Anthony Ujah
Bild: imago / Simon

Union Berlins Anthony Ujah - "Nationalspieler sind besondere Vorbilder gegen Rassismus"

Für Anthony Ujah vom 1. FC Union Berlin haben Anti-Rassismus-Botschaften von deutschen Nationalspielern eine große Bedeutung. "Wenn ich einen Spieler wie Thomas Müller sehe, der den Deutschen viel bedeutet, dann ist schon ein einziger Post von ihm ein starkes Statement", so der 29-jährige Nigerianer in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung [Bezahlinhalt] am Sonnabend. Alle Kinder, die wie Thomas Müller sein wollten, oder wie Manuel Neuer oder Joshua Kimmich, und ihren Idolen auf Social Media folgten, sähen dann, wo ihre Stars stünden, schreibt der Stürmer weiter.

Als erster Bundesliga-Profi hatte Anthony Ujah mit einem Tweet [Twitter] den gewaltsamen Tod des Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt beklagt. Bereits vor sechs Jahren hatte Ujah nach dem Tod von Eric Garner in den USA öffentlich protestiert [Twitter]. "Wenn ich es schaffe, dass nur fünf oder zehn Menschen ihre Denkweise wegen mir verändern, dann habe ich meine Rolle ausgefüllt," argumentiert der Union-Spieler in dem Zeitungsartikel. Alles, was man täte, wäre besser, als nichts zu tun.

Falls der Stürmer am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (Anstoß 15:30 Uhr) ein Tor erzielen sollte, würde er wieder eine Botschaft präsentieren. "Wenn ich ein Tor schieße, habe ich die Möglichkeit für meine Kampagne." So habe er es in der Vergangenheit gemacht - und so werde er es auch in Zukunft machen. Selbstverständlich sei Ujah aber auch auf das Ziel fokussiert, dass sein Arbeitgeber in der Bundesliga bleibt.

Sendung: Inforadio  - Die Bundesliga, 06.06.2020, 15:05 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Nationalspieler*innen im Fußball haben durchaus eine größere Reichweite, das stimmt. Aber das Verlesen von und Teilnehmen an antirassistischen Konzepten ist kein ernst zu nehmender Bestandteil von Antirassismus im Fußball. Gerade das Selbstbeweihräuchern und Verächtlichmachen der sportlichen Gegner etwa durch den "Gaucho-Tanz" war speziell bei Müller ein Ausdruck von Nationalismus und Rassismus.

    Die Änderung der Zusammensetzung einer Mannschaft ist nur ein kleiner Fortschritt. Aber sie meint bei weitem keine Überwindung oder eine glaubwürdig antirassistische Grundhaltung. Es schafft die ausgrenzenden Haltungen nicht ab, sensibilisiert nicht, hinterfragt nicht.

    Antirassismus-Konzepte als Selbstentlastung u- -inszenierung sind eben kein Antirassismus, s. z.B. Mesut-Özil-Skandal.

    Es macht einen Unterschied, welche Herkunft oder welchen sozio-ökonomischen Hintergrund man hat - und das sollte es nicht. Geld ist im Fußball grds. der Fokus und keine Werte wie Solidarität.

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