1. Spieltag in die Regionalliga Nordost - Cottbus verliert gegen Lichtenberg

Cottbus Lichtenberg (imago images/Steffen Beyer)
Video: Brandenburg Aktuell | 15.08.2020 | Uri Zahavi | Bild: imago images/Steffen Beyer

Energie Cottbus ist mit einer Niederlage in die Saison 2020/21 gestartet. Gegen Lichtenberg 47 verlor das Team von Sebastian Abt mit 1:2. Dabei überzeugte die Mannschaft größtenteils. Von einer großen Ausnahme abgesehen. Von Ilja Behnisch

Energie Cottbus hat zum Saisonauftakt in der Regionalliga Nordost mit 1:2 gegen Lichtenberg 47 verloren. Die Tore vor den 783 zugelassenen Zuschauern erzielten Max Kremer (Cottbus), sowie Marcel Rausch und Hannes Graf (Lichtenberg).

Es war eine vor allem zu Beginn souverän geführte Partie der Lausitzer, die ihrer Favoritenrolle zu Beginn gerecht werden konnten. So hatte Energie-Stürmer Felix Brügmann bereits in der ersten Minute die Chance auf die Führung, Lichtenbergs Torhüter Niklas Wollert parierte allerdings ebenso gekonnt wie im Verlauf der Partie noch mehrere Male.

Wie aus dem Lehrbuch

In der 11. Minute war aber auch Wollert machtlos, als Max Kremer frei vor Lichtenbergs Torhüter auftauchte und den 1:0-Führungstreffer für Cottbus erzielte. Vorausgegangen war ein Angriff wie aus dem Lehrbuch. Nach einem Einwurf von der rechten Seite ging es zunächst in den geordneten Spielaufbau und über die Innenverteidiger, ehe Energie das Spiel mit schnellen Direktpässen auf die linke Seite verlagerte und von dort zum in den Strafraum eingerückten Torschützen Kremer.

Ein Treffer wie eine Blaupause für die komplette erste Hälfte, in der Cottbus drückend überlegen, aber doch nicht zielstrebig genug war, denn es blieb nach 45 Minuten beim 1:0 für die Gastgeber. Auch, weil Niclas Erlbeck in der 20. Minute zwar gekonnt Lichtenbergs Torhüter umkurven konnte, anschließend allerdings den Pfosten traf.

Die Zuschauer waren trotzdem zufrieden, immer wieder gab es Szenenapplaus und hin und wieder wirkte es wie die Rückkehr zur Normalität. Einzig das Stakkato-Klatschen vor Energie-Standardsituationen erinnerte eher an ein Springer-Meeting als an ein Fußballspiel.

Und beinahe wäre auch das Klatschen verstummt, da die Gäste aus Lichtenberg in der 23. sowie 30. Minute urplötzlich zu Chancen kamen, weil Energies ansonsten sichere Abwehr sich zwei individuelle Aussetzer leistete. Doch weder Tarik Gözüsirin noch Philipp Grüneberg konnten ihre Chance aus dem Strafraum heraus nutzen.

Ein starker Favorit - mit einer Schwäche

An der generellen Richtung der Partie änderte sich dadurch allerdings wenig. Energie spielte überzeugend auf, ließ den Ball gegen den physisch starken Gegner gut laufen, presste bei Ballbesitz Lichtenbergs selbst weit vorn, ohne dabei defensiv Räume zu offenbaren.

Kurzum eine starke Vorstellung eines der Favoriten auf den Aufstieg in die 3. Liga gegen eine Mannschaft, für die es vornehmlich um den Klassenerhalt gehen soll in dieser Spielzeit. Allein der Spielstand passte nicht so recht zum Bild auf dem Rasen. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang zunächst wenig.

Immer wieder tauchten die Cottbuser vor dem Tor von Niklas Wollert auf, immer wieder scheiterten sie und das zunehmend kläglich. Fast hätte Lichtenberg den Chancenwucher dann bereits bestraft, doch nach einem Eckball in der 58. Minute trafen die Gäste lediglich die Torlatte.

Doch auch so kippte die Partie schließlich vollends, die Treffer in der 87. (Marcel Rausch) und 92. Minute (Hannes Graf) brachte Lichtenberg gegen nun defensiv konfus agierende Cottbuser auf die Siegerstraße. Dass Energie-Rechtsverteidiger Florian Brügmann zwischen den Treffern auch noch mit Gelb-Rot vom Platz musste, passte da nur ins Bild.

Wiedergutmachung in Meuselwitz?

Ein Saisonstart des Grauens also für Cottbus, ausgerechnet in der Saison, in der sich der Meister der Regionalliga Nordost nicht der Lotterie der Playoffs aussetzen muss, sondern direkt aufsteigt. Die Chance auf direkte Wiedergutmachung folgt am kommenden Sonntag, den 23. August. Dann ist Energie zu Gast in Meuselwitz, die ihren Saisonauftakt mit einem 2:0-Erfolg bei Optik Rathenow erfolgreich gestalten konnten.

 

Sendung: rbb24, 15.08.2020, 21.45 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Noch ein Artikel über Cottbus?
    Es gibt doch zig Berliner und Brandenburger Clubs in dieser Liga.

  2. 12.

    @Gerd:
    Es ging um die Überschrift, nicht um die nackte Resultatsverkündung. Schauen Sie sich mal die Überschrift im Kasten neben dem Text an: "Union Berlin gewinnt ohne Kruse mit 3:1" - das war auch in Cottbus, also auch nicht daheim!

    Ich empfinde es ebenfalls so, dass Lichtenberg in Cottbus gewonnen hat und verstehe nicht, warum Energie in der Berichterstattung des rbb so viel höher gestellt wird als andere Regionalligisten Berlin, vor allem aber aus Brandenburg - wobei ich die Berichterstattung über Babelsberg aus dieser Kritik ausnehme.

  3. 11.

    Das ist richtig, die Liga wird sportlich der Hammer. Wenn man sieht, wer da alles so mitspielt, kommen einen die Tränen. Es ist sichtbar, was aus dem dem alten Ostfussball geworden ist. Endstation Regionalliga, mit wenigen Ausnahmen.

  4. 10.

    Ist der Knoten gelöst, die Blockade im Kopf beseitig, alte Stärke wiedergefunden? Fakt ist, Hannes Graf trifft wieder und macht sein Team erfolgreich. Die Berliner setzen ein Ausrufezeichen in der Lausitz. Da wird sich mancher Favorit der vierten Liga noch die Augen reiben, wenn die Punkte weg sind. Was wird das für eine Saison? Das Gegenteil der Bundesliga!
    Nur nicht Langeweile, weiter so!

  5. 9.

    Unter diesen Bedingungen ist die Regionalliga eine Wundertüte. Übrigens hat laut mdr Chemie gegen den ehemaligen DDR-Rekordmeister 4 : 1 gewonnen ( nicht 3 : 1 ). Mit den Zuschauern ist es prima. Allerdings wäre es ein schlechter Witz, wenn dann die Bundesliga weiter Geisterspiele macht.

  6. 7.

    Die ersten Punkte gegen den Abstieg und das im ersten Spiel. Herrlich...

    VG

  7. 6.

    Vielleicht sollten wir Wollitz wieder zurückholen. Er redet zwar eine Menge blödes Zeug, aber die Mannschaft hat er jedes mal hingekriegt.
    Die Mannschaft wurde natürlich auch sehr stark verändert, so das Energie genauso dasteht, wie nach dem Drittligaabstieg.

  8. 5.

    Eigentlich könnte man auch schreiben "Lichtenberg schlägt Cottbus".
    Energie wird immer noch zu viel Beachtung geschenkt. Auch wenn die Themen ja meinst negativ für die sind.
    In diesem Sinne: Spott frei!

  9. 4.

    Ich kann mich den Kommentatoren hier nur anschliessen. Fahre seit 1997 zu Energie und musste feststellen, dass es die schlechteste 2. Halbzeit war, die ich hier im Stadion je gesehen habe. Muss das wirklich erst einmal sacken lassen. Bitte keine Kuschelberichte über Energie, denn das hilft allen nicht weiter. Die Trainerfrage stellt sich eigentlich jetzt schon, leider !

  10. 3.

    ...war doch nicht anders zu erwarten! Der Herr Abt wäre mal besser bei seinem alten Job geblieben! Und mit diesen Spielern?

  11. 2.

    Als eingefleischter Energiefan und Mitglied seit über 30 Jahren, empfehle ich den Verantwortlichen dringend, diesen Juniorentrainer zu schützen und ihn wieder in seinen angestammten Wirkungskreis zu beordern. Das war schon nach dem Abgang von Wollitz nichts, aber auch gar nichts, aber heute bin ich nur noch sprachlos und entsetzt. Was macht eigentlich Herr Ziegner, zuletzt beim HFC? Sport frei.

  12. 1.

    Leider macht Sebastian Abt da weiter wo er vor Corona aufgehört hat.
    Das war absolut nichts, auch wenn der Artikel das Spiel aus Energiesicht beschönigt.
    Ich gehöre zwar eigentlich nicht zu den Leuten, die nach einer Niederlage sofort einen Trainerwechsel fordern, aber die Bilanz von Sebastian Abt ist katastrophal. er hat die Mannschaft als Tabellenführer übernommen, aber seitdem Trainerwechsel ging es nur bergab.
    Bitte nicht wieder warten bis nichts mehr zu retten ist.
    Die Spiele gegen Meuselwitz, Viktoria und Auerbach sollten eine deutliche Steigerung erkennen lassen.

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