Wasserball-Nationaltrainer Hagen Stamm
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Interview | Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm wird 60 - "Welcher Vater kann Nein sagen, wenn der Sohn fragt?"

Die Berliner Wasserball-Ikone Hagen Stamm feiert 60. Geburtstag. Im Interview erzählt der Bundestrainer und Präsident der Wasserfreunde Spandau, welchen Traum er sich noch erfüllen will, welchen Wunsch er seinem Sohn nicht abschlagen konnte und wie sein Verein durch die Krise kommt.

rbb|24: Herr Stamm, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wie groß oder eher klein fällt die Party heute aus?

Hagen Stamm: Corona-bedingt ist sie kleiner als geplant. Aber meine Familie überrascht mich mit einem Event nach dem anderen. Ich bin seit dem Frühstück unterwegs und es ist noch kein Ende in Sicht. Ich befinde mich auch gerade auf der Fahrt von einer Location zur nächsten und das Schöne ist, ich weiß nicht, was noch kommt. Meine Kinder und meine Frau sind sehr einfallsreich.

60 ist ja nun überhaupt kein Alter. Welche Ziele verfolgen Sie noch mit der Nationalmannschaft?

Wir wollen uns den Traum erfüllen und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio schaffen. Die Terminierung für die Qualifikation ist am 14. bis 21. Februar 2021 - genau ein Jahr verspätet. Und wir hoffen, dass wir da die optimale Leistung hinkriegen und mit den Jungs dann zu Olympia fahren können.

Für eine optimale Leistung braucht es Training. Ist das momentan überhaupt möglich?

Es wird immer weiter gelockert. Bisher war konditionelle Arbeit möglich. Und wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Es wird auch wieder Wasserball-Training mit Körperkontakt möglich sein. Unsere Sportart lebt natürlich vom Kampf untereinander.

Wenn Sie sich mit der Mannschaft für Tokio 2021 qualifizieren sollten: Wäre nach den Olympischen Spielen für Sie Schluss oder geht es danach weiter?

Nein, auf keinen Fall. Ich habe von vornherein gesagt, ich bin bereit, nochmal in die Bresche zu springen, aber nach Tokio ist in jedem Fall Schluss. Die Jungs um meinen Sohn haben mich gefragt, ob ich sie nach Tokio bringen kann. Und welcher Vater kann Nein sagen, wenn der Sohn fragt? Wir haben alle die große Hoffnung und möchten gemeinsam ins Stadion einmarschieren.

Sie sind auch Präsident der Wasserfreunde Spandau 04. Wie ist Ihr Verein durch die Corona-Krise gekommen?

Sehr schwierig, weil den Spielern die Motivation fehlt. Warum trainiert man, wenn man keine Ziele hat? Es ist noch nicht klar, ob die Liga fertig gespielt wird. Es sieht eher so aus, als wenn vielleicht nicht weitergespielt wird. Da müssen die Liga-Vereine nächste Woche entscheiden. Es wäre natürlich schön, wenn zu Ende gespielt werden würde. In Freibädern kann man das, glaube ich, gut machen.  Das wäre ein guter Aufgalopp für die neue Saison, die dann im Oktober anfangen würde. Die Gesamt-Vorbereitung wäre natürlich optimaler, als wenn die nächsten drei Monate nichts passiert.

Sendung: Inforadio, 12.06.2020, 15:15 Uhr  

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