Interview | Union-Kapitän Christopher Trimmel - "Wir haben bei Union ein ganz eigenes Mannschaftsklima"

Christopher Trimmel in einem Testspiel von Union Berlin. Quelle: imago images/Jan Huebner
Bild: imago images/Jan Huebner

Er ist nicht nur der Kapitän, sondern inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes auch das Aushängeschild von Union Berlin. Warum Christopher Trimmel zusätzlich noch nach Wohnungen sucht und was er von der kommenden Saison erwartet. Von Simon Wenzel

rbb|24: Christopher Trimmel, Sie sind seit Kurzem außergewöhnlich präsent in der Stadt und im Internet - auf Werbeanzeigen. Wie finden Sie es, Ihr Gesicht überall zu sehen?

Christopher Trimmel: Das ist natürlich ungewöhnlich. Es freut uns aber, mit unserem neuen Partner etwas in der Stadt machen zu könnnen. Es ist ja auch nicht so, dass nur mein Gesicht überall hängt. Die Fans werden mit einbezogen, auch Vereinslegenden - das ist eine coole Aktion. Es hat Spaß gemacht und ich finde es sind gute Fotos geworden.

Sie müssen als Kapitän innerhalb von drei Jahren den dritten größeren Umbruch mitmoderieren. Wie ist das bislang gelungen?

Seit ich bei Union bin, haben wir das eigentlich immer gut hingekriegt. Es ist bei uns nicht schwierig, Spieler zu integrieren. Ich glaube, dass die Spieler sich schon seit dem ersten Tag wohlfühlen - so ging es mir auch. Das Umfeld bei Union ist einfach sehr familiär. Natürlich gibt es immer wieder Spieler, wie zum Beispiel Keita Endo, der mit der Sprache ein bisschen zu kämpfen hat, aber auch ihm geben wir Zeit und versuchen, bestmöglich zu helfen.

Es kommen immer wieder auch erfahrene Spieler zur Mannschaft hinzu, in diesem Jahr mit Max Kruse zudem ein äußerst prominenter Name. Nehmen Sie sich diese Spieler auch zur Seite, wenn sie bei Union anfangen?

Natürlich quatscht man am Anfang und ich versuche, auch diesen Spielern zu helfen. Die meisten von ihnen haben vorher ja auch noch nicht in Berlin gelebt - bei Dingen wie der Wohnungssuche unterstützen wir sie schon. Erfahrene Spieler haben auch in dem Bereich bereits mehr Erfahrung, weil sie schon den einen oder anderen Verein mitgenommen haben. Man muss sie intern aber schon einfügen, weil wir bei Union einfach ein ganz eigenes Mannschaftsklima haben.

Was halten Sie denn von den Neuzugängen?

Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut. Ich bin fest favon überzeugt, dass sie uns weiterhelfen werden. Auch Spielern wie Max Kruse muss man aber Zeit geben. Er hat jetzt lange nicht gespielt, es wäre unfair zu sagen, er muss vom ersten Spiel an zeigen, was er kann.

Ein großer Teil der Vorbereitung ist bereits geschafft. Wie weit ist Union zum jetzigen Zeitpunkt?

Im Fitnessbereich haben wir sehr gut gearbeitet, da haben wir wirklich einen Schritt nach vorne gemacht - das war auch das Wichtigste. Jetzt geht's an den Ball. Auch im Trainingslager haben wir versucht, gewisse Dinge bereits umzusetzen. Wenn man müde ist, wird es am Ball aber oft schwierig (lacht). Deswegen werden wir vor allem in den nächsten Wochen den Fokus auf das Ballspiel setzen. Wir sind absolut im Soll, ich merke, dass es in der Mannschaft voran geht. Ich bin guter Dinge, dass wir bis zum ersten Spieltag bereit sein werden.

Wo können und wollen Sie sich als Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison noch verbessern?

Wir dürfen nicht hingehen und sagen, dass wir uns bei den Punkten oder dem Tabellenplatz verbessern wollen. Das große Ziel bleibt der Klassenerhalt. Um das aber wieder zu erreichen, müssen wir viele kleine Dinge verbessern. Das mag ein bisschen kleinlich klingen, wir alle haben aber die letzte Saison gut analysiert und die Statistiken verglichen. Es gilt, vor allem das Spiel mit dem Ball zu verbessern. Wir haben in der letzten Saison viele Standardtore erzielt, das wollen wir auch beibehalten, aber auch aus dem Spiel mehr bewirken. Auch bei Auswärtsspielen wollen wir besser werden und dort mehr Punkte holen.

Es könnte im Idealfall für Sie eine sehr lange Saison werden, die Winterpause ist kurz und nach der Bundesliga-Spielzeit fängt sofort die Europameisterschaft an. Haben Sie Ihren Urlaub in diesem Sommer noch mal besonders genossen?

Das hatten wir natürlich schon alle ein bisschen im Hinterkopf. Den Urlaub haben wir genossen, er war auch ausreichend. Ich denke aber auch gar nicht so langfristig. Ich bin guter Dinge, dass wir den Kader gut aufgestellt haben und auch die Trainingsbelastung gut steuern werden. Weil es so viele Spiele und so wenig Pausen gibt, wird es entscheidend sein, einen guten Kader zu haben. Es wird mehr Rotation notwendig sein.

Am Wochenende spielen Sie in einem Testspiel bei Ajax Amsterdam. Sie haben mal gesagt, dass Sie sich immer freuen, neue Stadien kennzulernen. Bei Ajax haben Sie noch nicht gespielt, oder?

Ja, das stimmt. Ich freue mich extrem. Bislang war noch nicht ganz klar, wo wir genau spielen. Jetzt steht fest, dass das Spiel im großen Stadion stattfinden wird. Es ist natürlich schade, dass wir nicht in einer vollen Arena spielen können. Trotzdem macht es Spaß, wenn man in einem neuen Stadion steht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Simon Wenzel, rbb Sport.

Sendung: Inforadio, 28.08.2020, 10:15 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Geiler TypIch wäre beim Imterviiew gerne dabei gesesen!

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