Die Arena am Ostbahnhof bei einem Heimspiel der Eisbären (Quelle: imago images/Mario Stiehl)
Bild: imago images/Mario Stiehl

Corona-Tests für Zuschauer - Eisbären-Chef sieht Union-Pläne für volles Stadion als Vorbild

Mit einem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben sorgt der 1. FC Union derzeit für Aufsehen: Der Fußballverein will sein Stadion zu Saisonbeginn mit Corona-Tests für alle Zuschauer wieder voll auslasten. Von den Eisbären Berlin gibt es dafür nun Zustimmung.

Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee begrüßt die Pläne des 1. FC Union, in der Fußball-Bundesliga zu Beginn der kommenden Saison wieder in einem vollen Stadion zu spielen. Die Zuschauer vor dem Betreten der Alten Försterei auf Corona zu testen, sei "eine super Idee", sagte Lee der "Bild"-Zeitung - und: "Als ich davon hörte, sagte ich mir: 'Wow, das müssen wir auch machen.' Aber es will alles gut überlegt sein. Die Tests verursachen natürlich Kosten."

Lee: "Arbeiten an verschiedenen Konzepten"

Mit seinem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben sorgt Union für viel Aufsehen. Der Klub will "spätestens" ab dem ersten Spieltag der kommenden Saison - also ab Mitte September - wieder eine "Vollauslastung" seines Stadions erreichen, wie die Köpenicker mitteilten. Dazu soll es umfassende Tests auf das Coronavirus für alle Stadionbesucher geben. Das Konzept will der Klub gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten.

"Auch wir arbeiten an verschiedenen Konzepten, wie Spiele mit Zuschauern möglich sein könnten", sagte Lee mit Blick auf den für November geplanten Start der Eishockey-Saison. Eigentlich hätten die Eisbären in der DEL schon Mitte September loslegen sollen, doch in der Hoffnung auf die Rückkehr der Fans in die Hallen war der Starttermin in der Vorwoche nach hinten verlegt worden.

Skepsis aus Hamburg

Während die Eisbären in den Plänen des 1. FC Union Vorbild-Charakter sehen, kommen von einem anderen Profifußball-Standort äußerst skeptische Töne. "Ich halte den Vorstoß von Union Berlin in der Form und zum jetzigen Zeitpunkt für nur sehr schwer durchführbar", sagte Frank Wettstein, Finanzvorstand des Zweitligisten Hamburger SV, dem "Hamburger Abendblatt". "Rechnet man die Idee aus Berlin auf den gesamten Profifußball hoch, müssten jedes Wochenende 500.000 Menschen getestet werden", sagte Wettstein.

"Natürlich würden wir uns freuen, wenn auch beim HSV wieder Zuschauer ins Stadion dürften. Es wäre ein Schritt zurück in die Normalität", sagte Wettstein. Dabei geht es aber vor allem um die Variante einer Teilauslastung mit Sicherheitsabstand. Bei dessen Einhaltung gibt der der Klub in seiner 57.000 Zuschauer fassenden Arena eine mögliche Auslastung von 15.000 bis 25.000 Zuschauern an. Das Problem: Die Ticketeinnahmen könnten laut Wettstein dann vermutlich nur die Zusatzkosten decken, die durch Wärmebildkameras und personalisierte Tickets entstehen. Ein weiterer Knackpunkt: "Die größten organisatorischen Baustellen sind aus meiner Sicht aber die Anreise der Fans und die Einlasskontrollen."

Sendung: Inforadio, 13.07.2020, 12:15 Uhr

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23 Kommentare

  1. 23.

    Ihre Meinung in allen Ehren und Ihnen auch gerne zugestanden, aber global zu denken, wie Sie es ausdrücken, ist Aufgabe der DFL. Diese hat nun einen Leitfaden herausgegeben, der die Vereine und Clubs bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte unterstützen soll. Die Standortsituationen unterscheiden sich erheblich, daher können die Konzepte - freilich unter einem übergeordneten Dach - nur lokal entstehen.

    Und dass für ein Stadion mit nur ca. 15% Sitzplätzen eine generelle Sperre der Stehplätze, wie Sie es favorisieren, keine Lösung sein kann, sollte Ihnen eigentlich bewusst sein, "Hallo".

  2. 21.

    Scheuklappen scheinen Sie zu tragen, "Hallo", sonst würden Sie wohl nicht derart reagieren. Dass sich der FCU aufgrund seiner spezifischen Stadionsituation (knapp 85% Stehplätze) in einer Lage befindet in der eine 1/3 Auslastung, wie es evntl. in reinen Sitzplatzstatdien möglich wäre, eben nicht möglich ist und es einer alternativen Lösung bedarf, dürfte einleuchten.

    Und zu Ihrer Frage bzgl. der Gästefans sei gesagt, dass der Gästeblock auschließlich über Stehplätze verfügt. Ihr Vorwurf der Engstirnigkeit ist absurd, "Hallo"!

  3. 20.

    Vor 5 Monaten hätte man Euch für diese Diskussion für unzurechnungsfähig gehalten, dann eben kein Sport mehr, sollen die Vereine zusehen wo sie ihre Gelder herbekommen :)) Zahlen doch seit Jahren Mio. über Mio. für schwache Fußballer, die künstlich zu Helden gemacht werden. Nicht der Bürger sondern die Vereine gehen pleite, bei solch Mißwirtschaft!

  4. 19.

    Könnten Sie bitte mal die Scheuklappen ablegen? Es geht nicht nur um Union. Und weshalb sollten Gäste außen vor bleiben? Unglaublich wie engstirnig Unionfans denken.

  5. 18.

    Welche Testkapazität meinen Sie? Die in der Woche, die pro Tag? Hier würden rd. 500.000 Tests pro Spieltag anfallen. Ist diese Kapazität zB an einem Freitag vorhanden? Samstag Nachmittag minus 24 Stunden heißt, die Tests müssten mehrheitlich Freitag am späten Nachmittag stattfinden .... Und bis Samstag Mittag den Leuten vorliegen. Hinzukommt, dass Gäste zu den Spielen anreisen. Das muss alles koordiniert werden....

  6. 17.

    Da das Stadion An der AF über etwa 84% Stehplätze verfügt, wäre das für den FCU keine Option. Bei "Vollauslastung", unter der von Ihnen angedachten Anwendung einer 1/3 Belegungs-Variante, wären dann nur 1200 Zuschauer zugelassen und Gästefans wären komplett ausgeschlossen.

  7. 16.

    Zitat: "wass soll dieser Kommtentar Gerd? Noch ein Feindbild neben Hetrtha?"

    Ich wüsste nicht, dass aus irgendeinem meiner Kommentare herauszulesen wäre, Hertha sei ein "Feindbild" für mich. Sie müssen mich mit jemandem verwechseln.

    Und was meinen hiesigen Kommentar betrifft, ist der erste Teil unschwer als ironisch gefärbt zu erkennen; daher auch das Swinkersmiley. Und der zweite Teil ist doch eindeutig als Zustimmung zu werten, oder etwa nicht? Ihre Unterstellungen sind substanslos, Molte.

    Ansonsten gebe ich Ihnen insofern recht, als dass ein Gesamtkonzept erarbeitet werden muss. Der 1. FC Union will seinen Teil dazu beitragen, kann aber sicher nicht für alle Vereine sprechen, wie klar sein dürfte.

  8. 15.

    Eins mal bitte festhalten:
    Die Testkapazitäten in D sind nicht einmal zu 50% ausgeschöpft!
    Trotzdem sind Tests vor den Spielen Nonsens.

  9. 14.

    Im Grunde sehe ich eher die Möglichkeit, Stehplätze komplett zu sperren und bei Sitzplätzen jeden dritten zu belegen. Abstand ist immer noch das beste Mittel gegen Corona.

  10. 13.

    wass soll dieser Kommtentar Gerd? Noch ein Feindbild neben Hetrtha? Eisbären? Sie sind nicht am Sport interessiert sonder sind Vereinsfan. Als solcher muss man natülich Feindbilder aufbauen Gerd. Aber bitte nicht hier ausleben.

    Zur Idee ist nur zu sagen, es muss ein schlüssiges Konzept für Events aller Art her. Diese "wir" machen, egal was "ihr" macht geht nicht. Das erzeugt nur Unfrieden. Volle Stadien etc. sehe ich jedenfalls nicht. Aber das sollten die jeweiligen Dachorganisationen mit den jeweiligen staatlichen Stellen klären. Wenn jeder Verein jetzt in der Öffentlichkeit seine Meinung rausbrüllt erzeugt das Erwartungen. Aber vlt. wollen die Vereine mithiilfe der Öffentlichkeit Druck ausüben?

  11. 12.

    Ich glaube, Sie haben den Artikel falsch verstanden. Ohne negatives Testergebnis = kein Einlass zum Spiel. Da ist nichts mit Freiwilligkeit (und das ist auch gut so!).

  12. 11.

    Oh Herr Lee hat wohl gerade wenig zu tun! Mal. Wieder so eine unüberlegte Schnapsidee aus dem Management der Eisbären. Mich würden mal seine anderen "verschiedenen Konzepte" interessieren. Aber wahrscheinlich auch wieder nur heiße Luft, wie sooo oft. Ich kann mir das alles nur schwer vorstellen, wenn ständig x-tausende Menschen getestet werden sollen. Das ist doch vollkommen utopisch und finanzieller Unsinn! Mal von den mangelnden Kapazitäten ganz abgesehen. Ich hoffe einfach darauf, dass sich alles laaangsam wieder normalisiert.

  13. 10.

    Wer soll denn die Massentests bezahlen? Etwa der Steuerzahler? Für die Vereine ist das nicht wirtschaftlich rentabel, die Kosten selbst zu tragen.

  14. 9.

    Na bitte....da ist schon der 2. der auf den Zug der „freiwilligen“ Tests aufspringt.
    Ab wieviel Veranstaltungen wird eigentlich aus freiwillig Zwang ?

  15. 8.

    Dann sollen die Clubs das aber bitte auch bezahlen - oder die Zuschauer, die unbedingt ins Stadion wollen. Wenn wir genug Testkapazitäten haben, um Menschen in Risikogruppen und -berufen (Gesundheitswesen, Pflege, Erzieher, Lehrer, Kontrolleure in der Bahn...) regelmäßig zu testen sowie all jene, die wegen Verdacht eh getestet werden müssen, kann man darüber nachdenken.

    Und wenn dann ganz bestimmt auch kein Fußball-Exklusivität, sondern für alle Großereignisse. Also alle Sportarten, Konzerte, Kongresse und was auch immer. Und dann rechnen wir mal durch, ob unsere Labore das handhaben können und was das kostet.

  16. 7.

    Im östlichen Teil der Stadt ist Covid19 ausgerottet, wie man sieht.

  17. 6.

    Ich bin auch union Fan, aber auch realistisch. Die Eisbären, warum nicht? Sie sind inzwischen ein Verein, wie andere auch. Dynamo hin ,Dynamo her, es geht hier um den Verein und nicht um die Vergangenheit. Ich würde es auch gut finden, wenn andere Vereine den Vorschlag unterstützen und sich einbringen würden.
    Es geht hier um Sport und nicht um eine Weltanschauung.

  18. 4.

    Es werden doch nie sämtliche Testkapazitäten ausgeschöpft.
    Und irgendwann sollte man sich auch mal wieder Gedanken machen können, wie ein Stück Normalität zurück kommt.

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