Die Herthaner Torunarigha und Boyata versuchen, Dortmunds Julian Brandt am Schuss zu hindern (Quelle: dpa/Groothuis/Witters)
Audio: Inforadio | 06.06.2020 | Burkhard Hupe | Bild: dpa/Groothuis/Witters

0:1 in Dortmund - Hertha verliert erstmals unter Labbadia

Hertha BSC hat unter Bruno Labbadia die erste Niederlage einstecken müssen. In Dortmund boten die Berliner dem Tabellenzweiten lange Paroli, unterlagen aber am Ende mit 0:1. Für den Berliner Trainer setzt sich damit ein Fluch fort.

Erstmals seit dem Amtsantritt von Bruno Labbadia hat Hertha BSC ein Bundesligaspiel verloren. Am Samstagabend unterlagen die Berliner in Dortmund knapp mit 0:1 (0:0). Zuvor hatte Hertha unter Labbadia zehn Punkte aus vier Spielen geholt und sich aus der Abstiegszone befreit.

Die Spieler von Hertha und Dortmund knieen vor dem Anpfiff auf dem Boden, um ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt zu setzen (Quelle: dpa/Groothuis/Witters)
Die Spieler von Hertha BSC und Borussia Dortmund machen vor dem Anpfiff einen Kniefall. | Bild: dpa/Groothuis/Witters

Der Hertha-Coach, der sein 250. Bundesligaspiel bestritt, hatte zuvor auch mit anderen Vereinen noch nie gegen den BVB gewinnen können. Der 54-Jährige vertraute den gleichen Spielern wie schon zuletzt beim 2:0-Erfolg in Augsburg. Vor dem Anpfiff knieten Spieler und Verantwortliche beider Teams, um ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt zu setzen. Die Spieler solidarisierten sich mit den Demonstranten in den USA, die seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz zu Tausenden auf die Straßen gehen.

Hertha bremst Dortmunder Offensive zunächst aus

Zunächst starteten beide Mannschaften kontrolliert. Erst nach gut 20 Minuten hatte Dortmunds Thorgan Hazard die erste nennenswerte Chance, der Ball rutsche ihm jedoch über den Fuß. Der Tabellenzweite erarbeitete sich allmählich ein leichtes Übergewicht, kam dank der konsequent verteidigenden Hertha-Abwehr aber nicht zu gefährlichen Abschlüssen.

Hertha-Coach Bruno Labbadia animierte seine Spieler von der Seitenlinie aus, häufiger den Weg nach vorne zu suchen. Mutige Vorstöße seiner Mannschaft über außen sah er aber selten. Der einzige Schuss der Berliner gelang Vladimir Darida nach einer halben Stunde. Sein Versuch landete aber sicher in den Armen von BVB-Keeper Roman Bürki. Noch vor der Pause ersetze Alexander Esswein den angeschlagenen Javairo Dilrosun.

      

Labbadias BVB-Fluch hält an

Auch Dodi Lukebakio erhielt noch vor dem Wiederanpfiff eine Pause. Für ihn kam der 19-jährige Jessic Ngankam ins Spiel. Die ersten Minuten gehörten jedoch den Dortmundern. Zunächst verpasste Jadon Sancho die Führung, weil er trotz guter Position verzog. Wenig später leitete er dann aber selbst das Tor ein. Er bediente Julian Brandt, dessen sehenswerte Kopfballablage Emre Can zum 1:0 verwandelte (57.).

Nach dem Gegentreffer wurden die Berliner noch einmal deutlich offensiver. Mit mehr Risiko erhöhten sie den Druck auf die Abwehr der Westfalen, die letzte Aktion blieb aber immer zu ungenau. Knapp, aber verdient gewannen die Dortmunder somit mit 1:0 - und Trainer Bruno Labbadia muss weiter auf seinen ersten Sieg gegen den BVB als Trainer warten.

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    Dank der Auswärtstore bleibt Werder Bremen erstklassig.


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Sendung: Inforadio, 06.06.2020, 20.05 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Der Begriff des "Big City Club" stammt nicht von Klinsmann, sondern von Windhorst, Ole. Der BVB ist zwar noch gut 100 Mio € von Hertha entfernt - aber ich könnte mir vorstellen, dass diese "Lücke" mittelfristig ausgeglichen wird.

    Winhorst hat erst Mitte Mai angekündigt: "Wir sind bereit, nochmals einhundert, einhundertfünfzig Millionen Euro Eigenkapital zu investieren, wenn der Bedarf bestehen sollte." Dass dieser Bedarf so schnell besteht, dürfte selbst die eingefleischsten Hertha Fans überraschen, denke ich. Damit dürfte auch klar sein, wo die Hertha "kurzfristig-mittelfristig" hingesteuert werden soll.

  2. 6.

    Den Spruch können Sie jetzt mal wieder einstecken, Klinsmann ist weg und damit auch das Wort BigCityClub. Wenn Sie nur pauschal gegen Hertha hetzen wollen, dann machen Sie es woanders und verstecken sich nicht in einem anonymen Forum. Wir reden gerade alle über Toleranz und Diskriminierung usw.; im Sport kann man ganz leicht fair bleiben. Und wenn Sie die Vereinsführung angehen wollen, dann bitte an Hertha direkt posten. Aber lassen Sie

  3. 5.

    Dank Windhorst spielt Hertha bald in einer anderen Liga, die aktuellen Ergebnisse geben einen Vorgeschmack darauf. Das Ergebnis in Dortmund ist einfach normal. Noch ein zwei Kracher ( z.B. Draxler ) und etwas Zeit, dann fällt auch Dortmund.

  4. 4.

    Beim selbsternannten „Big City Club“ kann doch nicht der Anspruch sein, nur ein passables Ergebnis gegen den Tabellenzweiten zu erzielen!

  5. 3.

    Jeder „Serie“ reißt irgendwann. Und nur mit einen Tor Unterschied gegen Dortmund auswärts zu verlieren hätten wir uns alle vor den Geisterspielen nicht vorstellen können, oder? Dem BVB wünsche ich Glück, damit es vlt. noch spannend wird in der Meisterschaft. Am Ende wird der FCB aber Meister :-)

  6. 2.

    Passiert. Muss man sich sicher nicht grämen. Mit ein bisschen mehr Elan wäre auch ein Punkt möglich gewesen, aber nun gut. Schön, dass Ngankam wieder zum EInsatz kam, Samardzic gerne auch länger. Und die Erkenntnis, dass Esswein in der ersten Liga nichts zu suchen hat. Wenn Cunha nächste Woche wieder fit ist, sieht das Mittelfeld auch wieder deutlich besser aus, da kam (außer Laufwunder Darida) nicht sehr viel.

  7. 1.

    Ist doch ein passables Ergebnis gegen den Tabellenzweiten.

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