Alba-Spieler Joshiko Saibou beim Wurf (Quelle: imago images / Andreas Gora)
Bild: imago images / Andreas Gora

Teilnahme an Demo gegen Corona-Maßnahmen - Ex-Alba-Spieler Saibou in Bonn entlassen

Ex-Alba-Spieler Joshiko Saibou wurde von seinem aktuellen Klub, den Telekom Baskets Bonn, nach der Teilnahme an der Großdemonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin am Wochenende fristlos gekündigt. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, seien Verstöße "gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler" der Grund dafür. Zuvor hatte der Deutsche Basketball Bund (DBB) noch von Konsequenzen abgesehen.

Saibou postete Video aus dem Fitnessstudio ohne Mundschutz

"Die Vereine der BBL arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven. Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten", sagte Bonns Geschäftsführer Wolfgang Wiedlich.

Am vergangenen Wochenende hatte Saibou mit seiner Freundin, der Weitspringerin Alexandra Wester, an der Protest-Aktion in Berlin teilgenommen. Nach der Demonstration veröffentlichte Saibou am Montag bei Instagram zudem ein Video, das ihn ohne Mundschutz im Fitnessstudio auch neben Nationalmannschaftskollege und Alba-Neuzugang Maodo Lo beim Training zeigte. Schon im Mai hatten Saibou und Wester mit Einlassungen zur Corona-Krise in den Sozialen Netzwerken polarisiert.

Sendung: Inforadio, 04.08.2020, 13:15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

8 Kommentare

  1. 8.

    Eine verfassungskonforme Einschränkung muss zeitlich begrenzt und sehr gut begründet sein. Beides ist zurzeit überhaupt nicht gegeben. Davon einmal abgesehen, ist der Spieler nun entlassen worden, weil er dieses Bild im Fitnessstudio gepostet oder weil er an einer Demonstatration gegen die willkürlichen Corona-Maßnahmen der Regierung teilgenommen hat? Seiner Meinung darf er jederzeit Ausdruck verleihen, dieses Recht wird sogar Links- und Rechtsextremisten zugestanden. Von einer Bestimmung, die den AG berechtigt, bei Verstoß gegen die Maskenpflicht den AN zu entlassen, wüsste ich auch nichts. Private Klauseln in Arbeitsverträgen sind aber wirkungslos, wenn sie gegen geltendes Recht verstoßen.
    Übrigens: Dadurch, dass Sie Ihre Argumentation mit einem "Punkt" beenden, wird diese auch nicht besser.

  2. 7.

    Hallo Anja (und analog passend auch auf wolke7), wenn Sie hier schon mit dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit kommen, dann lesen Sie Art. 8 GG auch bitte bis zu Ende: in Absatz 2 findet sich dort nämlich eine zulässige Einschränkung dieses Grundrechtes - welche durch Gesetze oder aufgrund eines Gesetzes möglich werden kann. Ich erspare uns jetzt allen die juristische Herleitung, aber behördliche Auflagen zu einer Demo oder im öffentlichen Raum, wie sie die Pflicht zum Tragen einer M-N-Bedeckung darstellt, ergeben sich aus dem Infektionsschutzgesetz und stellen eben genau die rechtliche Einschränkung des Grundrechts dar. Insofern hat der Sportler sein Grundrecht nicht verwehrt bekommen, es wurde, verfassungskonform, eingeschränkt. Und das ist zulässig.
    Und was der Verein und seine Sportler vertraglich regeln, ist Privatrecht/ unterliegt der Vertragsfreiheit. Wenn das beide Seiten unterschreiben und einer dann dagegen verstößt, ergeben sich Konsequenzen. Die wurden gezogen. Punkt.

  3. 5.

    Wer gegen geltendes Recht verstößt und das auch noch öffentlich postet darf sich nicht wundern...

    Sollten die Behörden für diesen Selbststeller gleich noch ein Bußgeld verhängen, wenn er darüber auch nur müde lächeln dürfte...

  4. 3.

    Autsch, der Vertrag des Spielers ist so gestaltet, dass das Wahrnehmen von Grundrechten (!) zu einer Kündigung des Vertrags führen kann? Meine Angst vor der Entwicklung oder bereits dem Zustand des Demokratiebewusstseins in diesem Land steigt mit jedem Tag...

  5. 2.

    Nein, kein Berufsverbot für Meinungsäußerung, Kündigung bei Verstößen gegen den Arbeitsvertrag. Sowas kann Profisportlern auch für Hobbies wie Drachenfliegen drohen.
    Seine Meinung äussern darf Herr Saibou jederzeit. Gegen Abstandsregeln verstossen offensichtlich nicht. Ergibt Sinn, da er in einem Kontaktsport Kollegen und Gegner gefährdet.

  6. 1.

    Jetzt also schon Berufsverbot für Leute die etwas kritisch sehen in diesem Land, auweia, ich glaube wir sind nicht auf dem Weg in eine Diktatur sondern wir stecken schon mitten drin.

Das könnte Sie auch interessieren

Collage: Andreas Luthe 1. FC Union Berlin / Rafal Gikiewicz Torwart FC Augsburg (Quelle: imago images/Robin Rudel/Klaus Rainer Krieger)
imago images/Robin Rudel/Klaus Rainer Krieger

Union Berlin startet gegen Augsburg - Auftakt mit Torwarttausch

Der 1. FC Union startet mit erlaubten 4.400 Fans im Stadion an der Alten Försterei in die neue Saison. Während Unions Ex-Keeper Rafal Gikiewicz mit dem FC Augsburg zurück nach Berlin kommt, trifft sein Nachfolger ebenfalls auf seinen Ex-Verein. Von Stephanie Baczyk