BAK Trainer André Meyer sitzt auf einer Stange. Bild: imago-images/Picture Point
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Brüder-Duo als Trainer und Spieler - Der doppelte Meyer für den BAK

Beim Regionalligisten Berliner AK gibt es nach der enttäuschenden abgelaufenen Saison erneut einen großen Umbruch. Zentrale Rollen im neuen Team sollen die Brüder André und Ben Meyer einnehmen - einer steht an der Seitenlinie, der andere auf dem Feld.

Diesmal war André zuerst da. Ende Juni wurde der Trainer André Meyer beim Regionalligisten Berliner AK vorgestellt. Zehn Tage später folgte ihm sein kleiner Bruder, Ben Florian Meyer. Der 21-jährige Linksverteidiger wechselt aus Cottbus zum BAK und spielt jetzt unter der Regie seines großen Bruders. Schon wieder.

Die Bruderkarte beim Umbruch gezogen

Vor zwei Jahren trafen sich die beiden zum ersten Mal in dieser Konstellation, damals in Fürstenwalde, bei Union. Die holten erst Ben und mussten sich kurz darauf einen neuen Trainer suchen, also kam André (36 Jahre alt) hinterher. "Wie es der Zufall so will, sind wir in Fürstenwalde zusammen gekommen und das hat auch gut funktioniert", erzählt der Trainer Meyer und gibt zu, dass er sich diesmal ein bisschen geziert habe, die "Bruderkarte" zu ziehen.

Er habe ein paar Namen im Kopf gehabt als er beim BAK anfing, aber seinen Bruder nicht sofort vorgeschlagen. Letztlich habe es aber auch sportlich keine bessere Alternative gegeben. "Man muss aber schon sagen, dass die Entscheidung Ben zum BAK zu holen keine familiäre war, sondern eine rein faktische", sagt der Trainer Meyer. Schließlich habe der Berliner AK in seinem großen Umbruch noch keinen Außenverteidiger im Kader gehabt und Bruder Ben sei "ein Qualitätspieler, der mit großen Ambitionen kommt und der vielleicht der offensivste Außenverteidiger ist, den es in der Liga gibt."

Der Aufstieg ist in diesem Jahr kein Thema beim BAK

Der Umbruch beim BAK ist noch lange nicht abgeschlossen, gerade mal elf Vertragsspieler hat der Verein aktuell im Kader, Trainer André Meyer hat einige Arbeit vor sich. "Die Vorzeichen sind schon kompliziert in dieser Saison. Wir sind immer noch dabei, den Kader zusammen zu stellen und müssen dann mal schauen, was der her gibt." Weil die Regionalliga schon in weniger als einem Monat wieder startet, stellt Meyer klar: "Eine Zielformulierung in Richtung Drittligaaufstieg wird es bei uns in diesem Jahr nicht geben."

Er will einige Spieler aus der Jugend einbinden und der BAK soll in dieser Saison für "attraktiven, offensiven Fußball" stehen. Daran soll auch Ben seinen Anteil haben. Fünf Tore und zwei Vorlagen gelangen ihm in seiner besten Regionalliga Saison bei Union Fürstenwalde. Auch deshalb sind ihm bisher keine Vorurteile in der Mannschaft begegnet. "Es ist nicht so, dass die anderen sagen: Oh, hier kommt der Bruder", beschreibt Ben, "ab und zu wollen sie aber mal einen Tipp von mir, wie sie am besten etwas ansprechen können beim Trainer." Eine kleine Sonderbehandlung gibt es übrigens doch: "Das Siezen mache ich jetzt natürlich nicht."

Die Meyer Brüder André, Ben und Daniel (von links) bei einem Testspiel im Januar 2019. Bild: imago-images/Picture PointDie drei Meyer-Brüder: André, Ben und Daniel (von links) am Rande eines Testspiels zwischen Union Fürstenwalde und Erzgebirge Aue Anfang 2019. Bild: imago-images/Picture Point

Ben war der beste beim Weihnachtskick

Trotz des großen Altersunterschieds von fünfzehn Jahren haben die beiden nämlich ein ein enges Verhältnis, wohnten auch noch einige Jahre zusammen im elterlichen Haushalt. Weil auch der dritte Meyer-Bruder, Daniel (40 Jahre alt) im Fußball aktiv ist - aktuell als Trainer von Eintracht Braunschweig - spielt das runde Leder in der Familie immer eine Rolle. "Wir hatten früher mal eine Tradition, da waren wir um Weihnachten herum immer zu viert, mit unserem Vater, kicken", erzählt André.

Das ist mittlerweile eingestellt, die Kräfteverhältnisse sind aber geklärt: "Der fußballerische Talentfaktor wird von alt nach jung immer größer. Das heißt Ben, ist der beschlagenste und dann komme ich", sagt André. Mittlerweile geht es nur noch in den Tischgesprächen im Hause Meyer um Fußball, im Viererkreis mit dem großen Bruder und ihrem Vater besprechen die beiden auch alle Karriereentscheidungen. Ganz zufällig wird es die Meyers also nicht beim BAK zusammengeführt haben.

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