Das leere Berliner Olympiastadion. Quelle: imago images/tagesspiegel
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Wenn Hygieneregeln nicht eingehalten werden können - Große Sportveranstaltungen bis Jahresende ohne Zuschauer

Die Hoffnungen des Fußballs und der anderen Sportarten auf eine nennenswerte Zuschauer-Rückkehr in die Arenen haben sich zerschlagen. Der Profisport in Deutschland wird als Folge der Corona-Pandemie bis mindestens Ende Oktober im Grundsatz ohne Besucher auskommen müssen.

Diesen Beschluss haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag gefasst. Bei Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sind Zuschauer sogar mindestens bis Jahresende untersagt.

Arbeitsgruppe soll Konzepte erarbeiten

Eine Arbeitsgruppe mit den Chefs der Staatskanzleien soll nach Aussage Merkels bis Ende Oktober Vorschläge erarbeiten, wie anschließend mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen umgegangen werden kann.

Fußball-Manager Michael Preetz von Bundesligist Hertha BSC kündigte am Donnerstag an, dass man sich trotzdem auf eine mögliche Zuschauer-Rückkehr ins Berliner Olympiastadion vorbereiten werde. "Oberste Priorität hat die Gesundheit. Das betrifft auch die Diskussion um die Zulassung von Zuschauern. Nichtsdestotrotz sehen wir es als unsere Aufgabe an, uns vorzubereiten auf die Wiederzulassung von Zuschauern, in welchen Schritten und welchem Zeitraum auch immer", erklärte Preetz auf einer Pressekonferenz. Man wolle bereit sein, "kurzfristig auf Szenarien reagieren" zu können.

Die Fußball-Bundesliga hatte zuletzt ein Konzept vorgelegt, das eine schrittweise Zuschauerrückkehr ermöglichen sollte. Unter anderem sollten Gästefans und Alkohol in den Stadien vorerst verboten werden. Auch Stehplätze wären nach dem Konzept erst einmal nicht erlaubt.

DEL reagiert verhalten

Die Deutsche Eishockey Liga reagierte auf die Entscheidung der Politik hingegen verhalten und kündigte interne Beratungen an. "Wir nehmen die heutigen Beschlüsse der Politik zu Kenntnis. Erfahrungsgemäß ist es ratsam, die konkreten Umsetzungen der Länder abzuwarten", sagte ein DEL-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend. "Wir werden zeitnah mit den Klubs sowie innerhalb der Ausschüsse beraten", sagte er weiter.

Die DEL hatte den Saisonstart bereits in der Hoffnung, dann wieder vor Zuschauern spielen zu können, von Mitte September auf Mitte November verschoben. Anders als in der Fußball-Bundesliga sind die DEL-Klubs - ähnlich wie die Mannschaften aus der Volleyball-, Basketball- und Handball-Bundesliga - dauerhaft auf Zuschauer angewiesen, um den Spielbetrieb finanzieren zu können.

Selbst wenn die Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien Spiele mit Zuschauern für das neue Jahr in Aussicht stellen würde, wäre dies Ende Oktober im Hinblick auf eine Saisonplanung zu spät. Die Liga hatte in der vergangenen Woche daher eine Perspektive bis September gefordert.

Sendung: Inforadio, 27.08.2020, 11:15 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Also wenn die Regionalliga es hinbekommt, wieder vor Zuschauern zu spielen, dann sollte das in der Bundesliga doch auch möglich sein, ein entsprechendes Konzept vorzulegen, so dass zumindest die erlaubten 4.999 Zuschauer ins Stadion dürfen.

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