Union Berlin bejubelt den Treffer zum 1:0 gegen Paderborn. / imago images/Contrast
Audio: Inforadio | 16.06.2020 | Lars Becker | Bild: imago images/Contrast

1:0-Sieg gegen den SC Paderborn - Union Berlin macht den Klassenerhalt perfekt

Jubel bei Union Berlin: Die Köpenicker haben den SC Paderborn mit 1:0 (1:0) bezwungen - und sich so bereits zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert. Paderborn hingegen steigt ab. Ein Eigentor sorgte für die Entscheidung. 

Um genau 22:24 Uhr schallte der Abpfiff durch das Stadion an der Alten Försterei und die Sensation, die sich schon angebahnt hatte, war perfekt: Union Berlin spielt auch in der nächsten Saison in der Bundesliga. Durch einen 1:0 (1:0)-Sieg gegen den SC Paderborn sicherten sich die Köpenicker am Dienstagabend den Klassenerhalt - und starteten mit T-Shirts mit der Aufschrift "Schlussendlich. Saison 2019/20 - Klasse Gehalten" in die Feier-Nacht.

Union von Beginn an dominant

Gerade einmal 80 Sekunden dauerte es, da hätte Sebastian Andersson für einen Traumstart für Union sorgen können. Dass es beim Konjunktiv blieb, lag daran, dass der Stürmer - mit ausreichend Platz und in guter Position - nicht genügend Druck hinter den Ball brachte. So wurde es nur ein leichtes Aufwärm-Programm für Leopold Zingerle (2.).

Der Paderborn-Keeper hatte auch in der Folgezeit einiges zu tun und die Aufgaben wurden schwieriger. Erst parierte der 26-Jährige gegen Grischa Prömel, der den Ball - wie zuvor Andersson - eher in Richtung Tor kullern ließ (9.). Drei Minuten später wurde es aber richtig brenzlig: Ken Reichel zog von links ab, Zingerle parierte - und auch den Nachschuss brachte der 33-Jährige nicht am Torhüter vorbei (12.).

Das Erfolgsrezept? Bekannt!

Die Chancen waren Ausdruck der klaren Überlegenheit der Unioner, die wie schon in Köln mit einer Viererkette antraten. Der einzige Wechsel: Robert Andrich kam für Yunus Malli in die Partie. Sie hatten mehr Ballbesitz. Sie gewannen mehr Zweikämpfe. Ja, es war ein Mehr in allen Bereichen. Paderborn - zusätzlich geschwächt, weil Kapitän Christian Strohdiek früh verletzt vom Feld musste - präsentierte sich an diesem Abend zunächst tatsächlich wie das, was sie beim Blick auf die Tabelle auch sind: ein weit abgeschlagenes Schlusslicht.

  

Ab der 27. Minute zeigte sich das dann wenig überraschend auch auf der Anzeigentafel. Union traf so, wie die Köpenicker am liebsten treffen - nach einem Standard von Christopher Trimmel. Dieses Mal brachte der Kapitän den Ball aus dem linken Halbfeld in den Strafraum und der Paderborner Ben Zolinski kam zwar vor Keven Schlotterbeck an den Ball, lenkte ihn aber mit dem Hinterkopf ins eigene Tor. Es war das verdiente 1:0 für die Köpenicker.

Paderborn findet besser in die Partie

Und fast hätte es schon vier Minuten danach 2:0 gestanden. Ein Schuss von Christian Gentner ging haarscharf rechts am Tor vorbei. Danach fanden die Gäste zumindest ein bisschen besser in die Partie - und kamen zu ihrer einzigen gefährlichen Situation in den ersten 45 Minuten: Mohamed Dräger ließ einmal aufblitzen, dass Union-Außenverteidiger Reichel seine schnellsten Zeiten hinter sich hat, aber traf dann aus spitzem Winkel nur das Außennetz (38.).

So ging Union mit einer Führung in die Pause. Nach der setzte Paderborn seinen leichten Aufwärtstrend fort. Zunächst führte das noch nicht zu Torgefahr - bis zur 59. Minute: Da scheiterte Zolinski erst an Trimmel, der den Schuss mit einer eingeflogenen Grätsche blockte. Nach der anschließenden Ecke kam Sebastian Vasiliadis zum Kopfball, doch der scheiterte an Union-Torhüter Rafal Gikiewicz. Es war nun ein Spiel auf Augenhöhe - und niedrigem Niveau.

Andrich verpasst Entscheidung

Paderborn bemühte sich weiter, offensiv Druck aufzubauen. Aufwand und Ertrag passten jedoch nicht annährend zusammen. Die Ostwestfalen scheiterten zumeist frühzeitig an den eigenen Ungenauigkeiten. Und Union hätte - im nicht ungefährlichen Verwaltungsmodus - fast für die vorzeitige Entscheidung gesorgt. In der 72. Minute traf Andrich nach einer Andersson-Ablage per Brust den Innenpfosten. So blieb es eng und spannend bis 22:24 Uhr - bis Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus die Partie beendete.

Der Klassenerhalt ist nun geschafft. Schlussendlich, wie Trainer Urs Fischer so oft zu sagen pflegt. Die große Party bleibt in der Corona-Krise aus. Man werde "mit Abstand und doch ein paar Bier" feiern, kündigte Christopher Trimmel an. Immerhin.

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Sendung: rbb24, 16.06.2020, 21:45 Uhr

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26 Kommentare

  1. 24.

    Sie sollten mal in Betracht ziehen, unter welchen Vorausetzungen der FCU in der Bundesliga angetreten ist: der Etat beträgt knapp 40,5 Mio€. Der nächstfolgende Verein in diesem Ranking, Fortuna Düsseldorf, verfügt über 68,6 Mio, der 1. FC Köln über 92 Mio, Augsburg über gut 106 Mio usw. Und wie die Hertha dasteht, werden Sie selbst am besten wissen - aber das nur mal nebenbei. ;-)

    Daher ist es doch verständlich, dass das Konzept nicht darauf ausgelegt sein kann offensiv ausgerichteten "Hurra-Fussball" zu spielen, sondern erstmal Hauptaugenmerk auf eine geschlossene Mannschaftsarbeit in puncto Defensivarbeit zu legen. Am Beispiel des SC Paderborn sieht man ja, wie eine unbedingt offensiv ausgerichtete Taktik eines kleines Vereins gescheitert ist. Wobei der SCP sogar 19 gelbe Karten mehr als der FCU kassiert hat.

    Und dass der FCU nach dem Motto: Laufen und kämpfen gespielt hat und stark bei den Standards war, können Sie der Mannschaft nun wirklich nicht negativ anrechnen, Andreas

  2. 23.

    Na ja @ glaudino, Lt. Bundesliga.com, auf Platz 1 mit den meisten Fouls am Gegner und wie Sie selbst schreiben“ die meisten Tore nach Standards erzielt“ und wenn man noch die Elfmeter dazuzählt die Union zugesprochen bekam, ist die Aussage von Gerumpel und gefoule nicht so weit hergeholt. Aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Was bleibt, sind zwei Berliner Clubs in der Bundesliga. Und das ist auch gut so. Ich freue mich auf zwei Derbys mit Zuschauer.

  3. 22.

    Das klingt doch zumindest ganz versöhnlich. Ich wünsche Ihrem Verein auch alles Gute - nur nicht in den Derby's. Das werden Sie sicher verstehen, borninc_burg.

  4. 21.

    Die sympathischen Freiburger waren und sind an der AF immer herzlich willkommen; auch wenn die Fans im Hinspiel etwas über die Stränge geschlagen, und ein kleines Bengalo-Inferno entfacht haben - was den Christian doch etwas erbost hat. ;-)

  5. 20.

    Viel laufen macht Fußball kein Stück attraktiver, trotzdem alles Gute

  6. 19.

    Zitat: "Gratulation! Ins Ziel Gerümpel und gefoult..."

    Och Mensch, was soll denn das, borninc_burg? Der FCU ist von allen Clubs am meisten gelaufen, hat die meisten Kopfballduelle gewonnen und die meisten Tore aller Clubs nach Standards erzielt. Und auch die Taktik von Fischer war durchaus sehr variabel. Das Spiel des FCU nun als "Gerumpel" und Gefoule" zu bezeichnen, ist doch ziemlich unfair, meinen Sie nicht?

  7. 18.

    Na ja, zum Eigentor kann man den Gegner durch gutes unter-Druck-setzen auch zwingen. ;-) Und ja, unser langjähriger "Ex", Uwe Neuhaus, zieht nur ein Jahr später in die Bundesliga ein. Glückwunsch an die Arminia!

  8. 15.

    Gratulation von einem Herthaner an die Unioner, habt ihr super gemacht und freue mich schon auf die nächsten Stadt Derbys.
    An alle zugezogenen, sucht euch endlich einen Berliner Verein und hört auf euren alten Vereinen nach zu hängen, würg.

  9. 14.

    Die Paderborner hatten insgesamt mehr Ballbesitz, nicht die Unioner. Das Tor war Schützenhilfe. Wir haben einfach keinen Ball in die Kiste gekriegt, es war wie verhext. Paderborn liegt den Unionern nicht so doll, aber der Fußballgott wollte es diesmal anders. Vermutlich beeindruckten ihn der eiserne Wille und die Verrückten im Wald. Was während der Saison gut beobachtbar war, ist ein Herauswachsen aus dem nickligen Zweikampfspiel (diese ganzen gelben Karten am Anfang...) hinein in mehr taktischen Fußball, wie er in der ersten Liga gespielt werden muss. Großes Kompliment an unseren Urs - den Fußball-Bären! Wir lieben ihn! Danke, Union, für diese Saison, die noch nicht zu Ende ist. Was bin ich stolz, ne Unionerin zu sein!

  10. 13.

    Kein Unioner hätte das für möglich gehalten: statt einem Jahr "Urlaub" im Oberhaus nun zwei Spieltage vor Schluss der Klassenerhalt!!!
    Und das trotz - nach Paderborn - mit dem zweitgeringsten Etat, trotz Heimspielen ohne Heimvorteil (der ja bei Union immer schon als 12. Mann eingepreist ist).
    Zusätzlich noch die Freude, in der kommenden Saison einen Mann an der Außenlinie begrüßen zu können, der mit seiner Arbeit als Uniontrainer 2007 - 2014 mit den Aufstiegen von der Regional - in die 2. Bundesliga die Grundlage für die Etablierung des 1. FC Union Ein der zweithöchsten Spielklasse und damit indirekt den Aufstieg fünf Jahre später gelegt hat. Welcome back, Uwe Neuhaus und Glückwunsch zum Aufstieg mit der Arminia!
    Der größte Dank gebührt sicherlich Trainer Urs Fischer, der auch in kritischen Situationen mit schweizerischer Gelassenheit sein Konzept durchgezogen hat und Sportchef Oliver Ruhnert für sein "Näschen" bei den Verpflichtungen (Bülter, Andrich, Gentner, Ingvartsen, Ujah, ...).
    Unserem Unioner Steffen Baumgart alles Gute mit seinen "Paddelbirnen"...

  11. 12.

    Herzlichen Glückwunsch nach Köpenick, aus Cottbus.

  12. 11.

    Sehr gut! Ich gratuliere!

  13. 9.

    Glückwunsch Eisern!

  14. 8.

    Gratulation! Ins Ziel Gerümpel und gefoult...

  15. 7.

    Herzlichen Glückwunsch an Verein und Fans von Union Berlin zum Klassenerhalt!
    Den Erfolg habt Ihr euch erarbeitet und verdient. Es wurde stets Ruhe im Umfeld bewahrt, gerade wenn es mal nicht so gut lief.
    Es wäre echt bitter gewesen, nach dieser für alle sehr eigenartigen Saison wieder ins Unterhaus zu müssen...
    Ich freue mich für den Verein und die Fans und auf mindestens ein weiteres Bundesliga-Gastspiel meines SC Freiburg in der Alten Försterei.
    Schöne Grüße nach Köpenick, feiert schön! :-)

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