Matthias Große mit seiner Lebensgefährtin, der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein (Quelle: dpa/Nico Tapia)
Bild: dpa/Nico Tapia

"Erfolglos, ideenlos, führungslos" - Eisschnelllauf-Verbandspräsident ruft zur großen Reform auf

Der kommissarische Präsident Matthias Große hat in einem Offenen Brief die Sportler, Trainer und Verantwortlichen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft aufgefordert, in einem "Ideen- und Kummerkasten" Verbesserungsvorschläge einzubringen und ihre Sorgen mitzuteilen. "Nehmt kein Blatt vor den Mund, lasst Euren Gedanken freien Lauf", erklärte Große, der damit auf seine Kritiker wie Athletensprecher Moritz Geisreiter zugeht.

Verband stellt Corona-Hilfsanträge

Für niemanden sei es ein Geheimnis, welch jämmerliches Bild der Verband zuletzt abgegeben habe. "Erfolglos, ideenlos, führungslos. Selbst von Insolvenz war die Rede", schrieb der Lebensgefährte von Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Der Neuanfang soll daher auf ein faires, respektvolles Miteinander setzen, persönliche Eitelkeiten müssten zurückgestellt werden. Transparenz und Mitsprache verkündete er als Ziele. Vor allem sollten "die Belange der Athleten*innen in den Vordergrund" gerückt werden.

Angesichts der finanziellen Schieflage des Verbandes sei beschlossen worden, "die längst fälligen Corona-Hilfsanträge zu stellen, um sämtliche noch möglichen Bundeshilfen zu bekommen." Er wolle sich nun "einen detaillierten Einblick in die Finanzen" verschaffen, ehe die angekündigten Sponsorenverträge fixiert werden können.

Große plädiert für ehemalige deutsche Sportler als Trainer

Er gehe jetzt daran, die Inhalte seines Bewerbungskonzeptes umzusetzen, sagte Große. Dazu zählten vor allem die Themen "Rückkehr zum maximalen sportlichen Erfolg" und "Nachwuchs für Vereine und Verbände". Dazu werden Arbeitsgruppen gebildet. Große plädierte dafür, stärker auf eigene Trainer wie Gunda Niemann-Stirnemann, André Hoffmann und Jenny Wolf zu setzen. Im engen Austausch mit "Erfolgstrainern wie Joachim Franke, Stephan Gneupel oder Thomas Schubert sollten wir der jungen Garde das Vertrauen schenken, unsere Athleten*innen wieder an die internationale Spitze heranzuführen."

Sendung: rbb UM6, 26.06.2020, 18 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Das klingt doch nach einem guten Anfang.
    Ich bin gespannt, wie sich die Lage bei der DESG weiter entwickeln wird und drücke die Daumen, dass es von nun an dort wieder bergauf gehen wird. Erstmal Ruhe, Transparenz und Stabilität reinbringen, die sportlichen Erfolge sollten sich dann mittelfristig auf dieser Basis auch wieder ergeben.
    Ich hoffe allerdings, dass da nicht noch böse Überraschungen beim "detaillierten Einblick in die Finanzen" warten...

  2. 2.

    Ich wünsche Herrn Große bei seinem Vorhaben viel Glück da unser Eisschnelllauf ja völlig am Boden liegt wir sind wenn man die Wettkämpfe verfolgt international nicht Kunkurensfähig was ich als Fan dieser Sportart sehr schade finde. Nur in der Vergangenheit zu schlegen wie bisher kann nicht der Anspruch der Atlethen sein.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  3. 1.

    Ich hoffe das Herrn Große der Neustart gelingt. Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg nur einen Schuldigen.

Das könnte Sie auch interessieren