Das Stadion An der Alten Försterei ist nur mit wenigen Leuten besetzt (Quelle: imago images/Nordphoto)
Audio: Radioeins | 04.08.2020 | Gespräch mit Jost Peter | Bild: imago images/Nordphoto

Alkohol, Gästefans und Stehplätze - Darüber stimmen die Bundesliga-Klubs am Dienstag ab

Keine Gästefans bis Jahresende, Alkohol- und Stehplatzverbot bis Ende Oktober: Das sehen die Pläne der DFL für die Rückkehr von Fans in die Stadien vor. Auf einer Versammlung sollen die Klubs am Dienstag abstimmen - vor allem Union dürfte Widerspruch einlegen.

Am Dienstag dürfte bei der virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) intensiv diskutiert werden. Denn dann sollen die Klubs der 1. und 2. Liga über die Pläne der Liga für die Rückkehr der Fans in Stadien abstimmen. Diese sehen unter anderem vor, dass bis Ende des Jahres keine Gästefans in die Arenen dürfen. Alkohol und Stehplätze wären bis Ende Oktober verboten.

Einheitliches Vorgehen bei bestimmten Aspekten?

In ihrer Mitteilung weist die DFL darauf hin, dass die Maßnahmen eine vorübergehende Anpassung seien, "um angesichts der andauernden pandemischen Lage die Einhaltung und die Kontrolle der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen in den Stadien zu erleichtern".

Die DFL hatte einen Leitfaden für die Rückkehr der Anhänger in die Stadien erstellt und die Klubs aufgefordert, lokale Konzepte zu erarbeiten. Sie sieht Abstimmungsbedarf, "ob es mit Blick auf bestimmte Aspekte ein einheitliches Vorgehen aller Klubs geben sollte". Bei den Entscheidungen genügt eine einfache Mehrheit. Mit den Maßnahmen will die DFL das Infektionsrisiko bei Spielen in der Corona-Pandemie verringern.

Die Maßnahmen im Überblick:

  • keine Stehplätze bis 31. Oktober: Die Fankurven sind die Herzstücke in den Stadien - die Fans stehen dort aber besonders gedrängt. "Die Einhaltung eines Abstandsgebots kann dort nicht immer und lückenlos eingehalten und durchgesetzt werden", vermutet die DFL.

  • keine Gästefans bis Jahresende: Eigentlich stehen den Gästefans zehn Prozent der Tickets zu. Die DFL will mit der Maßnahme die Reiseaktivität der Fans minimieren.

  • kein Alkohol bis 31. Oktober: Die DFL befürchtet, dass durch den Konsum von Alkohol möglicherweise eine Enthemmung einsetzt, die mit Blick auf die Abstands- und Hygieneregeln zu Problemen führen könnte.

  • Nachverfolgung möglicher Infektionsketten: Die Klubs müssen sicherstellen, dass im Falle einer Ansteckung die Identität und die Kontaktdaten aller Zuschauer, die sich während eines Spiels im Stadion aufgehalten haben, ermittelt werden können.

Stehplatzverbot würde besonders Union treffen

Besonders dem 1. FC Union dürfte das Verbot der Nutzung von Stehplätzen nicht gefallen. Denn von den 22.012 Plätzen im Stadion An der Alten Försterei sind ein Großteil - nämlich 18.395 - Stehplätze. Hertha BSC träfe diese Maßnahme dagegen nicht.

Beide Vereine müssten laut DFL-Plänen aber dafür sorgen, dass Infektionsketten nachverfolgt werden könnten. Dies soll über den Ticketverkauf, etwa über personalisierte Tickets, geschehen. "Denkbar wäre zum Beispiel, dass ein Ticketkäufer beim Erwerb entsprechende Daten hinterlegt und dieser im Fall einer erlaubten Weitergabe eines Tickets auch die Daten des Ticketnutzers mit Blick auf eine mögliche spätere Nachverfolgung von Infektionsketten erfasst", so die DFL.

Kritik von Fanbündnissen

Gegenwind für die vorgestellten Maßnahmen gibt es von Vertretern der Fans. So kritisierten das Bündnis "Unsere Kurve" und die Organisation "Pro Fans", unter anderem, dass die Fans als Risikofaktoren gesehen würden.

Sendung: Inforadio, 28.07.2020, 16:15 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Interessieren Sie sich wirklich für Sport? Ich bezweifle es, so wie Sie aufschreien. Hooligan?

  2. 18.

    Ja wunderbar. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich alle Spruchbänder gegen die korrupten Verbände DFB, UEFA, FIFA ausfiltern.
    Übrig bleiben Konsumenten mit Klatschpappe.

  3. 17.

    Bei engen Sitzplatzreichen geht das besser? Erklären Sie uns das bitte.

  4. 16.

    Wie bitte? Es gibt mindestens noch 5 andere Stadien wo es eine ebensolche Stimmung gibt. Das ist die Typische Berlin Brille. Das liegt aber an der permanenten Berichterstattung über Union und daher leicht durchschaubar.....

  5. 15.

    Das würde nichts verändern. Und:Wieviel "Opfer" von pyros hat es denn schon gegeben? Und wieviel durch Alkohol? Verlangen sie nun auch personaliertes Biertrinken? Bitte informieren und nicht die Springer Htze verbreiten.....

  6. 14.

    Ein Stadionverbot in Berlin für jemanden der aus Potsdam kommt.... glaubt man wirklich das hat länger als 5 Minuten vor einem Gericht bestand :D

  7. 13.

    Personalisierte Tickes sind eh sinnvoll angesichts der Pyromanen unter den Fans

  8. 12.

    In dem Papier der DFL geht es um Alkohol IN Stadien. Was bei Anreise passiert kann doch wohl keiner beeinflussen.
    Bitte erst informieren bevor man hier etwas schreibt!
    Ich stimme Negan auch vollkommen zu was die Stehplätze betrifft. Im Berliner Olympiastdion zum Beispiel gibt es nur Sitzplätze und in der Ostkurve stehen die Fans und daran wird sich bestimmt auch nichts ändern.
    Was Negan allerdings den Corona- Leugnern mit seiner Aussage in die Hand geben sollte kann ich beim besten Willen nicht verstehen.
    Warten wir ab was die Mitgliederversammlung, bei jetzt steigenden Zahlen an Infektionen, beschliessen wird.
    Ich bin sehr gespannt......

  9. 11.

    "....heult später nicht rum wenn es euch erwischen sollte!" Damit geben Sie wieder den Corona-Leugnern etwas in die Hand. Es geht leider nicht nur darum, ob man sich selbst anstecken kann, sondern vielmehr darum, dass man Corona weitegeben kann und damit jemanden anderen z.B. aus der Risikogruppe trifft. Und der "Quatsch" ist kein Quatsch, weil eben auf Stehplätzen eine andere Dynamik entsteht wie auf Sitzplätzen, zumal man dort zum Abstand halten Sitzplätze sperrt. Und das Thema Alkohol interpretieren Sie auch falsch. Es geht um den Verkauf und die damit verbundenen Wege im Stadion.

  10. 10.

    Man muss sich schon fragen wie Weltfremd die Verantwortlichen der DFL eigentlich sind wenn sie Alkohol im Stadion verbieten wollen.
    Zu dem Quatsch mit den Stehplätzen und Gästefans will ich garnichts erst sagen.
    Die meisten Fans trinken ihr Bierchen auf dem Weg zum Stadion und danach. Die brauchen kein Bier im Stadion.
    Was Union betrifft wird doch der Herr Geisel sicher eine bevorzugte Lösung finden falls es denn wirklich ins Oly gehen sollte, was ich allerdings nicht glaube, da ja die Stimmung in der Waldbude so toll ist wie nirgends woanders.
    Da ich als Risikogruppenangehöriger weder ins Stadion gehe noch mit der Bahn fahren muss ist es mir aber egal wer sich infiziert.
    In diesem Sinne viel Spass aber heult später nicht rum wenn es euch erwischen sollte!
    FUßBALL IST DIE SCHÖNSTE NEBENSACHE DER WELT

  11. 9.

    Sie haben es nicht verstanden. Oder wollen nicht verstehen. Sind alle Unioner so engstirnig? Stichworte „Corona“ und „Abstand“. Bei Stehplätzen unmöglich zu kontrollieren.

  12. 8.

    Dass viele Fans vom Unioner Stadion so angetan sind hängt mit der Stimmung (die es so NUR an der alten Försterei gibt) zusammen! Also wer schon mal dabei war, weiß weswegen sich die Fangemeinde so aufregt.
    Nur Auswärts geht’s in’s Olympiastadion!!!
    In diesem Sinne- „Eisern!“

  13. 7.

    Was spricht denn dagegen? Union könnte dadurch sogar mehr Tickets verkaufen und das leere Geldsäckel auffüllen.

  14. 6.

    Ja und? Es ist nur Fußball. Wenn es heißt "keine Fans oder nur Sitzplätze", was ich absolut nachvollziehen kann (bei Stehplätzen die Abstände zu kontrollieren erscheint mir aussichtslos), dann muss man für die Zeit eben Lösungen finden.

    Ob man da nun Sitze mit 1,5 Meter Abstand montiert oder in vorhandenen Stadien entsprechend viele demontiert ist egal. Das Olympiastadion wäre schlichtweg sinnvoller, da mehr Leute bei "Corona-Abstand" hineinpassen.

  15. 5.

    Für manche Menschen ist es eben wichtig, ins Stadion zu gehen. In der S-Bahn stehen Sie auch dicht bei dicht. So what? Es wird ja niemand gezwungen hinzugehen. Jedem nach seiner Fasson.

  16. 4.

    Sorry, aber "Gott bewahre", Pragmatiker. Ich könnte mir noch eine Lösung mit mobilen Sitzplätzen vorstellen. Nur wäre das wahrscheinlich eine Investition, die in das sowieso schon nicht gerade prall gefüllte Kontor des FCU heftig einschlagen würde. Es ist eine ganz große Schei*e, dass es eines der letzten (überwiegend) Stehplatz Stadien nun besonders heftig zu erwischen scheint. :-(

  17. 3.

    Gar keine so schlechte Idee in der gegenwärtigen Situation. Dann könnten Zehntausende mehr als bei den Heimspielen in der Wuhlheide ein Ticket bekommen.

  18. 2.

    Union könnte ja auch im Oly spielen. Die Spielpläne lassen sich bestimmt entsprechend abstimmen. Manchmal muss man sich der Situation anpassen. In München haben sich beide Vereine auch mal ein Stadion geteilt.

  19. 1.

    Es wird doch in dieser Zeit, mit all den wieder hochlaufenden Neuansteckungen, wichtigere Dinge geben als ins Fussballstadion zu gehen.
    Dann müssen die Herrschaften eben alleine mit dem Ball speilen.

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