Sabine Lisicki holt zum Aufschlag aus. Bild: imago-images/Imaginechina
Bild: imago-images/Imaginechina

Die Karriere von Sabine Lisicki - Hinaus auf den heiligen Rasen und zurück

2013 war Sabine Lisicki ganz kurz vor der Krönung, im Finale des legendären Tennis-Turniers von Wimbledon scheiterte sie an der Französin Marion Bartoli. Es war der Höhepunkt ihrer Karriere. Momentan steht die Berlinerin auf Platz 595 der Weltrangliste.

Bei rbb|24 ist Lisicki am Donnerstag ab 18 Uhr im "Lass doch mal skypen"-Interview

Es gab eine Zeit, da war Sabine Lisicki omnipräsent. Sie brillierte auf der Tennis-Tour der Damen, vor allem bei ihrem Lieblingsturnier auf dem heiligen Rasen von Wimbledon, einmal erreichte sie sogar das Finale - und zählte zu Berlins Sportlern des Jahrzehnts. Sie schlug den schnellsten Aufschlag der Welt, im Boulevard hieß Lisicki damals "Bum Bum Bine" - und sie datete den TV-Komiker Oliver Pocher.  

Das ist jetzt schon eine Weile her. Mittlerweile steht die 30-jährige Berlinerin - nach zahlreichen Verletzungen in den letzten Jahren - auf Platz 595 der Weltrangliste. Am Donnerstag (18 Uhr bei rbb|24 und auf Facebook beim rbbsport) ist sie zu Gast bei "Lass doch mal skypen" und spricht über ihre aktuelle Situation, ihre großen Momente und die Zukunft. Wir blicken vorher nochmal zurück auf die wichtigsten Stationen ihrer Karriere. 

Sabine Lisicki im Interview beim rbb 2004. Bild: rbb
Selbstbewusste 15-Jährige: Sabine Lisicki 2004 am rbb Mikrofon. | Bild: rbb

2003 bis 2010 - Die Anfänge von Berlin in die Welt

Tennis spielt Sabine Lisicki, seit sie sieben Jahre alt ist. In Berlin, beim LTTC Rot-Weiß schlug sie zum ersten Mal 2003 im Alter von 14 Jahren auf. Damals war sie mit ihren Eltern aus Troisdorf in Nordrhein-Westfalen in die Hauptstadt gezogen. Nur ein Jahr später präsentierte sie sich als 15-Jährige zum ersten Mal auf der Profitour der WTA, bei den German Open im Berliner Steffi-Graf-Stadion. Im rbb formulierte die junge Lisicki damals ihr forsches Ziel - "die Nummer 1 der Welt werden".

Und tatsächlich war sie einige Jahre später auf einem guten Weg. In Berlin, aber noch häufiger in den USA trainierte Lisicki - an der renommierten Tennnis-Akademie von Nick Bollettieri. Ab 2008 ging es für das Talent mit dem starken Aufschlag steil bergauf. Im Januar qualifizierte sie sich bei den Australian Open zum ersten Mal für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Im Mai wurde sie bereits auf Platz 89 der Welt und damit zum damaligen Zeitpunkt als beste Deutsche geführt. Ein Jahr später gewann sie das stark besetzte Turnier in Charleston, ihr erster Titel auf der Tour.

Sabine Lisicki (rechts) und Marion Bartoli nach der Siegerehrung in Wimbledon. Bild: imago-images/ZUMA Press
Die große Bühne: Sabine Lisicki (mit silberner Schale rechts) und die Siegerin Marion Bartoli bei der Siegerehrung nach dem Wimbledon-Finale 2013. | Bild: imago-images/ZUMA Press

2011 bis 2014 - Großartig in Wimbledon

Eine hartnäckige Sprunggelenksverletzung warf Lisicki in der Saison 2010 zurück. Im Jahr darauf nahm ihre Karriere allerdings richtig Fahrt auf: 2011 gewann Lisicki das WTA-Turnier von Birmingham, ein Vorbereitungsturnier für das Grand Slam in Wimbledon. Auf dem "heiligen Rasen", wie die Plätze des Areals im Süden Londons in der Tenniswelt genannt werden, spielte sie sich bis ins Halbfinale - als erste Deutsche seit Steffi Graf (1999).

Auch 2012 kam sie in Wimbledon weit, erst im Viertelfinale war Schluss - gegen Angelique Kerber. Kurz zuvor hatte Lisicki ihre höchste Platzierung in der Weltrangliste mit Platz zwölf erreicht. Ihren größten Erfolg feierte sie im Jahr darauf: Wieder war Wimbledon ihr Turnier. 2013 schaffte sie es in London bis ins Finale. Dort verlor Lisicki allerdings mit 1:6 und 4:6 gegen Marion Bartoli. Im Folgejahr gelang der Berlinerin in Wimbledon nochmal der Einzug ins Viertelfinale - zum bisher letzten Mal.

2015 bis 2019 - Von Verletzungen verfolgt

Außerdem gelang ihr 2014 mit 210,8 Kilometern pro Stunde der schnellste je gemessene Aufschlag im Damentennis. Im Herbst gewann sie ihr viertes und bislang letztes Turnier im Einzel auf der Tour in Hongkong.

Danach musste Lisicki immer wieder mit Verletzungen pausieren: 2015 plagte sie sich mit Knieproblemen, 2017 waren es die Schulter und erneut das Knie, 2018 der Fuß und 2019 Pfeiffersches Drüsenfieber. Ihre Trainer wechselte Sabine Lisicki in dieser Zeit ebenfalls einige Male.

Auch abseits des Sportes wurde es stiller um den einstigen Liebling des Boulevards. Erst recht, nachdem sie sich 2016 von Oliver Pocher getrennt hatte, mit dem sie mehr als drei Jahre lang ein Paar gewesen war.

2020 - Corona bremst Comeback aus

In diesem Jahr wollte die Nr. 595 der Welt erneut ein Comeback starten. Im Dezember 2019 sagte Lisicki rbb|24: " Meine Leidenschaft ist einfach Tennis. Ich vermisse es so sehr, auf dem Tennisplatz zu stehen, wenn ich es nicht darf. Das Feuer ist einfach noch da."

Bei den Australian Open Anfang des Jahres scheiterte sie knapp in der letzten Qualifikationsrunde. Jetzt wurde sie von der Corona-Krise ausgebremst. Der Tennis-Zirkus ruht vorerst und damit auch Lisickis Chance, wieder nach oben zu klettern.

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