Neubau wohl nicht für Special Olympics fertig - Senat will Stadion im Jahn-Sportpark bis Jahresende nutzen

Haupttribüne des Jahnstadions in Berlin (Foto: imago images / Picture Point)
Bild: imago images / Picture Point

Der Berliner Senat hofft auf eine Nutzung des großen Stadions im Jahn-Sportpark bis zum geplanten Abriss Ende des Jahres 2020. Die Betriebserlaubnis des sogenannten Cantian-Stadions - unter anderem Heimstätte des Fußball-Regionalligisten BFC Dynamo und des möglichen Drittliga-Aufsteigers VSG Altglienicke - läuft zum 30. Juni aus. "Wir versuchen, die Betriebserlaubnis ein halbes Jahr verlängert zu bekommen", sagte Pressesprecher Tino Brabetz von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Lompscher: Außergewöhnliche stadtpolitische Bedeutung

Dass der vor gut einem Jahr von Staatssekretär Alexander Dzembritzki angekündigte Abriss nun auch durchgezogen wird, hat Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, durch die Feststellung der außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeutung für den Bereich Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sichergestellt.

"Damit soll künftig die Zuständigkeit für die Aufstellung und Festsetzung von Bebauungsplänen für diesen Bereich nicht mehr beim Bezirk, sondern bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen liegen", lautet es in einer Mitteilung der Senatskanzlei vom 26. Mai. Zuvor hatte der Bezirk Pankow eine kostengünstigere Sanierung vorgeschlagen.

Wohl nicht fertig zu den Special Olympics

Bereits im Jahr 2023 sollte mit den Special Olympics World Summer Games ein sportlicher Höhepunkt im runderneuerten Jahn-Sportpark stattfinden. 170 Millionen sollte die Umgestaltung des gesamten Areals ursprünglich kosten, inzwischen wird mit 195 Millionen Euro kalkuliert. In der Arena waren die Leichtathletik-Wettbewerbe der weltweit größten inklusiven Sportveranstaltung geplant. Weil die Abrissarbeiten erst in gut einem halben Jahr beginnen können, stuft Brabetz das Vorhaben "als ein bisschen zu optimistisch" ein.

Zugleich sagt er, die Spiele der Sportler mit geistigen und mehrfachen Behinderungen seien nicht an das Jahn-Stadion gebunden: "Der Sportpark ist eine von 20 Austragungsstätten, mit denen sich Berlin für die Spiele beworben hat." Als Ausweichort ist nun der Olympiapark im Westen der Stadt vorgesehen. Das neue Stadion im Prenzlauer Berg soll spätestens bis 2024 fertig sein, um bei der Fußball-Europameisterschaft der Männer als Trainingsfläche zu dienen.

Sendung: rbb UM6, 04.06.2020, 18:15 Uhr

3 Kommentare

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  1. 1.

    Was bekommt denn dieser Senat überhaupt gebacken? Eine Sanierung für runde 200 Mio. Euro!? Die dann nicht für die geplanten spezial Olympics fertig wird!? Als Ausweichort der Olympiapark ? Aber, hier nochmals 200 Mio. Euro, eine Trainingsstätte zur Fussball-Europameisterschaft hinzustellen! Warum können die nicht im Olympiapark trainieren und das Stadion rechtzeitig fertiggestellt werden. Geht ja aber nicht mehr hat ja jetzt Frau Lompscher in die Hand genommen weg vom Bezirk. Die Spinnen die Römer (Berliner) wie man immer so schön sagt.

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