Simon Ernst beim Trainingsauftakt der Füchse Berlin. Bild: rbb
Bild: rbb

Mögliche Rückkehr nach Kreuzbandriss - Füchse-Spieler Simon Ernst plant sein drittes Comeback

Drei Kreuzbrandrisse sind für Füchse-Spieler Simon Ernst kein Grund, um mit dem Handball aufzuhören: Der 25-Jährige gab am Freitag bekannt, dass er noch in dieser Saison wieder für die Berliner aufs Parkett will. Mannschaft und Management sind erfreut.

Schon die erste Mitteilung der Füchse ließ aufhorchen: Am Mittwoch hatte der Handball-Bundesligist bekanntgegeben, dass Rückraumspieler Simon Ernst die erste Reha-Phase hinter sich gebracht und sich entschlossen habe, nun in die "zweite Reha-Phase zu starten". Heißt: Ernst will nach drei Kreuzbandrissen tatsächlich nochmal einen Comeback-Versuch starten.

Am Freitag konkretisierte der Nationalspieler seine Pläne. Er will noch in dieser Saison wieder für die Berliner auf dem Handball-Parkett auflaufen.

"Ich bin so verrückt, dass ich es wieder versuche"

Dabei sah das im Oktober 2019 noch ganz anders aus. Damals, nachdem sich Ernst seinen dritten Kreuzbandriss zugezogen hatte, klangen die Worte von Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning dramatisch. Vom "traurigsten Moment seiner Füchse-Laufbahn" sprach Hanning. Auch davon, dass Simon Ernst das Karriereende drohe, war damals die Rede.

Fast ein Jahr später gibt sich der 26-Jährige nun optimistisch. "Ich bin so verrückt, dass ich es wieder versuche", sagte Ernst am Freitag bei einer Pressekonferenz. Er wird nun, in seiner zweiten Reha-Phase, langsam wieder am Füchse-Training teilnehmen. "Ich hatte schon wieder einen Ball in der Hand und mache langsam auch wieder handballerische Übungen", berichtet Ernst.

Geschäftsführer Bob Hanning freute sich über die Fortschritte und erneuerte seine Unterstützung für den Spieler: "Wir stehen nicht hinter ihm, nicht vor ihm, sondern wir stehen wirklich an seiner Seite und hoffen, dass wir jetzt mit der zweiten Phase das so einleiten können, dass er die dritte Phase – nämlich dann wirklich "Return-to-play" – dann mit uns machen und dann wirklich nochmal für die Füchse auflaufen kann."

Unglückliche Füchse-Karriere

Simon Ernst kam bereits mit vier Jahren zum Handball, wurde 2016 mit der Nationalmannschaft Europameister in Polen. Seit der Saison 2018/2019 spielt er für die Füchse in Berlin. Die tragende Rolle, die Hanning für ihn vorgesehen hatte, konnte er aber nicht übernehmen. Kurz vor seinem Wechsel nach Berlin hatte er sich zum ersten Mal das Kreuzband gerissen, letztes Jahr dann erneut.

Bis mindestens 2021 steht Ernst noch bei den Berlinern unter Vertrag. Um eine Führungsrolle und dergleichen geht es aber erstmal nicht mehr. "Mein einziges Ziel ist es, gesund und langfristig fit zu bleiben", sagt Simon Ernst über seine Ambitionen.

Vorsichtiger Optimismus bei Teamkollege Drux

Teamkollege Paul Drux freut sich trotz aller Unsicherheiten über die Nachrichten von Simon Ernst: "Vorsichtiger Optimismus beschreibt es ganz gut. Wir wissen alle um die Sorgen, die er da auch hat und das Risiko, was er da mitträgt. Wir freuen uns riesig, dass er so gute Fortschritte macht", sagte Drux zum unerwarteten Comeback-Versuch.

Die Füchse haben am Freitag wieder das Teamtraining aufgenommen, auch da ließ sich Simon Ernst kurz in der Halle blicken. Er war allerdings nicht der einzige Hingucker. Auch der neue Trainer griff zum ersten Mal zur Trillerpfeife: Der 26-jährige ehemalige Füchse-Spieler Jaron Siewert soll das Team in der kommenden Saison coachen. Wann er wieder mit Simon Ernst planen kann, steht noch nicht fest. Dass der talentierte Rückraumspieler aber wieder eine ernsthafte Option werden könnte, wird Siewert freuen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren