Max Kruse im Trikot von Fenerbahce Istanbul. Quelle: imago images/Seskim Foto
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Ehemaliger Nationalspieler wechselt nach Köpenick - Stürmer Max Kruse entscheidet sich für Union Berlin

Union Berlin verstärkt seinen Kader weiter: Stürmer Max Kruse wechselt nach Köpenick. Um den 32-Jährigen hatten sich zuletzt mehrere Bundesliga-Vereine bemüht - allen voran Werder Bremen. Am Donnerstag gab Union den Transfer bekannt.

Viele Bundesliga-Klubs sollen Interesse an Max Kruse gehabt haben, nun hat sich der Stürmer für den 1. FC Union entschieden. Wie die Köpenicker am Donnerstag mitteilten, wird der 32-Jährige den Bundesligisten ab sofort verstärken. Zuletzt spielte Kruse in der Türkei für Fenerbahce Istanbul. Dort kündigte der Angreifer seinen Vertrag wegen ausgebliebener Gehaltszahlungen allerdings vorzeitig und wechselt nun ablösefrei nach Köpenick. Den Vertrag wird Kruse vorbehaltlich des erfolgreichen Medizinchecks am Freitag unterschreiben. Über die Laufzeit machte Union wie immer keine Angaben.

Bereits vor der Bestätigung des Vereins hatte die Internetplattform "Deichstube" über den Vollzug des Wechsels berichtet.

Reichlich Bundesliga-Erfahrung

Insbesondere Werder Bremen, wo Kruse bereits von 2006 bis 2009 und von 2016 bis 2019 spielte, hatte ebenfalls großes Interesse, den ehemaligen Nationalspieler ein drittes Mal zu verpflichten. Werder-Manager Frank Baumann hatte nach eigenen Angaben intensive Gespräche mit Kruse geführt - der entschied sich aber gegen eine Rückkehr an die Weser und für einen Wechsel zu Union Berlin.

Der Routinier bringt viel Bundesliga-Erfahrung mit nach Köpenick: Für Bremen, den VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach, den SC Freiburg und St. Pauli stand Kruse in insgesamt 250 Erstliga-Spielen auf dem Rasen. Insgesamt kommt er auf 74 Treffer in Deutschlands Fußball-Oberhaus. In der deutschen Nationalmannschaft erzielte er unter Bundestrainer Joachim Löw in 14 Spielen vier Tore.

Auch in der Türkei spielte Kruse nicht unerfolgreich. In 20 Spielen der türkischen Süper Lig erzielte er für Fenerbahce sieben Tore und bereitete sieben weitere vor. Ursprünglich sollte sein Vertrag in Istanbul noch bis Sommer 2022 laufen, wegen fehlender Gehaltszahlungen kündigte Kruse den Vertrag aber im Juni einseitig auf.

"Glücklich, wieder in der Bundesliga zu spielen"

"Ich bin glücklich, wieder in der Bundesliga zu spielen und mit Union einen coolen neuen Verein kennenzulernen, der in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung genommen hat. Für mich war es wichtig, zu einem Klub zu wechseln, der mich komplett überzeugt und fordert. Bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen von Union habe ich mich direkt wohlgefühlt, deshalb habe ich mich für Union entschieden", wird Kruse in einer Mitteilung des Vereins zitiert.

Der Angreifer passt gut in das Beuteschema der Köpenicker: Mit einem ausgewogenen Mix aus jungen und alten Spielern will Unions Manager Oliver Ruhnert auch im zweiten Jahr die Mission Klassenerhalt im Oberhaus erfüllen. In den letzten Tagen hatten die Köpenicker in Torwart Andreas Luthe (33) aus Augsburg und dem ehemaligen Wolfsburger Robin Knoche (28) bereits zwei gestandene Bundesliga-Profis verpflichtet.

"Wird uns helfen, Ziele zu erreichen"

"Mit Max Kruse konnten wir einen Spieler verpflichten, der seine Klasse seit Jahren sowohl national, als auch international unter Beweis gestellt hat. Mit seinen Offensivqualitäten und seiner Bundesliga-Erfahrung wird er uns in der neuen Saison helfen, unsere Ziele zu erreichen. Dass ein ablösefreier Spieler dieser Qualität viele Optionen hatte und sich trotz wirtschaftlich deutlich höher dotierter Angebote für Union entschieden hat, freut uns sehr und zeigt, dass Union als Club mit anderen Werten punkten kann", sagte Union-Manager Oliver Ruhnert.

Sendung: Inforadio, 06.08.20, 18:15 Uhr

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45 Kommentare

  1. 44.

    Zitat: "Sie entscheiden nicht, was falsch und richtig ist."

    In diesem Fall kann ich mir das erlauben, Trend. Oder sehen Sie irgendeinen Zusammenhang zwischen den Fällen Kruse und Polter, wie ihn der User "Lei" herzustellen verucht hat? Und inwieweit sich die Auseinandersetzung zwischen Fenerbahce und Kruse entwickelt, und mglw. auch an normalen Gerichten verhandelt wird, bleibt abzuwarten.

    Übrigens hat Fener Kruse mit dem Verweis auf den ähnlichen Fall: Lassana Diarra gedroht: "Er hat damals auch geklagt und am Ende zwar sein Geld gewonnen, aber dafür war seine Karriere ruiniert. Kruse wird das auch passieren. Es wird sehr schwer für ihn." Na, wie klingt das für Sie?

  2. 43.

    „ - und das ist eine grundfalsche Vermischung, wie ich bereits dargelegt habe. “ Bissle größenwahnsinnig? Sie entscheiden nicht, was falsch und richtig ist. Und vom Vertragsrecht im Sport haben Sie offenbar keine Ahnung. Überlassen wir es den Sportgerichten. Die sind übrigens kein Teil der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

  3. 42.

    Zitat: "Sie vergleichen Äpfel mit Birnen."

    Ganz und gar nicht, Trend. Der User "Lei" hat den Fall: Kruse mit den Ereignissen um Polter in Verbindung gebracht - und das ist eine grundfalsche Vermischung, wie ich bereits dargelegt habe.

    Was nun die Arbeitsverträge von Profifussballern betrifft, sind diese Arbeitnemerseits schwieriger als von "normalen" AN zu kündigen, das ist richtig. Aber bei Zahlungsverzug oder gar ausbleibenden Lohnzahlungen besteht durchaus das Recht auf eine ausserordentlichen Kündigung. Davon hat Kruse allem Anschein nach Gebrauch gemacht.

    Fenerbahce hat angekündigt zu klagen, was deren gutes Recht ist. Aber ich nehme mal stark an, dass Kruse im Zuge der Vertragsverhandlungen mit dem FCU seine 'lückenhaften Lohnzettel' vorgelegt hat, die Rechtsabteilung das geprüft hat und die Köpenicker sich aufgrund dessen in Rechtssicherheit befinden. Alles weitere werden dann die (Sport-) Gerichte klären.

  4. 41.

    Ich kannte Union bislang nicht. Aber da ich nun in Berlin arbeite und Karten bekomme für die Spiele werde ich auch hingehen. Scheint ja zzt angesagt zu sein der Club. Vlt mutiere ich zum Fußballfan.

  5. 40.

    Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Der normalsterbliche AN verdient wohl ganz andere Summen als die Profifussballer. Und Kruse hat einseitig gekündigt. Sein Verein akzeptierte das nicht. Also wird es vor dem Sportgericht landen. Der normale AN hätte auf Lohnzahlungen geklagt. Ich vermute, Kruse wollte einfach weg. Die Rückkehr nach D hat er schon länger angedeutet. Sein Verein wird vor Gericht mindestens einen Vergleich erwirken können. Wer das zahlt wird sich zeigen. Ich tippe mal auf Union.

  6. 39.

    Schade, dass Sie kein Interesse an einem Austausch haben und stattdessen eine Wand (welche auf sehr tönernem Fundament steht)hoch-, und sich in ein Schneckenhaus zurückziehen, Lei.

  7. 38.

    Wenn Sie meinen... Kruse hat es selbst so gepostet. Und der Vergleich passt nur Ihnen mit Ihrer rosaroten Unionbrille nicht. Egal. Sie wollen das letzte Wort? Bitte, nächsten Kommentar lasse ich im Raum stehen, da Sie eh viel zu engstirnig sind und jegliche Kritik an Union persönlich nehmen, Glaudino

  8. 37.

    Die Crux ist eher, dass Sie Äpfel mit Birnen vergleichen, Lei. Was bei Fenerbahce vorgefallen ist, wissen weder Sie noch ich. Laut Kruse wurde ihm seit Februar kaum Gehalt gezahlt; Fener behauptet dagegen vor der Corona bedingten Pause (ab Anfang Mai) vertragsgemäß gezahlt zu haben.

    Nun stellen Sie sich mal vor, ihr Arbeitgeber zahlt ihnen einige Monate kein oder kaum Gehalt und tritt dann noch mit einer Anfrage nach Gehaltsküzung an Sie heran. Ich nehme an, Sie wären dafür auch nicht sehr empfänglich, Lei.

    Bei Polter war es m. W. ja nun so, dass er (als Mannschaftsrats Mitglied) der Corona-bedingten Stundung zugestimmt, später davon aber z. T. Abstand genommen hat. Das können Sie nicht mit der causa Kruse in einen Topf werfen, Lei.

  9. 35.

    Die Crux ist ja, dass er die Gesprächsangebote seines Vereins wegen der Gehaltskürzungen abgelehnt hat. Coronabedingt hat auch Union Gehälter gekürzt. Bei Union wurde der Abweichler suspendiert. Beim türkischen Verein hat der Spieler gekündigt. Ähnliche Ursache, aber verschiedene Handlungen.

  10. 34.

    Viel Vergnügen mit Kruse... Hoffe, Union muss noch was an Fener abdrücken.

  11. 33.

    Nun, unpassend ist eher Ihr Beitrag. Ich möchte nicht gerade - in leichter Abwandlung - Ihrerseits von 'Schaum vorm Munde' schreiben, aber wie ich zum FCB stehe, dürfen Sie gerne mir überlassen, Greg.

    Übrigens, gegen den FCB gab es von '93 bis '09 insgesamt vier Benefiz-, Freundschafts- und Testspiele in der AF, für die ich sehr dankbar war und immer noch bin.

  12. 31.

    Kruse wird sich schon juristisch angemessen beraten haben lassen, nehme ich mal an. Wenn dem so sein sollte, dass er seit Februar kaum noch Gehalt bekommen hat, ist das ein gewichtiger Kündigungsgrund. Aber schaun mer mal.

  13. 29.

    Spannend wird auch die Forderung von Fener sein. Die wollten rechtliche Schritte wegen der einseitigen Kündigung einleiten. Ein bisher einmaliger Vorgang. Falls Union mal wieder Gehälter kürzen will, wird Kruse da vlt auch kündigen. Haha. Spannend wird auch sein, wie sich Kruse „außerdienstliche“ verhalten wird. Ich glaube, er wollte einfach nur nach Berlin.

  14. 27.

    Sehe ich auch so. Der rbb sollte nach Köpenick ziehen. In Charlottenburg - das passt zu diesem Sender nicht.

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