Alba-Kapitän Niels Giffey versenkt den Ball im Korb. / imago images/BBL-Foto
Audio: Inforadio | 26.06.2020 | Florian Hecht | Bild: imago images/BBL-Foto

88:65-Sieg gegen Ludwigsburg - Alba ist dem Meistertitel nach Final-Hinspiel ganz nah

Die Basketballer von Alba Berlin haben beim Finalturnier in München einen großen Schritt Richtung Meistertitel gemacht. Im ersten von zwei Endspiel-Duellen besiegten sie Ludwigsburg mit 88:65 (46:29). Phasenweise war es eine Machtdemonstration der Albatrosse.

Es fehlt nicht mehr viel zum ersten Meistertitel für Alba Berlin seit 2008: Im Final-Hinspiel setzten sich die Albatrosse am Freitagabend in München mit 88:65 (46:29) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg durch. Somit gehen sie mit einem 23-Punkte-Vorsprung in das entscheidende Duell am Sonntag um 15 Uhr - und stehen kurz vor ihrer neunten Meisterschaft.

Hiobsbotschaft für Ludwigsburg

Eine Hiobsbotschaft hatte es für die Ludwigsburger bereits vor der Partie gegeben. Im Kader fehlte Marcos Knight. Ausgerechnet der Spieler also, der mit einem Double-Double - sprich: zweistelligen Werten bei Punkten und Rebounds - nach dem anderen maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass die Schwaben in diesem Finale standen. Eine Fußverletzung stoppte den 30-jährigen Point Guard. "Es ist schade, er hat eine unglaublich wichtige Rolle in unserer Mannschaft. Aber wir haben andere, die diese Rolle vielleicht kompensieren können", sagte Ludwigsburg-Coach John Patrick vor der Partie bei der Streaming-Plattform Magentasport.

Wirklich in den Flow kam zunächst keines der beiden Teams. Auf dem Parkett war viel Nervosität zu sehen - und wenig Rhythmus. Hatte sich das Aufeinandertreffen vor eineinhalb Wochen in der Vorrunde noch schnell zu einem echten High-Scoring-Game auf Augenhöhe entwickelt, musste nun jeder Punkt mühsam erkämpft werden. Spielerische Leichtigkeit? Fehlanzeige! Alba war die etwas treffsicherere von zwei Mannschaften, die jedoch beide Nachholbedarf hatten. Als die ersten zehn Minuten gespielt waren, führten die Berliner mit 19:13.

Giffey lässt es krachen, Alba marschiert

Und fast schien es so, als würde sich das im zweiten Spielabschnitt fortsetzen. Doch dann wachte Alba auf. Nach gut zwei Minuten stopfte Niels Giffey den Ball nach einem Pass von Martin Hermannsson mit dem Rücken zum Korb durchs Netz. Es war der krachende Auftakt zu einem 8:0-Lauf. Erstmals brachten die Berliner richtig Luft zwischen sich und Ludwigsburg und führten zweistellig (30:20/15.). Bis zur Halbzeit bauten die Albatrosse diese weiter aus. Sie setzten den Gegner nun richtig unter Druck. Und während der mit dem Rücken zur Wand sonst oft zur Top-Form aufläuft, blieb eine solche Reaktion an diesem Abend aus. Mit einem perfekten Dreier aus großer Distanz sorgte Peyton Siva für die 46:29-Pausenführung.

Und danach legten die Berliner erst so richtig los. Das dritte Viertel wurde zur Machtdemonstration des Teams von Aito Garcia Reneses - was es nun zeigte, war Alba-Basketball at its best. Mit bis zu 30 Punkten zogen sie zwischenzeitlich davon (65:35). Und Ludwigsburg litt sichtlich. Unter dem Ausfall von Marcos Knight. Unter der großen Belastung durch den engen Spielplan, die die Albatrosse dank einer deutlich tieferen Bank besser abfedern konnten. Und unter der schier aussichtslosen Situation. Defensiv waren sie lediglich Zuschauer im offensiven Wirbel der Berliner, offensiv ließ die starke Deckung des Favoriten nur 13 Punkte zu.

Giffey: "Guter Puffer für das zweite Spiel"

69:42 führte Alba vor dem Schlussabschnitt, und der ohnehin bittere Abend drohte für Ludwigsburg zum Debakel zu werden. Doch die Schwaben rafften sich in diesem scheinbar hoffnungslosen Moment noch einmal auf und ließen die Energie aufblitzen, die sie sonst auszeichnet - jedoch an diesem Abend fehlte. Gegen Berliner, die nun ganz offensichtlich ein wenig nachlässig wurden, drückten sie den Rückstand phasenweise immerhin auf unter 20 Punkte. Die Moral stimmte - und doch blieb eine größere Aufholjagd verwehrt.

23 Punkte betrug der Alba-Vorsprung am Ende. "Einige Spieler waren übermotiviert. Sie wollten so wie Marcos das Spiel selbst entscheiden, aber das ist nicht unser Spiel", sagte Ludwigsburgs sichtlich enttäuschter Trainer John Patrick bei Magentasport - und: "Wir haben die ganze Saison viel besser gespielt. Wir müssen in unser Spiel zurückfinden." Die Ausgangslage für Sonntag könnte jedoch schlechter kaum sein. Albas neunter Meistertitel ist ganz nah. "Es ist sehr gut für uns gelaufen", sagte Kapitän Giffey - und: "Wir haben mehr als 30 Minuten extrem gut gespielt und haben uns einen guten Puffer für das zweite Spiel erspielt."

Sendung: rbb24, 26.06.2020, 21:45 Uhr

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