Dirk Kunert, Ex-Trainer des Berliner AK (imago images/Matthias Koch)
Bild: imago images/Matthias Koch

Berliner AK nach Abgang von Trainer Kunert - Enttäuscht und hoffnungsvoll

Der Wechsel von BAK-Trainer Dirk Kunert zu Drittliga-Absteiger Carl-Zeiss Jena sorgte für aufgebrachte Gemüter, auch weil er gerade erst seinen Vertrag verlängert hatte. Besonders Präsident Ali Han zeigt sich enttäuscht. Von Ilja Behnisch

Als hätte die Regionalliga Nordost im Zuge der Corona-Krise nicht schon genug Aufregung erlebt, legte der überraschende Abgang von Dirk Kunert als Trainer des Berliner AK noch einen drauf. Denn obwohl der gebürtige Berliner erst Anfang Juni seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hatte, wechselt er nun zu Drittliga-Absteiger Carl-Zeiss Jena.

Für richtig Zündstoff sorgte dabei die Tatsache, dass der BAK von alledem nichts wusste. Im Internet habe er davon gelesen, dass Kunert den Verein verlasse, so BAK-Präsident Ali Han. Er sei "enttäuscht und schockiert", zitierte ihn daraufhin die "Bild", und: "Ich freue mich schon auf die Spiele gegen Jena."

Etwas ist "kaputt"

Das allerdings, so Han gegenüber rbb|24, habe er nie gesagt. Vielmehr seien die dann anstehenden Partien "normale NOFV-Spiele. Wir wollen keinen Hass." Auch wenn er immer noch finde, der Wechsel sei nicht "professionell" abgelaufen.

Zwar hätten sich inzwischen sowohl Dirk Kunert als auch Tobias Werner, Sportdirektor bei Carl-Zeiss Jena, bei ihm gemeldet, dem allerdings habe er gesagt: "Sie müssen ihn (Kunert, Anm. d. Red.) jetzt auch wirklich nehmen. Bei mir kann er nicht mehr arbeiten." Gegenüber rbb|24 ergänzte Han zudem: "Wenn etwas kaputt ist, kann man das nicht reparieren."

Bessere Bedingungen in Jena

Diese Enttäuschung kann Dirk Kunert nachvollziehen kann. Im Gespräch mit rbb|24 sagt der 52-Jährige: "Das hat mir total leid getan. Und das war auch alles nicht so geplant. Aber wenn eine solche Möglichkeit besteht, ist das sehr reizvoll." Diese Sichtweise teilt auch Ali Han: "Jena hat professionelle Bedingungen, bessere Strukturen, mehr Zuschauer. Ich kann ihn sehr gut verstehen."

Zumal, so Kunert, er seinen Vertrag beim BAK nicht "ohne Grund verlängert habe. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, auch mit Ali Han hat alles gut gepasst." Aber es sei nun mal eine Ausstiegsklausel vereinbart worden, auch wenn diese, so Kunert, "eigentlich nicht für Regionalliga gedacht war". Doch Jena sei eben ein "Traditionsverein mit sehr guten Bedingungen" und auch das Angebot habe "gut gepasst", zumal er bei Carl-Zeiss einen Zweijahres-Vertrag erhalte, gegenüber dem Ein-Jahres-Vertrag in Berlin.

Der Nachfolger ist gefunden

Alles gut also? Fast. Ali Han sagt, "Wechsel sind üblich im Fußball", ihm gehe es um den "Ablauf". Dirk Kunert sagt, er wollte es seinem Präsidenten "persönlich sagen", doch zu dem Zeitpunkt, an dem der Wechsel an die Presse gelangte, "war noch nichts unterschrieben".

Unterschrieben ist indessen der Vertrag von Kunerts Nachfolger beim BAK. Der 36-jährige André Meyer kennt die Regionalliga Nordost bereits von seiner Tätigkeit bei Union Fürstenwalde und arbeitete zuletzt als Co-Trainer beim Zweitligisten Erzgebirge Aue. Über seinen neuen Job sagt er auf der Homepage des Klubs: "Ich freue mich auf die Aufgabe. Der Berliner AK ist ein Verein, der über viele Jahre sich stetig weiterentwickelt hat. Ich habe große Lust, bei den nächsten Schritten mitzuwirken."

Man darf gespannt sein, wie viele dieser Schritte geglückt sein werden, wenn sich der BAK und Carl-Zeiss Jena in der kommenden Saison auf dem Rasen gegenüberstehen. Und auch, ob die Zeit nicht auch in dieser Angelegenheit alle Wunden geheilt hat. Dann, wenn hoffentlich selbst die Corona-Krise langsam in Vergessenheit gerät.

Beitrag von Ilja Behnisch

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