Wir sind auch keine Träumer und wissen, wie nah im Fußball alles beieinander liegt. Aber die Mannschaft hat sich das verdient. Wir sind aber immer auf der Hut, das kann ich sagen. Wir müssen noch einiges machen, dass wir klar da unten rauskommen.

... die Verletzten

Karim Rekik ist schon super im Training, aber eben noch nicht im Mannschaftstraining. Am Innenband ist es leider eine bescheuerte Verletzung. Du kannst schon vieles machen und das haben wir total ausgenutzt. Karim hat richtig geackert in den letzten anderthalb Wochen. Da hat er im körperlichen Bereich echt etwas aufgeholt und sogar verbessert. Aber das Problem sind die Drehungen. Da müssen wir abwarten, ob er für die kommende Woche eine Rolle spielt. Santiago Ascacibar wird noch mindestens die kommenden beiden Wochen ausfallen. Marius Wolf kann hoffentlich in der kommenden Woche wieder dazukommen. Bei Niklas Stark macht die Hüfe noch Probleme.

… die Geburt von Matheus Cunhas erstem Kind in der Nacht nach dem Derby

Wir haben seit über einer Woche schon etwas gezittert. Und ich habe versucht, Cunhas Frau zu bestechen, dass sie in der vergangenen Woche noch das Spiel in Hoffenheim aushält. Und nochmal etwas draufgelegt, dass sie auch über das Derby hinaus stillhält. Deshalb bin ich jetzt in der Pflicht. Was es ist, das bleibt unter uns. Ich freue mich sehr für Matheus. Das ist sein erstes Kind. Er ging sehr entspannt mit der gesamten Situation um, wollte unbedingt spielen. Und seine Frau hat wirklich gut auf ihn gewartet – das war super. Wir haben ihn übrigens nicht deshalb ausgewechselt. Er kam nach der Auswechslung zu mir und sagte: "Trainer, ich muss weg. Ich muss zu meiner Frau." Da habe ich gesagt, "verschwinde. Und informier mich sofort, wenn du Vater geworden bist."

… Vedad Ibisevic, der mit Labbadia als Trainer seine meisten Tore schoss

Wir haben eine Voraussetzung geschaffen, die für ihn sehr wichtig war: Wir haben ihn körperlich wieder in Form gebracht, nachdem er wenig gespielt hat. Das ist für einen älteren Spieler immer schwierig. Er hat in jedem Training und in jeder Spielform gezeigt, dass er da vorne rein will. Er war der Stabilisator aber auch der Anführer. Ich freue mich für ihn. Ich weiß, dass er ein Torjäger ist und das verlernt man nicht. Was mir gegen Union sehr gut gefallen hat, ist, dass er sehr viele Bälle gehalten und Löcher gerissen hat. Und er hat auch zwei Tore vorbereitet. Jetzt schauen wir, wie es weitergeht.

Sendung: rbb um6, 23.05.2020, 18 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Harlem] vom 24.05.2020 um 08:29
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5 Kommentare

  1. 5.

    @3 und @4: Sie haben jeweils nicht verstanden, dass es in meinem Kommentar primär um die Äußerungen des Trainers geht. Werdende Eltern können selbst entscheiden was ihnen wichtig ist( Job, Entbindung,). Das muss jede/r selbst wissen, was für ihn/sie vorgeht. Und dass es Frauen gibt, die vom Geld ihrer Männer leben, hatte ich ja auch gesagt. Damit bestätigen sie das rückständige Frauenbild. Wovon habe ich keine Ahnung und was vermute ich? Ich habe eine Meinung über eine Aussage und keine Vermutung geäußert und geahnt habe ich in diesem Zusammenhang auch nichts.

  2. 4.

    @Tori
    Was hat das mit dem Fraunbild zu tun?
    Der Job geht vor und seine Frau lebt bestimmt nicht schlecht damit und davon!
    Finde es sehr vorbildlich sein Verhalten, erst eine top Leistung und dann sofort ins Krankenhaus zu seiner Frau

  3. 3.

    Wenn Sie keine Ahnung haben, dann lassen Sie doch Ihre Vermutungen. Wenn es bei Cunhas Frau früher losgegangen wäre, hätte er nicht gespielt. Es war aber noch Zeit und er war immer informiert. "Normale" Arbeitnehmer gehen übrigens auch zur Arbeit und können dann bei der Geburt bei der Partnerin sein, die warten auch nicht tagelang ohne was zu tun. Schöne Grüße von einer Frau.

  4. 2.

    Wahnsinn story mit Cunha, kurz vorher Tor schießen, dann ab ins Krankenhaus und Kind wird geboren, eigentlich unglaublich vom Timing her :)

  5. 1.

    Sicher findet er sich witzig mit Sprüchen wie "ich habe seine Frau bestochen". Aber ausser der bekannten Geldgier im Fußball zeigt es auch das Frauenbild dieser Männer. Warum soll eine Frau Unterstützung bei der Entbindung haben? Sie hat sich gefälligst an den Zeitplan des Vereins zu halten. Und wenn sie in der Klinik ist, steht der Mann auf dem Platz. Da werden falsche Werte gefeiert. Aber leider gibt es Frauen, die sich so etwas gefallen lassen vermutlich auch wieder wegen des Geldes. Das Kind wird dann ebenso erzogen. Da fällt das Gratulieren schon schwer- trotzdem Glückwunsch.

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